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Konzertbericht

Bands
Donots
Millencolin
ZSK

Locations
Halle Münsterland



Datum: 10.12.2011

Grand Münster Slam

Willkommen auf dem Luxusdampfer "Donots"

Münster (m2w)    Gestern Abend ging der Grand Münster Slam in der Halle Münsterland über die Bühne. Die Donots haben sich Millencolin und ZSK ins Boot geholt und sorgen für viel gute Musik am Abend. Es wird das größte Donots Konzert aller Zeiten. Wie gut kann eine Band in einer großen Halle ankommen, wenn sie sonst für ihre intimen Clubshows bekannt ist?


Den Beginn an diesem Abend machen die frisch wiedervereinten Punker von ZSK. Der Startschuss fällt pünktlich um 19.30 Uhr, bereits im Vorfeld sind laute "ZSK" Rufe im Publikum zu hören. Diese werden unterbrochen,  als Ingo
Fotos zum Konzert
Homepage der Donots
Homepage von Millencollin
Homepage von ZSK
Donot die Bühne betritt, um die Band anzukündigen. Ab jetzt geht es druckvoll los, "Spiel auf Zeit" macht den Anfang. In 30 Minuten spielt sich die Band quer durch ihre Alben, dabei werden klare politische Statements gesetzt. Zu hören gibt es heute alte und neue Sachen wie "Riot Radio", "Küsst die Faschisten" und "Wenn so viele schweigen". Eine Unsicherheit seitens der Band ist nicht von der Hand zu weisen, aber darüber kann man hinwegsehen, schließlich ist es erst das zweite Konzert seit der Reunion (nach fünf Jahren). Trotzdem muss man wohl sagen, dass ihr gegründetes Projekt "Kein Bock auf Nazis" die eigene Band überlebt hat. Ich hoffe, dass sie wieder in ihre alte Form zurückfinden.


Ingo: "Millencolin sind ein guter Grund, neben Abba und Ikea, Schweden richtig abzufeiern."

Um 20.15 Uhr, quasi zur prime time, steht Ingo Donot erneut auf der Bühne, um die nächste Band anzukündigen, er sagt: "Millencolin sind ein guter Grund neben Abba und Ikea Schweden richtig abzufeiern.". Mehr Worte sind nicht notwendig, der Vierer betritt die Bühne und gibt mit "No Cigar" die Richtung an. Für das Publikum gibt es jetzt kein Halten mehr. Auch wenn schon vorher der ein oder andere Moshpit gesichtet wurde, so richtig geht es jetzt erst ab. Vielseitig wird sich durch die Bandgeschichte gespielt, dabei kommen auch alte Perlen ans Licht. "Bullion" hat immerhin stolze 16 Jahre auf dem Buckel und wird genauso abgefeiert wie "Farewell my hell", das dagegen grade mal niedliche sechs Jahre alt ist. Leider ist letzteres Lied auch schon beinahe das Ende des Konzertes. Zu "Black eye" werden nochmal alle Kräfte mobilisiert und damit geht die Band nach 40 Minuten von der Bühne.


Und wieder dauert es ein wenig, die Technik auf der Bühne wird umgebaut, die Besucher warten auf die eigentliche Hauptband des Abends. Um 21.30 Uhr finden sich nach und nach die Bandmitglieder der Donots auf der Bühne ein. Es gibt ein Instrumental von "Dead man walking", ehe es dann mit der gewohnten Version des Liedes losgeht. Wie immer: Guido, nicht nur an der Gitarre sondern auch am Mikrofon. Doch schon zum zweiten Lied, gibt er das Mikro an seinen Bruder Ingo ab. Schließlich ist er der Hauptverantwortliche für den Gesang. Es folgt "Superhero", zu diesem Lied werden zwei zusätzliche Banner runtergelassen, die das Grand Münster Slam Logo zeigen. Ein starker Einstieg für Band und Publikum. Nach zwei Liedern ist es an der Zeit sein Publikum willkommen zu heißen: "Willkommen auf dem Luxusdampfer "Donots", ihr habt die erste Klasse gebucht, so bekommt ihr die 1. Klasse." spricht Ingo und die Freude in seinem Gesicht spricht Bände. Nicht nur er, nein die gesamte Band zeigt sich unglaublich spielfreudig.


Mathematik mit Knollmann und andere Überraschungen

Am Tag zuvor, haben sie noch in der Scheune in Ibbenbüren ein intimes Clubkonzert gegeben und heute ist es an der Zeit die große Halle Münsterland mitzureißen.  Hierfür hat sich die Band ein paar besondere Sachen einfallen lassen. So gibt es mehrere neue Songs zu hören, "The years gone by" wird unplugged im Publikum gespielt und eine Showpraktikantin surft mit Jägermeister auf einem Tablett zum Mischpult, um sich bei der Crew zu bedanken. Ach und nebenbei gibt es auch noch Musik. Die Setlist gibt viele Stücke vom noch aktuellen Album "The Long way home" an, doch auch Lieder von den Vorgängeralben finden ihren Platz. "Today" sorgt für gute Laune und eine Wall of Death im Publikum, "Hello knife" bringt einen Fan dazu, eine selbstgemachte Donots Fahne in die Höhe zu strecken das "Blitzkrieg Bob" Cover zieht einen enormen Chor aus dem Publikum an.
Nachhilfe in Sachen Mathe gibt es heute auch. Beinahe alle Bandmitglieder verlassen die Bühne, zurück bleibt Guido, der alleine ein Lied performt. Vorher sagt er noch: "Ich hab ein bisschen Angst, denn ich muss alleine singen und Gitarre spielen. Und Minus und Minus ergibt nicht immer Plus. Die Sorge ist unbegründet, sein rauer Gesang kommt beim Großteil des Publikums gut an.

Mit "Whatever happened to the 80s" verabschiedet sich die Band aus dem regulären Set, um dann in voller Kraft und unter einem Sternenhimmel "Parade of one" zu spielen.  Ein Highlight für alle Anwesenden!
Außerdem glänzt Guido heute durch besondere Vielfältigkeit. An der Gitarre und am Mikro kennt man ihn bereits, doch heute Abend verlässt Eike sein Schlagzeug, um es Guido zu überlassen. Für ein Lied bearbeitet er die Drums und macht seine Sache gar nicht mal schlecht.
"Were not gonna take it" (gesanglich von Millencolin unterstützt) und "Good-bye routine"  (hier mit tollem Publikumschor) beenden dann das Konzert nach über zwei Stunden und zeigen eine überwältigte Band und hinterlassen ein glückliches Publikum. Die Band kann auch in einer großen Halle überzeugen. Jeder der Anwesend war, wird das bestätigen können.

von Britta Flachmeier