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Konzertbericht

Bands
Broilers
Danko Jones
Pennywise

Locations
Landschaftspark



Datum: 17.04.2011

Die Telekom Extreme Playgrounds in Duisburg

Biken und rocken im Landschaftspark Duisburg

Duisburg (m2w)    von Markus Ebbert - Die erste Telekom Extreme Playgrounds ging am vergangenen Sonntag über die Bühne. Im Landschaftspark Duisburg sollten nicht nur BMX- und Mountainbiker mit artistischen Sprüngen und Tricks das Publikum begeistern, sondern auch das musikalische Rahmenprogramm bestehend aus den Punkgrößen Broilers, Pennywise und Danko Jones.

Bilder zum Konzert
Homepage der Broilers
Homepage von Pennywise
Homepage von Danko Jones


Alles in allem war dieser Sonntag ein Sonntag, wie er im Buche steht: Warmes, sonniges Wetter, welches dazu einlud das erste Mal nach dem knackigen Winter die kurzen Hosen aus dem Schrank zu holen, allerbeste Sonntagslaune und dazu Unterhaltung auf Weltklasseniveau!

Doch brav der Reihe nach:
Beginnen sollte der Tag bereits um 12.00 Uhr mittags, mit offenen Trainingsrunden der Slopestyle- und BMX-Rider, als um 14.00 Uhr die ersten Vorrunden beider Disziplinen den Wettkampf um den Tagessieg eröffnen sollten. Nachdem die ersten Wettkämpfe abgeschlossen waren, ging das Programm nahezu nahtlos und ohne Verzögerung auf der Showbühne, welche direkt hinter dem Ende des Slopestyle Parcours begann, weiter.

Als erster von drei Showacts an diesem Abend hatten nun Danko Jones die anspruchsvolle Aufgabe das wetterbedingt extrem entspannte Publikum aufzuwecken und auf den weiteren Verlauf des Tages einzustimmen.
Und das taten die 3 Kanadier mit allen Mitteln und Möglichkeiten. Von dem ersten Song an, gab das Powertrio alles, was man von einer Rockband erwartet. Hier wurde gepost was das Zeug hält, Bassist John Calabrese schwang sich wie von der Tarantel gestochen über die Bühne und ließ fleißig seine Matte kreisen.
Danko Jones selbst arbeitete ein weiteres Mal daran, dass der Begriff Arroganz in den Lexika dieser Welt mit seinem Portrait illustriert wird. Arrogant, aber trotzdem umwerfend charmant keift er seine Texte zu Evergreens wie First Date ins Mikro, um im Anschluss dessen mit einem Kommando an den anwesenden Kameramann sein Selbstbewusstsein weiter zu unterstreichen: Put the fucking camera in my fuckin` Face!! Wie ich bereits erwähnte, charmant.
Leider will trotz aller Bemühungen der Funke zum Publikum nicht wirklich überspringen, sodass das absolut exakte Timing zwischen Drummer Dan Cornelius und Bassist John Calabrese weitestgehend unbemerkt bleibt.
Erst ab der zweiten Hälfte des Sets kommt etwas mehr Bewegung im Publikum auf, was sich zu einem beachtenswerten Pit entwickelt, welcher sich nach wenigen Minuten aber wieder auflöst.
Unterm Strich lässt sich feststellen: Danko Jones haben alles richtig gemacht. Das Rezept ein Killerriff, ein stampfender Beat, eine pumpende Basslinie und eine röhrende Stimme, gemischt mit einem Aufreißer-Solo funktioniert fehlerfrei. Hätten Danko Jones zu späterer Stunde die Bühne betreten, hätte diese Mixtur in Duisburg ein Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala ausgelöst.

Nach einer weiteren 2-stündigen Unterbrechung durch die Meister der Lüfte so kann man die wahnsinnigen auf ihren Mountain- und BMX Bikes getrost bezeichnen in der die zweite Runde der Wettkämpfe bestritten wurde, waren Pennywise an der Reihe, dem müden Duisburger Publikum in den Arsch zu treten.
Und das taten sie. Mit Anlauf. Und Stahlkappenstiefeln.
Trotz einiger technischer Probleme zu Beginn des Sets zockten sich die 4 Jungs aus Hermosa Beach, Kalifornien derart straight durch ihr Programm, das einem schwindelig werden konnte.
Pausen zwischen Krachern wie Same old Story, Living for today, Society oder dem musikalischem Mittelfinger Fuck Authority gab es nur, damit Sänger Zoli Tèglàs und Gitarrist Fletcher Dragge Stellung zu politischen Themen beziehen können und um Konzerne wie BP (Ölkrise), Tepco (Fukushima) und HRE (Finanzkrise) an den Pranger zu stellen.
In der Zwischenzeit scheint auch das Duisburger Publikum bemerkt zu haben, was gerade mit ihm geschieht, und zieht mittlerweile alle Register was Pogo, Circlepit und Co. angeht.
Anzumerken sei an dieser Stelle die Fairness des Publikums zueinander. Getrieben von den schnellen Pennywise Songs, kommen hier einige Fans zu Fall. Sofort wird der Circle Pit unterbrochen, mehrere Leute stellen sich schützend um die am Boden liegenden, und wieder andere stellen die gestürzten auf die Beine. Daumen Hoch! So muss das sein!

Die Sonne neigt sich mittlerweile dem Untergang, die Stimmung der Besucher ist mittlerweile aufgeweckt, aber immer noch sehr entspannt. Hier kann und will einfach kein Stress aufkommen.
Hinzu kommt, dass die Musiker selbst, wie z.B. die Broilers sich unters Publikum mischen, dem Verlauf der Slopestyle Finals folgen, sich absolut Fan-Nah zeigen, geduldig Autogramme schreiben, Bilder machen lassen, quatschen und mit den Fans Bier trinken.
Die Kulisse des Landschaftspark lädt dazu ein, die Pausen zwischen den Läufen und den Konzerten zu nutzen das weitläufige Gelände näher zu erkunden, sich in die Sonne zu legen, die alten Meilertürme zu besteigen oder einfach nur durch die Gegend zu schlendern.

Mittlerweile schlägt die Uhr 20.45 Uhr, die letzten abgekämpften Fans rotten sich in der imposanten Kraftzentrale vor der Showbühne zusammen, um den Hauptact des Abends willkommen zu heißen: die Broilers.
Mit einer Verspätung von ca. 10 min. (einige Bandmitglieder erhielten kein Einlass zur Bühne, da sie Ihre Artist-Pässe nicht bei sich trugen und der pflichtbewusste Security-Mitarbeiter die Broilers offensichtlich nicht zu kennen schien), bestiegen die Düsseldorfer zu den bekannten Klängen des Vanitas-Intro`s und dem anschließenden Kracher Zurück zum Beton die Bühne.
Dieser Doppelschlag hat nun auch den letzten Besucher aufgeweckt und gezeigt wo es lang gehen sollte.
Unmittelbar gefolgt von Harter Weg (Go!) gaben die Broilers die erste Single ihres am 03.06. erscheinenden Albums Santa Muerte, und den ersten von drei neuen Songs zum Besten.
Adrett gekleidet wie eh und je, überlassen die Broilers auch musikalisch heute Abend nichts dem Zufall. Klassiker wie Geboren zu Gewinnen, Paul der Hooligan, Alles was ich tat, Ich bin bei dir, Ruby Light & Dark sowie der Hammerschlag für alle rechtsorientierten An all den Schmutz verfehlen ihre Wirkung in keinster Art und Weise und verwandeln die Kraftzentrale in einen Hexenkessel.
Zwischen altbekannten Songs gab es wie bereits eingangs erwähnt neben der Single Harter Weg (Go!) auch 2 weitere Songs vom neuen Album zu hören. Zum einen Tanz mit mir und eine Nummer, welche gemessen am BROILERS-Standard als ruhig zu bezeichnen ist aber definitiv Appetit aufs neue Album macht. Nach musikalischen Huldigungen an Blitz (New Age) und 4Skins (Plastic Gangster) ging es mit der Kampfansage: Jetzt reißen wir die verfickte Drecksbude ab! in Richtung Endspurt.
Mit Meine Sache, Cigarettes & Whiskey, Heute schon gelebt? und dem Ur-Klassiker Blume entlassen die Broilers nach ca. 1,5 Std. bester Unterhaltung das Publikum in eine kalte Aprilnacht.