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Konzertbericht

Bands
Jan Plewka

Locations
Rosenhof



Datum: 13.01.2012

Jan Plewka singt Rio Reiser

Zauberland und keine Macht

Osnabrück (m2w)    Rio Reiser war einer der einflussreichsten deutschen Künstler der 70 bis Anfang der 90er Jahre. Leider verstarb er viel zu früh, um die Tragweite seiner Musik und Texte noch zu erleben. Am Freitag den 13.01.2012 wurde seine Musik durch Jan Plewka und Band wieder mit Leben erfüllt und verzauberte den leider nicht ganz ausverkauften Rosenhof in Osnabrück.


Pünktlich um 20:00 Uhr betrat Jan Plewka den bestuhlten Rosenhof, bewaffnet mit Akustikgitarre, einer
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raumfüllenden Stimme auch ohne Mikro und sehr viel Lust durch die Hintertür. Und es sollte ein wirklich stimmungsvoller Abend werden. Es war eher eine Revue als ein Konzert, was der Qualität des Abends in keinster Weise schlecht tat, sondern im Gegenteil die Stimmung sehr intim werden ließ.

Mit Halt dich an deine Liebe fest ging es los. Als die Bühne erreicht und sich die Band dazu gesellt hat ging es Schlag auf Schlag weiter mit Keine Macht für Niemand und dem Rauchhaussong. Kam keine Macht noch als Rocknummer daher,  wurde beim Rauchhaussong auf Lagerfeuerromantik Wert gelegt und wieder ohne Mikro der Raum gefüllt. Und wie schon angerissen versprühte Jan Plewka jede Menge Lust am Singen und Spielen. Schon während dieser ersten nummern merkte man, dass es kein einfaches Covern von Rio Reiser Stücken war sondern eine Interpretation seines Werkes. Und Jan Plewka interpretierte wirklich großartig mit seiner Band. Bei der Turm stütz ein ging die Band durchs Publikum und sammelte Geld für Bier. Und das Publikum gab wohl reichlich wie sich später herausstellen sollte. Es waren grade solche Momente, die diesen Abend so anders, so einzigartig  gemacht haben. Neben dem normalen Musik machen schauspielerische und dramaturgische Einlagen einzubauen ist zwar gewagt, jedoch richtig angewendet, ein sehr gutes Stilmittel einen guten Abend zu einem Besonderen Abend werden zu lassen. Das nicht alles von Rio Reiser in diesen abend passte mag zwar schade sein aber das was geboten wurde war mehr als ausreichend.  Auf der Suche nach der Irrenanstalt verließ JP die Bühne und ließ seine Band die Suche, die "live übertragen" wurde musikalisch begleiten. Und dies taten sie mit Spielfreude und technischer Klasse.  Psychodelisch und dem Thema angepasst spielte sich die Band in einen kleinen Rausch ohne langweilig zu werden.

Und auch JP durfte Musizieren. Als Unten am Hafen angespielt werden sollte ging die Band geschlossen von der Bühne und der Pianist übergab JP das Akkordeon mit den Worten: "Du kannst das sowieso alleine spielen und ich will wissen wer bei the voice of Germany vorne liegt." Das brachte das Publikum sehr zum Lachen und JP einen kleinen Moment aus der Fassung. Die fand er jedoch beim Spielen sehr schnell wieder.  Generell gab JP eine ausgeglichene Mischung aus Schauspieler und Sänger, was den Revue Charakter des Abends noch verstärkte.

Das Highlight des Abends sollte aber Zauberland sein. Spartanisch instrumentiert und leise vorgetragen interpretierte JP den Song genau so wie er klingen soll. Düster und beklemmend. Und während des Songs nahm JP dem Schlagzeuger die Harmonika ab und ging ins Publikum, um einen Zuschauer spielen zu lassen.  Großes Kino, wirklich ganz großes Kino. Als letztes Lied des regulären Sets wurde Junimond als "Rausschmeißer" genutzt, bzw. sollte dazu genutzt werden. Jedoch war das Publikum ganz und gar nicht damit einverstanden. Die Band wurde für 2 zugaben wieder auf die Bühne geholt und wurde dann erst zum Bier kaufen entlassen. Dann hatten sie es sich aber auch verdient.