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Konzertbericht

Bands
Findus
Turbostaat

Locations
Kleine Freiheit



Datum: 15.12.2011

Turbostaat in Osnabrück

Fuck Winter

Osnabrück (m2w)    Turbostaat trotzen dem Winter. Oder wollen das zumindest. Gemeinsam mit Findus spielt man am 15.12.11 in der kleinen Freiheit in Osnabrück. Eine Location, die in Strandbaroptik einen besonderen Charme ausübt.


Für ein Konzert unter der Woche beginnt der Abend recht spät. Um 21.30 Uhr kommen Findus aus Hamburg auf die
Fotos zum Konzert
Homepage von Turbostaat
Homepage von Findus
Bühne und eröffnen den Abend mit "Sansibar". Die fünfköpfige Band aus der Hansestadt findet die Bühne zu klein und so trifft man den Sänger bereits ab dem ersten Lied regelmäßig im Publikum an. Energiegeladen und hochmotiviert zeigt sich der Fünfer von seiner besten Seite. Immer in Bewegung ist allen voran ihr Sänger. Mal klettert er auf Monitorboxen, dann übt er sich in Klimmzügen an der Decke oder vollführt Sprünge von der Bühne und landet punktgenau knapp neben dem Publikum.  Nach 35 Minuten beendet die Band ihr Set mit "Feuer in Paris".


Turbostaat in Topform

Turbostaat haben den Weg aus dem hohen Norden in die kleine Freiheit gefunden. Um 22.25 Uhr betritt die Band die Bühne und gibt mit "Insel" direkt Vollgas. Binnen Sekunden verwandelt sich das Publikum in eine große pogende, hüpfende, singende und tanzende Masse. Die Band hat das Publikum sofort im Griff, so dass Sänger Jan Windmeier ruhigen Gewissens Gesangparts an das Publikum abgibt. Schon nach dem ersten Lied entledigt sich die Band der ersten Kleidungsstücke. Kunststück, in der kleinen Freiheit herrschen Temperaturen wie im Hochsommer. Passend dazu gibt es die Ansage: "Beim letzten Mal war’s echt heiß hier drin. Wir bewegen uns grad langsam auf die Temperatur zu.". Streicht man das Wort "langsam" aus dieser Ansage kristallisiert sich die ganze Wahrheit heraus. Eine große Hitze kombiniert mit Schweiß und viel Bier macht sich breit.  Die Fans sehen trotzdem keinen Grund einen Gang zurückzuschalten. Das wäre auch fatal, denn Turbostaat präsentieren sich heute in absoluter Topform! Im Zentrum der Setlist stehen heute viele Lieder des aktuellen Albums "Das Island Manöver"  sowie des Vorgängers "Vormann Leiss". Bis auf sehr wenige Ausnahmen werden beide Alben komplett gespielt. Langweile kommt dennoch nicht auf. Als Leckerbissen für die Fans der ersten (respektive zweiten) Stunde wird "Monstermutter" und "Schwan" vom gleichnamigen Album gespielt. Außerdem gibt es noch "Wieso Herbst?" vom 2001 erschienenen Debüt Album. Dieses Lied ist eine Kampfansage gegen den Winter. Mit dem Zitat "Fuck Winter, weil du ein Arschloch bist" versucht am sich an der aktuellen Jahreszeit vorbei zu mogeln.


Gut erzogene Männer

Man spielt sich durch ein Set, dass beim Osnabrücker Publikum sehr gut ankommt. Zeit zum Verschnaufen gibt es kaum.  "Bei Fugbaums" (im Refrain mit farblich angepasstem Licht), "Haubentaucherwelpen" oder "Kussmaul" schieben die Regler bis zum Anschlag und noch ein Stückchen weiter. Da kommen Lieder wie der Titeltrack des aktuellen Albums oder auch "Fünfwürstchengriff" grade richtig, um wieder Herr über den eigenen Körper zu werden. Grade "Das Island Manöver" wird beeindruckend vorgetragen, wie es sich langsam aufbaut, zuerst die Gitarren, dann das Schlagzeug, ehe der Gesang einsetzt. Wieder zurück bei den lauten Liedern sieht man auch immer wieder Crowdsurfer, die beinahe unter der niedrigen Decke kleben und auf jeden Fall die Discokugeln im Raum stets streifen.
Band und Publikum sind also bestens gelaunt, da wird es noch einmal Zeit, ein paar Worte an die Besucher zu richten. Turbostaat kündigen eine neue Platte an und bedanken sich im gleichen Atemzug für alles. Es folgt "Harm Rochel" als vorletztes Lied des regulären Sets.
Obwohl auf der Bühne als auch vor der Bühne beide Seiten sich ordentlich ausgepowert haben, darf eine Zugabe nicht fehlen. Sechs Lieder umfasst sie und findet mit "Frieda und die Bomben" ihr Ende.

von Britta Flachmeier