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Allgemein
Konzertbericht
on3 Festival

Bands
Born Ruffians
Boshi San
Chrystal Fighters
Joasihno
Kele
Little Scream
Roman Fisher
Telekinesis
Those Dancing Days

Locations
Funkhaus
Rundfunkhaus



Datum: 27.11.2010

Das on3-Festival im Münchner Funkhaus

München (m2w)    von Stephanie Marx und Johannes Kliemt

Der Bayerische Rundfunk hat eingeladen. Letzten Samstag war es endlich wieder soweit - das jährliche on3 Festival öffnete im Münchner Rundfunkhaus seine Pforten. Das Festival war restlos ausverkauft, aber für Daheimgebliebene gab es zum Trost die Alternative das Spektakel via Livestream im Internet mitzuverfolgen.

Bilder zum Festival
Homepage zum on3-Festival


Die Besucher waren neugierig auf den Abend, da es neben Highlights wie Kele und den Chrystal Fighters auch wieder die Gelegenheit gab, spannende Newcomer aus der Branche für sich zu entdecken. Man erinnert sich an La Brass Banda, die nach ihrem Auftritt auf der on3-Bühne richtig durchstarteten.
Eröffnet wurde das Festival zur Primetime von der schwedischen Combo „Those Dancing Days“. Mit Gitarre, Bass, Keyboard und einer begnadeten Schlagzeugerin füllte die Indie-Band mit viel Spaß die Bühne und die 5 Mädels schufen mit ihrem blumigen 60ies Sound nicht nur einen leichten Einstieg sondern auch das Motto für den Abend: Es darf getanzt werden! „Those Dancing Days“ wird uns spätestens im nächsten Sommer auf einigen Festivalbühnen wieder begegnen.
Eine ganze neue Art von Sound zeigte uns Joasihno. Der Münchner Schlagzeugstudent erzeugt eine Welt neuer Klänge. Er nutzt für seine Performance ungewöhnliche Instrumente, wie Tassen und andere Küchenutensilien und spielt seine Töne mit Samplern und Synthesizern ab. Eine durchaus schräge Darbietung, die zusätzlich mit verspielten Lichteffekten visuell untermalt wurde.
Zwei der besten Performances des Abends kamen aus Kanada. Neben einem sensationellen Auftritt der Born Ruffians, die dem ein oder anderen aus der Indie-Szene bereits ein Begriff waren konnte auch die Kanadierin Little Scream begeistern. Zusammen mit dem Arcade Fire-Gitarristen, Richard Reed Parry, unterstützt von Geigen und ihrer sanften Stimme, verzauberte uns die sympathische Singer-Songwriterin. Wir hörten grandiosen Indiepop und spätestens nach diesem Auftritt können viele von uns das erste Album von dem schüchternen Mädchen mit den Sommersprossen kaum noch erwarten.
Gegen 23 Uhr betrat dann Telekinesis die Bühne. Der Seattler Indie-Rocker, der gleichzeitig singt und Schlagzeug spielt, hatte ein großes Paket an guter Laune dabei und schaffte es in kurzer Zeit das Studio zu begeistern und die Fans dankten es mit es Telekinesis mit viel Beifall. Hier schon wurde das Publikum so richtig warm und rockte das Studio.
Überrascht wurden viele von dem Auftritt von Roman Fisher. Einst eher als Vertreter von schwermütigeren Tönen bekannt, zeigte er auf der on3-Bühne eine andere musikalische Seite. Mit einem neuen und schwerelosen Discobeat sehen und hören wir eine Leichtigkeit des Augsburgers, die wir an ihm noch nicht kennengelernt und auch nicht erwartet haben. Bitte mehr davon!
Um Mitternacht betrat Martin Gretschmann alias Console den Chorprobenraum und stellte uns unter anderem sein neues Album „Herself“ vor. Ruhiger Elektronik-Sound, der die Leute wieder durchatmen und phantasieren ließ. Die versammelte Menge saugte den Sound von dem kreativen Weilheimer auf und war zudem beeindruckt von den wechselnden Illuminationen im Saal.
Die beiden größten Highlights hat sich der Rundfunk bis zum Schluss aufgehoben.
Als letzter Act auf Bühne 2 trat die Londoner Band Chrystal Fighters auf. Im Gepäck hatten sie ihr Debütalbum "Star of Love". Ein neuer Sound entsteht durch den Einsatz von traditionellen, baskischen Instrumenten wie den sogenannten Txalapartas (Klanghölzer, die mit Stäben geschlagen werden) im Zusammenspiel mit Synthies und Bässen. Hier im Studio 2 kochte die Luft. Publikum und Band schwitzten u die Wette. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Security hatte Mühe die Leute, die die Band sehen wollten zu bremsen. Ein unglaubliches Erlebnis und man konnte jedem im Publikum an den Augen ansehen wie happy sie waren.

Den absoluten Höhepunkt des Abends lieferte mit Sicherheit Kele, der sich bereits als Frontmann von Bloc Party einen Namen gemacht hat. Im Vorfeld wurde bei Raucherpausen und an Getränketheken heiß diskutiert wie sein Name nun tatsächlich richtig ausgesprochen wird. Kehlää (eher von den bayerischen Natives vernommen) oder Kilie!? Fakt ist, dass der gebürtige Liverpooler mit seinem elektronischen Beat das Studio rockte und sich nicht zuletzt, durch eine lässige Stagediving- Einlage als wahre Bühnensau entpuppte. Das Studio bebte von den dröhnenden Bässen. Die Fans klatschen und sprangen zum Rhythmus des Beats. Die Stimmung im Saal war gigantisch. Nach dem Kele fragte was denn „Zugabe“ hieße, schrien alle im Chor „one more, one more...“. Na und da blieb dem Kele ja wohl nichts anderes übrig als noch zwei Songs zu bringen. Selbst die anderen Bands ließen sich das Happening nicht entgehen und feierten ungezwungen zusammen mit dem Publikum zu der Show des charismatischen Engländers.
Zum besten Newcomer wurde im Rahmen des Festivals der Münchner Rapper und R’n’B Sänger Boshi San gewählt. Die Abstimmung für den Preis der „on3-Startrampe“ erfolgte im Vorfeld via Internet-Voting. Nominiert waren neben Boshi San die Wolfratshausener Mädchen-Combo Tuó und die Erlangener Elektropop-Band Panda People.
Drei Bühnen und 14 Acts haben die musikbegeisterten Münchner von 20:15 bis 02:00 Uhr zum Schwelgen, Genießen, Abrocken und Mitsingen animiert und, ganz sicher, die meisten von ihnen sind auch im nächsten Jahr wieder dabei!