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Allgemein
Konzertbericht

Bands
Duff McKagan's Loaded
Graveyard
Motörhead

Locations
Mitsubishi Electric Halle



Datum: 29.11.2011

Motörhead in Düsseldorf

...and we play Rock'n'Roll!

Düsseldorf (m2w)    Am vergangenen Dienstag den 29.11. fanden sich Motörhead in der renommierten Phillipshalle (heute: "Mitsubishi Electric Halle") in Düsseldorf ein, um das vorletzte Konzert ihrer diesjährigen Deutschlandtournee zu bestreiten.


Unterstützt wurden Motörhead an diesem viel zu warmen Novemberabend von den schwedischen Oldschool-Rockern
Fotos zum Konzert
Homepage von Motörhead
Homepage von Duff McKagan
von Graveyard. Die erst 5 Jahre junge Band aus Göteborg heizte mit ihrem energischen Hardrock mit starken Stonereinflüssen der noch recht müden Masse ordentlich ein, und schon nach wenigen Augenblicken konnte man in den vorderen Rängen die ersten Matten fliegen sehen. Fast durchgehend hinter ihrer dichten Haarpracht versteckt, gaben die Jungs trotz der recht verhaltenen Reaktionen und zurückhaltendem Applaus auf der Bühne Vollgas, und konnten mit "Hisingen Blues" den größten Teil des Publikums aus der Reserve locken.

Leider war nach diesem Knallersong und insgesamt 30 Minuten die Zeit rum, und ein Herr an der Reihe welcher dem Motörhead-Publikum des älteren Semesters durchaus noch in einer anderen Konstellation bekannt seien dürfte. Die Rede ist von Duff McKagan, seines Zeichens Bassist bei Guns'n'Roses, mit seiner Band Loaded. Zusammen mit seinen Mitstreitern Mike Squires, Jeff Rouse und Isaac Carpenter präsentiert sich Duff McKagan als hünenhafter, kaugummikauender Rocker. Generell sieht und hört man, dass das Quartett (leider) sehr viel mehr auf die Bedienung von Klischees und ein möglichst "cooles" Äusseres wert legt, als auf alles andere. So sind die vier Herren nicht nur schwer damit beschäftigt, sich von einer Pose in die nächste zu werfen, böse Gesichter beim Singen zu machen, sondern auch damit, fast am laufenden Band durch die Gegend zu rotzen. Was der eine ekelhaft fand, war für den anderen äusserst erheiternd, als es Gitarrist Mike Squires und Bassist Isaac Carpenter tatsächlich schafften, sich gegenseitig anzuspucken. Saucool.
Im weiteren Verlauf des Konzerts wundern sich viele der anwesenden Gäste, warum der Slot von Graveyard und Loaded kurzfristig getauscht wurden, haben Loaded doch leider wirklich nicht mehr zu bieten als einen charismatischen Frontmann und eintöniges Songmaterial. Der Preis für die schönste Lüge des Abends geht ebenfalls an Duff McKagan, als er beteuert, dass es für ihn nichts besseres gäbe als in dieser Halle für Motörhead zu eröffnen. Nee, is klar....

Nach einer kurzen Umbaupause schlägt die Uhr 21, und da heute Abend die Pünktlichkeit (für ein Rockkonzert ungewohnterweise) allergrößte Priorität zu genießen scheint, ist es wenig verwunderlich als plötzlich das Licht erlischt und Motörhead die Bühne betreten. Ohne Knall, ohne Vorhang und ohne Tam-Tam betreten die drei die Bühne und sorgen gleich zu Beginn ihres Sets für eine Überraschung. Mit "Bomber" eröffnen die Jungs den Abend mit einem klassischen Zugabe-Song - was sich im weiteren Verlauf aber als einzige Überraschung herausstellt. Heute Abend gibt es Motörhead, wie man Motörhead haben will: Roh, laut, kompromisslos. Hier ist nur wenig Platz für Spielereien und Überraschungen, ausser als Duff McKagan bei "Killed by Death" nochmals die Bühne entert um die zweite Gitarre zu bedienen. Desweiteren gibt es eine obligatorische Handvoll Songs vom aktuellen Album "The Wörld is yours" zu hören (u.a. "I know how to die", "Get back in Line" und "Born to loose"), und jede Menge Hits, Hits und Hits. Nach einem beeindruckenden Schlagzeugsolo von Ausnahmedrummer und Blondschopf Mickey Dee fällt der Backdrop zum aktuellen Album und das klassische "Warpig" erscheint hinter dem gigantischen Drumraiser.
Eingetaucht in giftgrünes Licht, welches den Musikern von unten in die verlebten Gesichter scheint, erklingt "Orgasmatron". Es folgt "Going to Brazil", in dessen Anschluss Wizzo Campbell bereits den letzten Song des Abends ankündigt. Ein erschrockener Blick auf die Uhr verrät, dass tatsächlich schon 2/3tel des Motörhead-Auftritts verstrichen ist. Nach einer kurzem Auf/Umbaupause kehren die drei Herren zurück und eröffnen mit dem "Whorehouse Blues", dargeboten auf 2 Akustikgitarren und einer Blues-Harmonika, den Zugabenblock. Als nächste Zugabe folgt das frenetisch gefeierte und großartige "Ace of Spades" in atemberaubender Geschwindigkeit. Mit dem "really really last Song" "Overkill" und der Klassiker-Ansage von Mr. Kilmister "Please don't forget us.... we are Motörhead..... and we play Rock'n'Roll" geht um Punkt 22.30 Uhr die Hallenbeleuchtung an, und ein weiterer unvergesslicher Abend mit Motörhead geht zu Ende!

von Markus Ebbert