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Konzertbericht

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I Blame Coco

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Backstage



Datum: 28.03.2011

I Blame Coco in München

Das hat nichts mit Sting zu tun

München (m2w)    von Johannes Kliemt - Das Backstage in München ist ausverkauft. I BLAME COCO ist heute Abend angesagt. Wer verbirgt sich eigentlich hinter dem Namen?

Bilder zum Konzert
Homepage von I Blame Coco


Die Frontfrau der Band, Coco Sumner, mag lieber Eliot als Coco genannt werden. Ihr vollständiger Name ist Eliot Paulina Sumner und sie wurde in Pisa geboren. Der ein oder andere weiß es. Für all die anderen: ja es ist die Tochter von Sting. Über das Thema spricht sie nur ungern. Nicht, dass sie ihre Familie nicht mag. Ganz im Gegenteil. Sie mag nur nicht, die ständigen Vergleiche mit ihrem Vater, der nun zufälligerweise berühmt ist. Sie mag auf eigenen Füßen stehen und durch eigene Leistungen auffallen.
Mit 4 Jahren hatte sie zum ersten Mal eine Gitarre in der Hand. Den ersten Song schrieb sie mit 13 Jahren. Zum Leidwesen ihrer Eltern imitierte sie gerne die Sex Pistols. Mittlerweile spielt sie neben Gitarre auch Schlagzeug, Bass, Keyboards und noch einiges mehr. Filmmusik ist ihr eigentliches musikalisches Ziel, wie sie in einem Interview erzählte. Da wirst du geachtet für die Musik, die du machst und nicht dafür, wer du bist so Eliot. Eine achtenswerte Einstellung für eine junge 20-jährige Frau, die gerade mal die ersten eigenen Schritte im großen Popzirkus macht.

Kurz nach halb zehn dröhnen die ersten Töne aus den Boxen und die Band betritt die Bühne. Ein großes Banner mit dem Schriftzug I BLAME COCO ziert den Hintergrund. Der erste Song Party Bag lässt die Menge näher an die Bühne rücken. Eliot versteht es sehr gut, die Leute für sich und ihre Band zu begeistern. Im eleganten Hosenanzug gelingt ihr das auch optisch sehr gut.
Gleich nach dem ersten Song, bei dem einigen aufgefallen ist, dass ihre Stimme heute noch rauer ist als sonst, entschuldigt sie sich dafür und erzählt, dass sie eigentlich krank ist. Es ist auch tatsächlich an der Sprechstimme nicht zu überhören. Nach einem kräftigem Schluck Tee geht es schnell weiter. Schon hier erkennt man die Professionalität, mit der Eliot die Situation meistert. Respekt! Deutlich merkt man, dass sie auf der Bühne förmlich auftaut. Normalerweise gibt sie sich eher zurückhaltend, fast scheu in der Öffentlichkeit. Auf der Bühne ist sie präsent. Das ist ihr Ding, ihre Bühne auf der sie sich wohl fühlt und das sie auch ins Publikum tragen kann.

Die Fans jedenfalls sind begeistert. Das ganze potenziert sich bei den Fans in den ersten Reihen, als Eliot sich zu ihnen herunter beugt und einigen die Hand schüttelt. Die Fans, vornehmlich weiblich, sind sichtlich happy.
Weiter geht es mit ihren Songs Summer Rain, der live sehr gut rüber kommt bis hin zu Selfmachine. Die Fans feiern ab, singen mit und sind begeistert. Es ist erstaunlich zu sehen, wie viele in der Menge, die Songs textsicher mitsingen können.
Als letzten Song gibt es Quicker zu hören. Hier drehen Eliot und das Publikum noch einmal voll auf.
Danach ist das Konzert leider schon zu Ende. Eigentlich sollten noch zwei Titel als Zugabe folgen. Aber auf Grund der gesundheitlichen Verfassung muss der Abend beendet werden.
Die Fans sind ein wenig verstimmt, da es keinerlei Info gegeben hat, warum der Abbruch so abrupt erfolgte. Erst am nächsten Tag, kann man aus dem Internet erfahren, dass das Konzert in der Schweiz komplett abgesagt werden muß.
Insgesamt aber ein toller, runder Abend mit I BLAME COCO. Uns bleibt nur noch Eliot, get well soon zu wünschen.