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Konzertbericht

Bands
Monsters of Liedermaching

Locations
Rosenhof



Datum: 13.11.2011

Monsters of Liedermaching in Osnabrück

"So schlecht waren wir noch nie"

Osnabrück (m2w)    Für einen Wochenendausklang voller Entertainment, Humor und Musik sorgen die Monsters of Liedermaching am 13.11.11 im Rosenhof in Osnabrück. Es gibt Sitzpogo, crazy motherfuckers und eine optimistische Friedhofparty im Publikum. Was das Konzert sonst noch bereit hält kannst du hier nachlesen.


"Auf Vorgruppen verzicht ich" ein Zitat aus dem Monsters Lied "Bühnensüchtig", ist wegweisend für den heutigen Abend. Pünktlich um 20 Uhr finden sich die sechs Herren der ersten Liedermacherband Deutschlands selbst auf der Bühne ein.


Ein Herz für Raucher und blasenschwache Menschen

Das Publikum ist mit Bierbänken teilbestuhlt, nicht jeder kriegt einen Sitzplatz ab. Doch egal ob im Sitzen oder im
Fotos zum Konzert
Monsters of Liedermaching
Stehen, die selber sitzenden Monsters haben ihr Publikum voll im Griff. Der Abend beginnt mit "Die Zwerge", schon jetzt sind die Besucher aufgefordert alles zu geben und zu singen, zu klatschen und La-ola-Wellen zu zelebrieren. Die Menschen aus Osnabrück und Umland geben mit vereinten Kräften Vollgas. Das Flötensolo von Fred Timm, der sein Instrument wahlweise mit dem Mund oder mit der Nase bedient, lässt die Stimmung nur noch mehr steigen.
Artig und gut erzogen bedankt sich die Band bei ihrem Publikum mit den Worten: "Danke, dass ihr auf den Tatort verzichtet, crazy motherfuckers". Dicht gefolgt von der Dauerphrase des Abends "Seid ihr gut drauf?" bzw. im späteren Teil des Abends "Seid ihr müde?".

Wenn "Als der Staat gewann" gespielt wird, kommt den Besuchern eine besonders schwere Aufgabe zu teil. Sie sollen sowohl aggressiv als auch ehrlich und vor allem ohne Vokale den Refrain mitsingen. Das wird mit Bravour geschafft. Multitasking ist dabei auch kein Thema, denn neben dem Gesang beherrschen die Zuschauer (auf den Bierbänken)  den Sitzpogo sehr gut. Übrigens, wer steht, pogt eben im Stehen, da muss man am heutigen Abend flexibel sein. Es gibt noch "Atomfreies Kraftwerk" und "Heidi und Seal" auf die Ohren, ehe mit "Durchschnitt" im wahrsten Sinne des Wortes ein Schnitt gemacht wird. Es ist das letzte Lied des ersten Konzertteils. Es folgt die Pause zuliebe den Rauchern und blasenschwachen Menschen.


Alle warten auf den Tod

Teil zwei des Konzertes beginnt mit "Ich mag mich" und einem Gitarrensolo von flotte Totte. Weiter geht's mit "La femme Pia" das angekündigt wird, als ein Lied für optimistische Friedhofpartys.
Doch eigentlich will Osnabrück nur eines und das ist "Tod in der Nordsee". Stimmgewaltig wie nie wird die Band gegen eine imaginäre Wand gesungen. Das kann selbst "Marzipan" nicht mehr übertrumpfen, obwohl das eingebaute Mitsingspiel der Monsters ganz nett ist: Einmal singen die Frauen, einmal die Männer. Standard. Doch wir sind hier bei den Monsters so geht es weiter: Wer muss morgen arbeiten / wer hat frei? Und wer hat später noch Sex? Komischerweise ist hier das Publikum am leisesten. Also keinen Geschlechtsverkehr für Monsters Fans am Sonntagabend.

Ein allerletzter Zugabenblock folgt unter anderem mit "Interesse ist gut" und "Türe" und so entlässt die Band ihre Besucher nach drei Stunden guter Musik in den Abend. Übrigens, auf "Montag" kann man heute lange warten, das wurde nicht gespielt, obwohl es textlich 1A zum darauffolgenden Tag gepasst hätte. Ach ja und nicht zu vergessen, während des Glockenspiels in "Weltklassemelodie" rutscht der Band der Satz raus "So schlecht waren wir noch nie". Gemeint ist das Spiel mit geschlossenen Augen. Na aber Jungs, so viel Selbstkritik wäre nicht nötig, das hat der Rest des Konzertes wieder rausgeholt!

von Britta Flachmeier