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Konzertbericht

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Coldplay

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E-Werk



Datum: 02.11.2011

1LIVE Radiokonzert mit Coldplay

Coldplay mit Hitlist statt Setlist

Köln (ml)    Coldplay spielten ein 1LIVE Radiokonzert in Köln, welches jedoch nicht nur in Nordrhein-Westfalen sondern sogar europaweit übertragen wurde. Ein Event der besonderen Klasse, denn im E-Werk hatten an diesem Abend 1.500 Ticketgewinner Platz. Normalerweise zieht die Band ein Vielfaches davon. Foto: EMI Music


Wer Coldplay in Köln von einem Stehplatz im Innenraum sehen möchte musste für ein Ticket im regulären Vorverkauf 72,95 Euro zzgl. Gebühren zahlen. Musste, denn diese Tickets waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft und selbst ein Innenraum-Ticket bringt einen im Zweifelsfall nichtmal nah an die Bühne.
Anders sah es für die 1.500 Anwesenden beim gestrigen Radiokonzert der Band im E-Werk aus. Sie mussten nur Glück haben, denn die Tickets gab es nur zu gewinnen.

Besucher, die früh da waren, um sich die begehrtesten Plätze in der ersten Reihe zu sichern mussten sich wohl erstmal wundern. Im E-Werk gibt es Platz für 2.000 Leute. Drinnen waren schätzungsweise 500. Hauptsächlich Gewinner aus Deutschland. Denn der Einlass lief heute recht verteilt ab.

Das Konzert wurde nicht nur in Nordrhein-Westfalen durch 1LIVE übertragen, sondern deutschlandweit durch N-Joy, Radio Fritz, DasDing und Bayern 3. Neben den deutschen Stationen durften auch noch 17 europäische Länder zuhören und gerade aus England und den Niederlanden kamen noch weitere Busse, die die Halle, in der neben dem ewigen Showpraktikanten und Konzertgänger Elton auch Oliver Pocher der Band zuhörten, dann voll machten.


Coldplay zünden Hitfeuerwerk

Nun dauerte es auch nicht mehr lange bis pünktlich nach den 1LIVE Nachrichten die Töne der Titelmelodie aus "Zurück in die Zukunft" erklangen. Gefolgt vom Mylo Xyloto-Intro und "Hurts Like Heaven". An der Stelle, an der viele Bands, so ein Radiokonzert als reinen Promogig begreifen, ein Negativbeispiel sind die Red Hot Chili Peppers, die vor kurzem im E-Werk fast ausschließlich neue Songs spielten, haben Coldplay ein Konzert für Radiofans gespielt. Und diese kennen bekanntlicherweise hauptsächlich die Singles. Dass sich viele echte Coldplay-Fans unter die Radiofans gemischt haben, ließ sich aber nicht bestreiten.

Auf alle Fälle folgte nach "Hurts Like Heaven" eine ausgewogene Hitlist, die man schon nicht mehr Setlist nennen konnte. "Yellow" wurde gespielt, die Bühne, die vorher ein Laserraumschiff war, jetzt in gelbes Licht getaucht.
Das Coldplay-Konzert im Fernsehen
Montag, 07.11.2011, 23:15h - 00:30h
im WDR
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Spätestens mit "In My Place" war dann auch die Angst der Besucher weg, dass Coldplay nur Songs von "Mylo Xyloto" spielen können, welches jedoch auch schon zur Genüge bekannt ist und nicht zu Unrecht die 1 in den Charts erklomm.

Den Anfang des Konzertes nutzte Chris Martin aus, um kurz seine Band vorzustellen und zu erwähnen, dass seine Mitstreiter sich über den Abend nicht zu Wort melden, obwohl sie genau wie er großen Spaß daran haben dieses Radiokonzert zu spielen. Eine Regel für seine Bandmitglieder, die sich der sympathische Frontmann heute auch zur eigenen Regel machte. Immerhin mussten 75 Minuten Maximum-Spielzeit (das Konzert wurde nicht nur im Radio übertragen, sondern hat seine eigene Rockpalast-Sendezeit am kommenden Montag) gut ausgenutzt werden.

Mit den bekannten Songs des aktuellen Albums, wie "Paradise" oder "Charlie Brown" wurde sie das auch. Andere Songs, wie "Major Minus" oder "Up In Flames" haben ihre Feuertaufe auch schon bei Rock am Ring, Rock im Park oder dem Glastonbury hinter sich gebracht. Kein Song scheint dem Publikum unbekannt zu sein und das stachelte auch die Band an, sich selbst zu übertreffen, die von ihren Konzerten eigentlich andere Größenordnungen (170.000 Besucher beim Glastonbury) gewohnt sind. So nah an den Fans befand man sich zuletzt selten und das macht auch die besondere Atmosphäre im E-Werk aus.


Crew und Band machen alles richtig

Eine große Leistung geben aber nicht nur die vier Musiker auf der Bühne, die teilweise sogar einen sehr orchestralen Sound hinlegen, sondern auch die Crew-Mitglieder hinter den Reglern. Eine solche Lichtshow sieht man in solchen kleinen Hallen selten, noch viel viel besser ist aber der Sound, der nichts zu wünschen übrig lässt. Breit und bombastisch, live und trotzdem irgendwie auch Studio.
Einzig und allein die Bühne ist zu klein für Chris Martin, der dort eine Laufleistung hinlegt, wie die Profifußballer des FC Bayern München am gestrigen Champions League-Spieltag.

Nur wenige englischsprachige Bands schaffen das in Deutschland, was Coldplay an diesem Abend schaffen. Sie schaffen es die Stimmung gleichmäßig hoch zu halten. Erstaunlicherweise wurden nicht nur ältere Songs, wie "Clocks" oder "Viva La Vida" gefeiert, sondern auch Songs die neuen Songs ähnlich gut aufgenommen. Absolute Höhepunkte waren aber vor allem die Songs, die durch Chris Martins hervorragendes Klavierspiel unterstrichen wurden. "The Scientist" verhalf dem Konzert schon früh zu einem bombastischen, abwechslungsreichen Event, der die komplette Spielbreite und Genialität von Coldplay aufdeckt. Auch "Viva La Vida" wurde von einem traumhaften Klavierintro eingeleitet um die Stimmung zu ihrem Höhepunkt zu bringen. Auch von Chris Martins Fähigkeiten an den Tasten untermalt, gab es den Song "Rehab", ein Tribut an die verstorbene Amy Winehouse, der den letzten Song vor der Zugabe "Fix You" einleiten sollte.

Ebenso, wie der Hauptteil des Konzertes geendet hat, hat der Zugabenteil begonnen. Am Klavier mit "Speed of Sound". Ein besonderes Geschenk an die Anwesenden, denn diesen Song spielt die Band live sehr selten bevor sie an diesem Abend die 1.500 glücklichen Besucher mit "Every Teardrop is a Waterfall" Kölner Nacht entlässt.