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Allgemein
Konzertbericht
Zelt-Musik-Festival

Bands
Frida Gold

Locations
Am Mundenhof-Tiergehege



Datum: 06.07.2011

Shake it like Alina

Frida Gold zeigen Freiburg wie man tanzt

Freiburg (me)    Knallrote High Heels, transparentes schwarzes Top, dramatischer Lidstrich: Frida Gold Sängerin Alina Süggeler sieht aus, als wäre sie direkt vom Catwalk auf die Bühne gestürmt. Jede ihrer Bewegungen wirkt wie vorm Spiegel einstudiert bis das Eis endlich bricht

Bilder zum Konzert
Homepage von Frida Gold


Als vor knapp zehn Jahren eine Welle von Deutschpop-Bands die Bühnen eroberte, fiel bei Konzerten vor allem eines auf: Die Bands inszenierten sich herrlich normal. Nicht viel Schnick-Schnack, die Musik war das, was zählt. Doch Frida Gold setzen dagegen auf den ganz großen Auftritt. Und das Spiegelzelt auf dem Freiburger Zeltmusikfestival mit Discokugel und rotem Samtdach bot dafür die perfekte Kulisse.


Ihre Gesten wirken zunächst wie einstudiert

Auf der Bühne hat die Band Mikroständer und Verstärker mit goldenen Rosen und goldenen Palmblättern geschmückt, auf der Bassdrum ist das Albumcover mit dem dramatisch geschminktem Auge von Alina zu sehen. Als die Sängerin gegen 21 Uhr mit ihren vier Jungs die Bühne betritt, rauben nicht nur die ersten Klänge von Aufwachen dem Publikum den Atem. Die 26-Jährige trägt eine enge schwarze Jogginghose, ein hautenges schwarzes Top mit einem transparentem Einsatz bis zum Bauchnabel (ohne BH versteht sich) und darüber ein rotes offenes Jäckchen. Die Haare sind streng zu einem Dutt gebunden, das Augen Make-Up ist mit einem dramatischen Lidstrich versehen. Auf ihren roten Keilabsatzschuhen tanzt sie grazil über die Bühne, singt mit ihrer klaren Stimme den eingängigen Text der Ballade. Dabei transportiert sie nicht nur mit ihrem Gesang, sondern auch durch ihre Gesten die Gefühle des Songs - streckt die Arme in die Luft, zeigt Richtung Publikum und führt ihre Hand mit geballter Faust vor die Brust. Doch jede Bewegung wirkt zunächst wie einstudiert und wohlüberlegt in Szene gesetzt.


Zeig mir wie du tanzt bringt das Publikum zum kochen

Nach dem Opener folgen Unsere Liebe ist aus Gold und Zeig mir wie du tanzt. Mit diesem Song hat alles angefangen. Ich denke ihr kennt ihn, ruft Alina in die Menge und bringt mit der melodischen Elektropop-Nummer das Publikum zum kochen. Es ist noch nicht lange her, da hätte ich nie gedacht, dass wir so ein großes Zelt mal voll bekommen. Schön, dass ihr alle da seid, begrüßt sie danach die 550 Zuschauer. Ausziehen, schallt es prompt zurück. Gesagt, getan. Die rote Jacke verschwindet und gibt nun endlich den Blick auf ihr sexy Oberteil komplett frei. Irgendwann, zwischen Verständlich sein, Undercover und Denn Liebe ist, weichen dann auch die High Heels. Immer mehr tritt Alina mit dem Publikum in Kontakt, geht auf Publikumszurufe ein (Heute ist Tag des Kusses!) und knutscht sich spontan einmal durch die Band. Iiiieh, jetzt habe ich den Schweiß von vier Männern auf den Lippen, witzelt sie. Danach lässt sich Alina noch auf Vorschlag der Zuschauer darauf ein, den wunderschönen Song Breathe on auf einer menschlichen Schaukel, auf den Händen von zwei Männern getragen, zu performen.


Wir probieren im Studio so lange rum bis sich mein Popo bewegt

Bei den letzten drei Liedern stellt sie dann zunehmend ihre Lieblingstanzpose zur Schau: Rücken zum Publikum und dann Hüften und Hintern ordentlich kreisen und schwingen lassen. Im Studio probieren wir immer so lange rum, bis sich mein Popo bewegt. Erst wenn das der Fall ist, wissen wir, der Song wird gut, erzählt Alina und macht es gleich beim nächsten Song Komm zu mir nach Haus vor. Danach gibts noch Waffen und Pferde und den Ohrwurm Wovon sollen wir träumen zu hören, den wohl bekanntesten Song der Band bei dem das Publikum lautstark mitsingt und feiert.


Zum Schluss ist Alina endlich völlig aufgetaut

Leider kommen wir jetzt schon zum Ende des Konzerts. Wir haben ja erst ein Album draußen, entschuldigt sich Alina beim Publikum. Aber ihr wisst ja wie das läuft. Wir gehen von der Bühne, ihr ruft was und dann kommen wir wieder raus. So kommt die Band dann noch einmal für vier Zugaben zurück. Es gibt Amour de soi, den Bonustrack vom Debüt JUWEL, und auf Wunsch vom Publikum den Song Morgen zu hören, unplugged und danach noch einmal plugged. Zum Abschied stimmt die Band ein zweites Mal Wovon sollen wir träumen an. Und endlich scheint Alina völlig aufgetaut: Sie hüpft barfuss auf der Bühne herum, tanzt sich ausgelassen durchs Publikum und lädt alle ein, nach der Show am Merchstand mit ihr zu quatschen. So wirkt sie auf einmal nicht mehr wie das unnahbare Glamourgirl, sondern wie das Mädchen von nebenan, das einfach nur mit ihren Jungs Musik machen und mit ihren Fans feiern will. Schön.