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Konzertbericht

Bands
Cara Dillon

Locations
Stadthalle



Datum: 23.09.2011

Cara Dillon in Marbach

Das einzige Deutschlandkonzert eines Stimmwunders

Marbach (m2w)    Trotz größter Anerkennung in der internationalen Musikpresse und einer wachsenden Fangemeinde auch in Deutschland ist die Stadthalle in Marbach am Neckar leider längst nicht ausverkauft. Dabei handelt es sich um das einzige Konzert der irischen Künstlerin in Deutschland während ihrer noch laufenden Tournee im Jahr 2011.


 

 

Das Konzert war bereits für Freitag, den 24.09.2010 angekündigt, musste damals leider wohl aus familiären Gründen

Fotos zum Konzert
Homepage von Cara Dillon

(Cara ist mittlerweile Mutter dreier Kinder) - abgesagt werden.

Pünktlich um 20:00 beginnt ihr Auftritt auf den Brettern, die die Welt bedeuten. So geschrieben in großen Lettern auf der Frontseite der Bühne. Und zweifellos wird es auch ein großartiges Konzert der Band um Cara Dillon.

Das Quartett vermag von Beginn an zu überzeugen. Der Drang nach Harmonie und Wohlklang, obwohl die Band in der aktuellen Besetzung noch nicht allzu lange zusammenspielt, ist durchgehend spürbar.

Kunst kommt von Können hier sieht und hört man diesen Aphorismus konsequent und überzeugend umgesetzt. Das insgesamt eher gereift zu nennende Publikum des Konzertes quittiert die verschiedenen Songbeiträge entsprechend anerkennend und respektvoll. Die Band spielt wie aus einem Guss, obwohl oder weil die Musiker auch bei anderen musikalischen Projekten und Bands aktiv sind.

Cara räumt den Bandmitgliedern, allesamt kommen sie aus der Folkszene, dazu auch immer wieder den nötigen Gestaltungsspielraum ein, um auf unaufdringliche Art deren musikalisches Potential erblühen zu lassen. Man muss nicht zwingend ein Fan der grünen Insel und der dortigen traditionellen Musik in besonderer Art verbunden sein, um sich an diesem Freitagabend auf eine zauberhafte musikalische (Kurz-)Reise einzulassen, die beim Zuhörer eben nicht nur klischeebehaftete Irlandbilder zu evozieren weiß. Der musikalische Horizont der Band weist nämlich über den Mikrokosmos irischer Folkloremusik erkennbar hinaus.

Zusammengehalten wird das Konzert schlussendlich von der wunderbaren und an Klarheit kaum zu überbietenden Stimme Caras. Und sie ist sich deren Wirksamkeit durchaus bewusst. Kunstvoll werden den einzelnen Songs kurze persönliche Geschichten voran gestellt und diese einzigartig und scheinbar untrennbar mit der Songlist verknüpft. Als sehr spontan darf man das Konzert sicherlich nicht bezeichnen, es ist aber auf unaufdringliche Weise - perfekt durchgeplant.

Die feine Raumakustik der sanierten Stadthalle in Marbach zeigt sich den klanglichen Herausforderungen dieser Band dabei an diesem schönen Spätsommerabend mehr als gewachsen.

Besondere musikalische Highlights sind für mich persönlich das als Solo vorgetragene Fil, Fil A Run O und Garden Valley, bei der sie lediglich von ihrem Ehemann, Sam Lakeman, am Flügel begleitet wird.
Mein einziger Kritikpunkt setzt bei der exakt hälftigen Teilung des insgesamt 90-minütigen Gesamtauftrittes an, der dem ohnehin leider etwas kurzen Konzert nicht gerecht wird, aber wahrscheinlich der obligatorischen Verköstigung des Publikums durch das örtliche Catering-Unternehmen geschuldet ist.

Zudem gibt es am Ende des Konzertes leichte Irritationen, nachdem die Saalbeleuchtung erst sehr spät eingeschaltet wird.
Der Wunsch des äußerst disziplinierten Publikums, welches sich nach der einzigen Zugabe der Band eine weitere erhofft hat, läuft schlussendlich leider doch ins Leere. Eigentlich schade, dass der Programmpunkt einer zweiten Zugabe heute nicht auf der Auswahlliste des ansonsten sehr gelungenen Konzertabends stand!

Dem Tübinger Veranstalter (http://www.musiccontact.com) sei jedenfalls gedankt für seinen unternehmerischen Mut und seine Ausdauer, eine derartige Ausnahmekünstlerin endlich wieder nach Deutschland zu holen. Bitte weiter so!

 

von Gerald Langer