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Allgemein
Konzertbericht

Bands
Bernd Begemann
Casper
Der unglaubliche Heinz
Donots
Gregor Meyle

Locations
Kurpark



Datum: 05.08.2011

Die Parklichter 2011

Harte Musik im Kurpark Bad Oeynhausen

Bad Oeynhausen (m2w)    von André Siekmeier - Schon in dem Moment indem man in der Bad Oeynhausener Innenstadt angekommen ist zeigt sich, dass heute ein besonderer Tag ist. Die Straßen sind gefüllt mit Menschen, die Cafés erfreuen sich an Kundschaft und die Sonne lacht vom Himmel herunter. Auch vor dem Kurpark drängt sich eine Menschentraube. Dieses Jahr erfreuen sich die Parklichter großem Zudrang. Zu verdanken ist dies den 13 Acts auf 3 Bühnen. Darunter die derzeitigen Chartstürmer Jupiter Jones und Casper, sowie die Ibbenbürener Punkrocklegende Donots.

Fotos haben wir von: Jupiter Jones, Bernd Begemann, Casper, Der unglaubliche Heinz und den Donots.

Homepage der Parklichter


Zum ersten Mal haben sich die Organisatoren der Parklichter zugetraut, mehr als eine Bühne aufzustellen. Neben der Hauptbühne am Badehaus II, die mit Recht als richtige Festivalbühne bezeichnet werden kann, wurden gleich zwei weitere Bühnen aufgebaut. Zum einen eine kleinere Bühne direkt vor der Wandelhalle, die mit einer grandiosen Akustik überzeugen kann. Zum anderen eine noch minimalistischere im Theater im Park, die auf intime Atmosphäre und den Charme der Theaterbühne setzt.

In dieser Kulisse spielt Bernd Begemann ein Erlebnis-Mitmach-Konzert, wie man es von solch einem erfahrenen Entertainer erwartet hat. Die Bühne nur mit dem roten Vorhang dekoriert, Bernd wie gewohnt im Anzug, erklingen seine Lieder minimalistisch schön durch die recht schnell gut gefüllten Ränge des schönsten Theaters des mittleren deutschen Westens. Bernd zeigt sich in Spielfreude, zeigt dem Publikum in einer unglaublich ausgiebigen Version das Kelly Family Feeling und neben Hits wie Nichts erreicht außer dir auch Lebensweisheiten und klare Ansagen für jede Alltagssituation. Neben der guten Musik, ist Bernd Begemann vor allem ein guter Alleinunterhalter. Das hat auch das Publikum verstanden und spendet Applaus.

Bevor es zu der großen Bühne mit Casper und den Donots geht, gibt es einen Zwischenstopp vor der Wandelhalle. Etwas verloren wirkt die Bühne vor dem großem Gebäude, doch die Geräuschkulisse ist tadellos. Zwischen Spengemanns Bratwurst und Herforder Pils sitzt Gregor Meyle und präsentiert mit zwei Begleitmusikern sein aktuelles Programm. Dass diese Bühne in den Umbaupausen der Hauptbühne bespielt wird, macht sie keinesfalls zur Hintergrundmusik. Die Songs, begleitet durch Geige, Cachon und Keyboard, finden ihren Weg ins Ohr und hinterlassen ein wohliges Gefühl im Zwerchfell. Gregor Meyle bestätigt das Potential, dass er schon bei Stefan Raab angedeutet hat und spielt ein schönes Set, von dem man gerne mehr gesehen hätte.

Allerdings fängt mit Casper der erste Hauptact auf der Bühne am Badehaus II an. Die Menge wartet schon begeistert auf den Beginn des Konzerts und die Wiese des Kurparkes ist mit Menschen gefüllt. Die Resonanz, die Casper selbst hier erfährt, ist beeindruckend. ,,Der Druck steigt lautet der Anfangs-Track des aktuelles Albums XoXo und eröffnet auch dieses Konzert. Wie gewohnt gibt Benjamin Vollgas, springt, schreit und bietet somit ein für Hip-Hop eher untypisches Bild. Die Setlist ist eine gesunde Mischung aus altem Material und den Songs aus seinem aktuellen Album und eröffnet Chancen zu pogen und zu tanzen, aber auch einfach darzustehen und zuzuhören. Casper hat die Menge in der Hand, alle Arme sind in der Luft, jedes Bein ist in Bewegung. Mit diesem Act haben die Parklichter einen Treffer gelandet.

Heute nach Casper auf die Bühne zu gehen ist nicht einfach, aber die Donots meistern diese Aufgabe schon mit dem ersten Song. Die abgeklärte Bühnenpräsenz, ein gut gelaunter Ingo und ein Best-Of Set aus den vergangenen Alben, bringen das Parklichter-Publikum in Bewegung. Songs wie Calling, Big Mouth und Whatever Happened to the 80s motivieren die Menge zum toben. Bei ausgelassener Stimmung gibt es den wohl ersten Circle-Pit, den der Kurpark je gesehen hat. Der Band sieht man die Spieltfreude an und die Ankündigung, bald ein neues Studioalbum aufzunehmen, freut die Donots und das Publikum wohl zu gleichen Teilen. Mit dem Twisted Sister Coversong We're not gonna take it, findet das Parklichter Open-Air 2011 einen energiegeladenen und mit viel Applaus bedachtem Abschluss.
Mit einer guten Mischung aus Rock und Pop, abwechslungsreichen Künstlern und gutem Bühnensound, sorgten die Veranstalter für ein gelungenes Festival. Wir freuen uns schon auf 2012!