Home

Taglist:

Allgemein
Konzertbericht

Bands
Nouvelle Vague

Locations
Zakk



Datum: 26.01.2011

Nouvelle Vague in Düsseldorf

Französische Chansons von Porzellanpuppen und Wirbelstürmen

Düsseldorf (m2w)    von Marina Blaser - Als die zwei Damen von Nouvelle Vague auf die Bühne treten herrscht kurz Verwirrung im Publikum. Ob dies am atemberaubenden Aussehen von Nadeah Miranda und Mareva Galanter oder dem doch überraschend ruhigen Anfang, nach dem kraftvollen Auftritt des Supports Fallulah liegt, kann nicht genau gesagt werden. Doch nach dem dritten Lied Ever fallen in love, im Original von den Buzzcocks, hat die Gruppe das Publikum im Zakk verführt. Denn genau dies erwartet man von Nouvelle Vague: Bekannte Songs aus der alternativen Ära der vergangenen Jahrzehnte, die von zarten französischen Frauenstimmen in atmosphärische Chansons verwandelt werden.

Bilder vom Konzert
Homepage von Nouvelle Vague


Bei den Liedern des neuen Albums Couleurs Sur Paris, das aus eher unbekannten französischen New Wave Songs besteht, ist das Publikum daher auch noch nicht textsicher und hält sich leicht zurück. Getanzt wird aber trotzdem, die Stimmung ist dank der ausgelassenen Performance der blonden Nadeah am Kochen. Mit Netzstrumpfhose, einem hochgesteckten Kleid mit tiefem Ausschnitt und sichtbarer Unterhose fegt die zierliche Sängerin über die Bühne und hat erkennbar großen Spaß an ihrem Treiben. Mareva Galanter, die ehemalige Miss Frankreich, ist anfangs zurückhaltend und versprüht den Charme eines unnahbaren Porzellanpüppchen. Bei Too drunk to fuck der Punkband Dead Kennedys verwandelt sie sich schließlich in ein feierndes Partygirl, das die Konzertbesucher zu einem lauten Fuck! auffordert. Das mitreißende Tempo des Hits, der auf Platte von Camille gesungen wird, erreicht Galanter nicht ganz, ihre Stimme kommt vor allem bei den ruhigeren Songs, wie Eisbär zur Geltung. Etwas aus dem französischen Rahmen fällt auch Nadeahs amerikanischer Akzent, der sie aber nur noch sympathischer macht.
Die vier Männer der Gruppe, darunter die eigentlichen Köpfe der Band - Marc Collin (Keyboard) und Olivier Libaux (Gitarre), bleiben während des ganzen Konzerts im Hintergrund und überlassen die Bühne den zwei Hauptdarstellerinnen.
Zwar lässt der zweistündige Auftritt die ganz großen Hits, wie das vom Publikum geforderte Dont go oder Dance with me vermissen, dafür sorgen aber Guns of Brixton für Tanzeinlagen und In a manner of speaking sowie Love will tear us apart für Gänsehaut.
Kein Wunder also, dass die Besucher im fast vollen Zakk Nouvelle Vague nicht gehen lassen wollen.