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Monsters of Liedermaching

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Datum: 06.05.2011

Monsters of Liedermaching in Bielefeld

Lauter und asozial

Bielefeld (ml)    Monsters of Liedermaching sind immer für eine Überraschung gut. Auf ihrem Konzert in Bielefeld gab es von Überraschungen aber ganz viele. Zu Recht durfte sich das Bielefelder Publikum reichlich Lob von der Band einstecken.

Fotos zum Konzert
Homepage von Monsters of Liedermaching


Das Konzert beginnt überpünktlich. Schon um 20:40 sitzt die Band auf der Bühne. Sitzen ist auch ein gutes Stichwort für das Publikum. Heute Abend ist das Bielefelder Forum teilbestuhlt. Für die vorderen Reihen gibt es Sitzgelegenheiten, drum herum steht das Publikum. Angesichts eines Parkplatzumbaus vor dem Gebäude ist die Teilbestuhlung und damit eine geringere Kapazität im Forum ganz gut gewählt.


Ein Konzert wie im Theater

Dass das Publikum ein nicht bestuhltes Forum nicht komplett ausfüllt, merkt man diesem aber nicht an. Tod in der Nordsee ist der Opener des heutigen Abends. Das Bielefelder Publikum? Textsicher. Und zwar alle! Das hat absoluten Seltenheitswert, jedoch nicht am heutigen Abend. Denn gleich bei Ich brauch ein Döner beweist das Publikum abermals, dass es heute vollständig geistig anwesend ist.
Kein Wunder, denn etliche Anwesende haben die Band schonmal gesehen, entweder bei einem der vergangenen Bielefelder Clubauftritte oder zum Beispiel auch als Frühaufsteher beim Serengeti Festival.

Aber auch die Band ist in bester Spiellaune. Da gibt es dann auch Einlagen mit verbundenen Augen auf einem von den Bandkollegen bewegtem Xylophon, der Kopf wird mit einem Helm und Kunststoffstangen auch zum Musikinstrument umfunktioniert. Klar, dass das vom Publikum gewürdigt wird. Gerade die Hardcorefans zücken dann zu Zeilen, wie Hundert Kerzen brennen los, ihre Wunderkerzen.

Insgesamt spielten sich die Monsters of Liedermaching durch Songs, wie Ein Pferd, Atomfreies Kraftwerk und Mofo-Mücken um nach einer Stunde Konzert in ihre erste Pause zu gehen. Eine richtige Raucherpause, vor der noch ein Werbeblock für den Merchandising-Stand gespielt wurde.

Diese dauerte dann auch wirklich eine geschlagene halbe Stunde. Wieder eingefunden im Konzertsaal des Forum Bielefeld ging es dann weiter mit Schönheitschirurgie. Und weil Bielefeld heute mitmacht, aber nur teilbestuhlt ist müssen die Stehenden bei einer Sitz-Laola mitmachen. In den Strophen heißt es Hinhocken, im Refrain dann Aufspringen und tanzen. Natürlich gilt das auch für den Fotografen in der ersten Reihe. Ein Fotograf, der sich mit einem dicken Blitz heute sowohl beim Publikum als auch bei der Band keine Freunde machte und deswegen immer wieder Seitenhiebe der Band eingesteckt hat.


Hier nehmen wir unser nächstes Album auf.

Es dauerte nicht lange bis der kontrovers diskutierte Balladenteil des Konzertes mit den Songs Morgen noch einmal, Musikküssen und Weder Komponist noch Dichter gespielt wurde. Dem Publikum in Bielefeld hat es gefallen und beantwortete den Balladenteil deshalb mit Standing Ovations.

Die Stärke der Band liegt dennoch in ihren schnellen Liedern. Türen wurde wieder nahezu frenetisch gefeiert, ebenso wie Blasenschwäche. Klatschparts für das Bielefelder Publikum wurden von diesem komplett aufgesogen. Es blieb kein Arm unten.
Das wurde natürlich spontan von der Band mit Tanzeinlagen zu Sexkranker Expunker honoriert. Den Hauptteil des Konzertes beendeten die Monsters of Liedermaching nach fast 3 Stunden abzüglich einer halbstündigen Pause.

Die Zugabe der Monsters, wie sie von ihren Fans genannt werden, kommt von Band. Zumindest die Musik. Die Band selber rappt dazu.
Wenig später zeigen sich die Monsters of Liedermaching auch noch fannah. So ist es Torsten Kühn, der mit einem Mini-Piano bewaffnet ins Publikum geht und dort zu SUSUSU ein Solo spielt.

Da eine Zugabe an so einem Abend natürlich nicht reicht kommen die Liedermacher noch einmal wieder. Sabine hat auf Horst gebaut, doch der ist bei Ulrike wird gespielt, der Opener zu ihrem aktuellem Album, ein Live-Album. Die Monsters of Liedermaching veröffentlichen nur Live-Alben und weil das so ist und weil das Bielefelder Publikum heute alles zeigt verspricht man schon, dass das nächste Album in Bielefeld aufgenommen wird.
Den Abend lassen sich mit ihrem Song Eschnapur ausklingen. Unverstärkt, ohne Anlage, so ist auch das Bielefelder Publikum wieder gefordert in lautlosem Mitklatschen und lautlosem Jubeln.

Dass ein Abend mit den Monsters of Liedermaching immer für Überraschungen gut ist liegt auf der Hand. Dass es aber ein Abend einer Kategorie wird in der niemand nicht Spaß haben kann und wirklich alle mitmachen ist für viele eine wirkliche Überraschung gewesen. Da bleibt nur die Frage übrig, was wäre wenn man das Publikum aus dem Forum linear auf das Publikum einer ausverkauften Seidensticker Halle abbilden würde? Die Stimmung dürfte definitiv besser sein als bei Bands, wie den Beatsteaks, Die Toten Hosen oder Die Ärzte.