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Konzertbericht

Bands
Egotronic
Frittenbude

Locations
Musikbunker



Datum: 17.11.2010

Audiolith in Aachen - Frittenbude und Egotronic rocken im Bunker

Aachen (m2w)    ein Bericht von Sven Droste

Ausverkauft! Das steht an der Kasse. Wer noch keine Karte hat, muss leider draußen bleiben, wenn "Frittenbude" und "Egotronic" vom Label "Audiolith" auf die Bühne des Bunkers gehen. Schon vor dem Eingang ist alles voller Menschen, die sich auf das anstehende Konzert freuen. Am Einlass kommt es bei einer jungen Dame zum kurzzeitigen Verlust der Gesichtsfarbe, als die Eintrittskarte nicht direkt gefunden wird. Die daraus wachsende Nervosität macht die Suche nicht einfacher, ist aber dann doch von Erfolg gekrönt und einem ausgelassenen Konzertabend steht nichts mehr im Wege.

Bilder zum Konzert
Homepage von Frittenbude
Homepage von Egotronic


In den heiligen Hallen fällt als erstes die Absperrung auf, die vor der Bühne steht. Sieht man im Bunker normalerweise und gibt einen ersten Hinweis darauf, was man heute zu erwarten hat. Nach und nach strömt das meist junge Publikum vor die Bühne. Die Temperatur steigt schon merklich bevor ein einziger Ton zu hören ist. Wie wird das erst, wenn die erste Band spielt.

Als Torsun (Micro, Tasten), Endi (Tasten, Micro und Tasten) und Tilli (Maus, Tastatur) von "Egotronic" auf die Bühne gehen gibt es eigentlich keine Aufwärmfase. In kürzester Zeit tobt das Publikum und feiert die drei und ihre Songs. Unter den ersten Stücken ist auch schon "Raven gegen Deutschland", der Song, der wohl der bekannteste des Trios ist, verursacht im Publikum Wogen der Begeisterung. Und es dauert ebenfalls nicht lange, bis auf dieser Woge die ersten Leute surfen. Sollte es Dämme gegeben haben dann sind sie spätestens jetzt gebrochen. Die Temperatur steigt weiter. Während Torsun und Kollegen einen Track nach dem anderen starten, wird die Luft im Bunker spürbar feuchter. Die Leute feiern und schwitzen. Zur Zugabe holen sich "Egotronic" noch "Frittenbude" Sänger Johannes Rögner als Verstärkung auf die Bühne. Nach eine weiteren Song ist der erste schweißtreibende Teil des Abends vollendet und alle können durchatmen.

Es gibt wirklich nur eine kleine Pause, in der die Instrumente auf der Bühne zurechtgerückt werden. Wer in dieser Zeit ein Getränk ergattern kann, hat Glück gehabt. Es geht weiter - "Frittenbude". Um der Dehydrierung ihres Publikums Einhalt zu gebieten verteilen Johannes (Micro), Jakob (Tasten, Micro und Bass) und Martin (Gitarre und Micro) Wasser ins und an die Menge, die das kühle Nass willig und dankbar in und an ihren Körpern aufnimmt. Acid, Acid, Acid, sind fast die ersten Worte, die man von "Frittenbude" hört - Hildegard, vom Album Nachtigall, ist der erste Track. Dem folgen "Und täglich grüßt das Murmeltier" und "Fetter als gelb" um nur zwei zu nenne. Das Publikum rastet aus und feiert jeden Song. Egal, ob vom neuen Album "Katzengold" oder älter, alles wir lautstark mitgesungen. Mehr oder weniger vom ersten Ton an wird im Bunker gesurft und Johannes muss das ein oder andere Mal eingreifen und die Surfer zurück in die Menge schicken, damit sie nicht hinter die Absperrung plumpsen. Zwei Mal finden sich noch Gäste auf der Bühne ein. Zu "Pandabär" springt ein Leibhaftiger - naja, es ist eigentlich nur ein Mädel im Bärenkostüm - , über die Bühne und verschwindet kurz darauf erst auf, dann in der Menge. Der zweite Gast ist Torsun von "Egotronic", der sozusagen einen Gegenbesuch macht und mit "Frittenbude" performt. Dazu kommte er nicht einfach auf die Bühne, nein, er wird auf Jakobs Wunsch direkt über das Publikum getragen.
Da es so heiß hergeht werden die Fans immer wieder mit Wasser und auch einmal mit Vodka versorgt und von Johannes dazu aufgefordert gegenseitig auf sich aufzupassen. Die einzige Verschnaufpause gibt es kurz vor Schluss als alle, Band und Publikum, sich hinhocken und verschnaufen, um einen Augenblick später noch mal alles zu geben. Zu den Klängen des letzten Tracks verschwinden "Frittenbude" von der Bühne, nicht herkömmlich sondern auch wieder über die Köpfe der Fans. Nacheinander verabschieden sich die drei mit einem Hechtsprung ins Publikum, der bei Martin nur haarscharf an einem der Scheinwerfer vorbei geht - Glück gehabt.

Alle sind nass. Wenn nicht nassgeschwitzt, dann zumindest feucht von der Luft, und nutzen dem ersten Moment nach dem Konzert um sich ein wenig zu regenerieren. Es dauert aber nicht lange und beide Bands tauchen in der Kneipe des Bunkers wieder auf um Fotos zu machen, Autogramme zu geben und ein paar Worte mit den Fans zu wechseln. Der Heimweg wird unwillkürlich an der langen Schlage an der Garderobe gebremst, es braucht schon etwas Geduld, aber dann können sich alle auf den Heimweg machen.