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Backstage



Datum: 19.02.2011

Grossstadtgeflüster in München

Alles muss man selber machen

München (m2w)    von Johannes Kliemt - Grossstadtgeflüster spielten eines ihrer Konzerte im Backstage München. Hier füllten sie den Clubraum vom Backstage, welches auch noch eine Halle hat.

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Homepage von Grossstadtgeflüster


Ein Samstagabend wie viele andere in diesem Jahr, in dieser Stadt, im Backstage in München. Dichtes Gedränge im Eingangsbereich von dem aus ja zwei Locations bedient werden. Einmal die Halle und einmal der Club des Backstage.
Wir entscheiden uns für den Club. 1. Weniger Menschen am Eingang, 2. und am wichtigsten hier spielen heute Grossstadtgeflüster aus Berlin und als Support Nachlader. Die Location ist mäßig gefüllt und man steht zum Teil etwas verlassen in dem doch recht großen Raum. Aber das wird sich sicher im Laufe des Abends ändern.

Als erster kommt Nachlader (Daniel Baumann), ein Freund von Grosstadtgeflüster und zum Teil auch mitverantwortlich für die Texte der Band aus Berlin, auf die Bühne. Er tritt dieses Mal Solo ohne Band an. Bekannt ist er in der Szene u.a. als Remixer und musikalisch bewegt er sich im Electro Pop Bereich. Nur wenige wissen, dass er erheblichen Anteil am Konzept von Grossstadtgeflüster hat. Die Texte sind deutlich in der Sprache und insgesamt wird der Auftritt vom Publikum mit Beifall honoriert. Man hat es nicht leicht als Support für Grossstadtgeflüster.

Nach kurzem Warten dann endlich. Das Licht geht aus und erste Bässe tönen aus den Boxen. Grossstadtgeflüster nehmen die Bühne ein. Nein, sie kommen auf die Bühne gekrochen um kurz darauf ein Electro Pop Gewitter auf das inzwischen zahlreich vertretene Publikum niederprasseln zu lassen.
Nicht nur musikalisch sind sie eher unangepasst, nein auch optisch sind sie ein absoluter Hingucker: Schwarze Kostüme mit bunten Regenbogenapplikationen und blaue Dreiecke im Gesicht. Das lässt nicht nur aufhorchen sondern auch aufsehen. Mit Laut Reden nichts sagen wird dem Publikum eingeheizt. Eine kleine Reminiszenz an all jene Zeitgenossen, die gerne die Menschheit mit viel und eben lautem Geschwätz über Besitztümer/Titel und andere unwichtige Dinge aus Ihrem eigentlich traurigen Leben, belästigen. Schon beim ersten Song geht die Post ordentlich ab und der Synthesizer und die Band geben alles.
Grossstadtgeflüster - das sind seit 2008 Sängerin Jen Bender, Keyboarder Raphael Schalz und Schlagzeuger Chriz Falk. Über die Schublade Electro Pop, in die GSGF gerne gesteckt werden, kann man sich auch streiten. Denn mit Pop a la DSDS, Dieter B. hat das nun reinweg gar nix zu tun. Obwohl ja in einem ihrer Titel durchaus auch über Herrn B. philosophiert wird. In Weine nicht mein Kind heißt es: x-millionen Jahre Evolution, führten uns zu Gottschalk und Dieter Bohlen. Autsch! Das hat gesessen.
Sie selbst ordnen ihre Musik etwa so ein: Elektropoppunkpartydingsbums-Musik. Manch einer definiert die Musik als Punk ohne Gitarre. Einmal nach dem 'Warum' Punk ohne Gitarre gefragt, gab es die einfache Antwort: "...weil keiner von uns Gitarre spielen kann". So einfach ist das manchmal.

Dem Publikum wird im Laufe des Abends ordentlich eingeheizt. Ich muss gar nix, der Titel der in jedem Club des Landes rauf- und runtergespielt wurde und mit dem sie eigentlich so richtig bekannt wurden, wird von Jen mit als nächstes kommt eine Ballade angekündigt. Jeder der den Titel kennt weiß, dass das alles andere als eine Ballade ist. Im Radio und Fernsehen sind Songs von Grossstadtgeflüster eher weniger zu hören. Manch einer glaubt ja, dass den Sendern das piep ausgegangen ist. Die Texte sind witzig-intelligent, machen nachdenklich und sind in der Sprache verfasst, die das Leben bietet. Und sind wir doch mal ehrlich. Wer verwendet im normalen Leben nur Worte, die ohne Piepser über den Sender gehen könnten.
Je später der Abend und nach Titeln wie Kartoffelsuppe oder Bassboxxx desto mehr gehen die Fans ab. Die meisten singen, springen, tanzen und brüllen zusammen mit der Band die Texte.
Draußen herrschen gefühlte minus 10 Grad. Hier drinnen sind es mindestens plus 35 und mehr. Das Publikum ist nicht zu halten. Erst nach zwei Zugaben lassen die Fans Grossstadtgeflüster von der Bühne. Alle sind happy und ordentlich durchgeschwitzt. Jen vergibt für München eine 1+. Die Fans mindestens 1000 Punkte.

Wir freuen uns auf das nächste Konzert. Denn wie heißt es in einem der Songs: Weil es Morgen noch so ist. Weil es immer schon so war!