Home

Taglist:

Allgemein
Konzertbericht

Bands
Blood Robots
Dramamine
Krawehl

Locations
Falkendom



Datum: 15.01.2011

Blood Robots in Bielefeld

Blood Robots geben Debüt im Falkendom Bielefeld

Bielefeld (m2w)    von André Siekmeier - Wenn in Bielefeld Punkrock läuft, dann meist im Falkendom. Der Club steht seit über 20 Jahren für gute Livemusik jenseits des Mainstream. Auch heute ist wieder eine Band zu Gast, die nicht vielen ein Begriff ist. Auch wenn dort ein vermeintlicher Rockstar mitwirkt. "Blood Robots" heißt das neue Bandprojekt von Ex-"Muff Potter" Sänger Nagel. Hier übernimmt er allerdings "nur" den Part an der Bassgitarre. Unterstützt werden die Blutroboter an diesem Abend von "Krawehl" und "Dramamine".

Bilder zum Konzert
Homepage der Blood Robots
Dramamine bei MySpace
Krawehl bei MySpace


Lokalhelden Krawehl legen vor

Die ersten Töne des Abends stammen von der aus Herford und Bielefeld stammenden Band "Krawehl". Die drei Jungs sind lokal schon bekannt. Ihre aktuelle CD "Aus der Geschichte kommt keiner raus" ist fast restlos ausverkauft. Das liegt an ihrer gelungenen Umsetzung von deutschsprachigem Punkrock mit melodiegetragenen Indieriffs. Dazu intelligente Texte die mit einer markanten Stimme vorgetragen werden. Krawehl gönnen sich auch ruhige Stellen und können so Emotionen wecken, um danach richtig auf das Gaspedal zu treten. Freunde von Bands wie Jupiter Jones sollten sich auf der Facebook-, oder Myspaceseite der Band die Platte gratis runterladen. Reinhören lohnt sich hier.


Nagel bleibt unauffällig

Das Highlight des Abends gibt es überraschender Weise bereits an zweiter Stelle. "Die Blood Robots" spielen treibenden Punk'n'Roll mit melodischem Gesang. Nagel hält sich im Hintergrund, verzichtet ganz auf ein Microfon und konzentriert sich auf sein Spiel. Die gesamte Band wirkt ruhig und entspannt. Hier wird kein Wert gelegt auf ausgefeiltes stage acting, aus dem Alter sind sie rausgewachsen. Die Musik steht im Mittelpunkt, denn im Schnitt spielt jedes der 5 Bandmitglieder seit 20 Jahren in Bands. Das macht 100 Jahre Erfahrung. Die dabei gewonnene Professionalität und Gelassenheit ist deutlich zu erkennen. Technisch fehlerfrei und mit viel drive rocken sie ihr Set. Der Soundman des Falkendoms unterstützt sie gut. Die Bassdrum bummst und die Snare ist tight. Die Riffs der Blood Robots sind eingängig und der Gesang vereint Melodie und Punkrock, wie es in Deutschland anscheinend keiner kann. Sänger Steven wurde aus El Paso/Texas importiert und trägt Lackschuhe und Schnauzer. Dieser Mann verkörpert den Rock wie kein zweiter.
Doch auch wenn die Musik rockt und die Musiker spitze aussehen, richtig überzeugend ist der Auftritt nicht. Ansagen zu den einzelnen Songs gibt es keine. Nur ein Wort richtet sich an das Publikum: "Dankeschön". Später folgt ein: "Das ist unser letzter Song." So erfahren wir nichts über Inhalte der Songs, oder die Beweggründe der Band. Auch im Internet sind Informationen kaum zu finden. Blood Robots sind ein Geheimnis. Nur eine handgeschriebene Setlist, die auf dem Boden liegt offenbart die Songtitel. Darunter sind Namen wie "Heavy Chemistry", "Rewind Yourself", oder "Tread Lightly". Vielsagend sind vor allem "Taste Blood" und "Taste Blood #2".
Ein Erlebnis war dieses Konzert nicht gute Musik war es aber auf jeden Fall. Jetzt beginnt das gespannte Warten auf die erste Platte. Deren Release steht allerdings noch in den Sternen.


Viel Drama beim Schlussakkord

Dritte und somit letzte Band sind "Dramamine" aus Münster. Sie spielen Postpunk, eine Mischung aus Punkrock und Posthardcore. Im mittlerweile gut gefülltem Falkendom ist von Bewegung allerdings nicht viel zu sehen. Kopfnicken und Fußwippen als Inbegriff der ostwestfälischen Punkjugend. Auch die Band wirkt irgendwie müde, der Funke will nicht überspringen. So bleibt es bei behebigen Beifall. Dabei sind die Songs in Ordnung, wenn auch unkonzentriert vorgetragen. Schade drum. Blickfang der Band ist Sänger Malle. Er hebt sich von anderen Frontmännern nicht nur durch seine Frisur, sondern vor allem durch seine Stimme ab. Die polarisiert. So teilt sich die Menge, der Saal wird leerer. Im Gegenzug tanzt ein betrunkenes Pärchen vor der Bühne Pogo. Damit mal was passiert macht Malle mit, die Band spielt einen Instrumentalsong. So tanzt der Falkendom in die Nacht und blickt zurück auf ein ordentliches Konzert ohne Überraschungen, oder "Wow"-Momente.