Home

Taglist:

Allgemein
Konzertbericht

Bands
Riverboat Gamblers
Sum 41
The Black Pacific
Veara

Locations
Skaters Palace



Datum: 19.11.2010

Skate Punk im Skaters Palace

Münster (ml)    Am Freitag war es so weit. Die Eastpak Antidote Tour, gegenwärtiges Aushängeschild für hochqualitativen Skate Punk, erreicht den Skaters Palace in Münster, eines der Aushängeschilder für Skatesport.
Mit dabei sind die Bands Sum 41, The Black Pacific, die Riverboat Gamblers und Veara.

Bilder zum Konzert
Homepage der Eastpak Antidote Tour


Die Eastpak Antidote Tour, gesponsort vom gleichnamigen Taschenhersteller, lässt die vier genannten Bands in etlichen Städten auf dem europäischen Kontinent spielen. Nach Karlsruhe ist Münster die zweite deutsche Stadt in der die Tour dieses Jahr Halt macht. Zuvor ging es schon durch Frankreich und Groß-Britannien.

Den Start machen heute im ausverkauften Skaters Palace Veara. Schon zu dieser Band ist es drinnen voll, aber auch draußen sind noch zahlreiche Menschen, die noch rein wollen. Für Veara gibt es jetzt schon kein Halten mehr auf der Bühne. Angestachelt durch das Publikum, welches auch voll mit dabei ist, klatscht, tanzt und pogt, springt gerade der Bassist der Band wie wild über die Bühne.
Um den Start perfekt zu machen, begibt sich der Sänger zwischenzeitlich auch ins Publikum rein.

Nach einer kurzen Umbaupause kommen die Riverboat Gamblers auf die Bühne, deren Sänger Mike Wiebe heute schon einen Interviewmarathon hinter sich hat. Auf der Bühne ist er jedoch außer Rand und Brand. Er nimmt die komplette Breite der Bühne des Skaters Palace mit und ist sich auch nicht für Abstecher in Richtung Publikum zu schade. Dabei erinnert er an eine wesentlich schnellere Version des The Hives Sängers. Eines der bekanntesten Lieder Dissdissdisskisskisskiss darf in ihrem Set natürlich nicht fehlen.
Und zum Schluß lässt es sich Mike nicht mehr nehmen, selber noch einen Stage Dive hinzulegen. Dafür springt er allerdings noch von der Bühne, sondern er klettert mitsamt seinem kabelgebundenen Mikrofon auf einen Stützbalken und springt in die Menge.
Mike, der noch während des Interviews (welches im Laufe der Woche veröffentlicht wird), wie die Ruhe selbst war, erweist sich auf der Bühne als wahre Rampensau.

Wieder wird nur eine kurze Zeit benötigt, bis The Black Pacific auf die Bühne gehen. Im Publikum wird es für diese Band jetzt schon merklich eng. Kein Wunder. Immerhin konnte man heute schon einige Besucher mit Pennywise-Shirts sehen. Ihr ehemaliger Sänger Jim Lindberg steht heute mit seiner neuen Band The Black Pacific auf der Bühne. Auch eine weitere Größe ist mit dabei. Marc Orrell, ehemaliges Mitglied der Dropkick Murphys, bedient die E-Gitarre.
Stilistisch sind The Black Pacific heute wohl die härteste Band und wahrscheinlich auch die Band, die am wenigsten poppig ist, wodurch sich ja Skate Punk auch etwas definiert.
Marc Orrell erweist sich bei The Black Pacific als der Aktivste der Band. Da wird dann auch versucht mit der E-Gitarre am Boden einen Breakdance aufzuführen.
Gemeinsam spielen sie sich durch ihr erstes und derzeit einziges Album. Lieder, wie Living With Ghosts, The System oder When It's Over gehören da zum Standardrepertoire. Den Höhepunkt dieses Auftritts gibt es aber mit dem Ramones-Cover Blitzkrieg Bop. Eine musikalische Legende der Punkgeschichte, trifft auf eine menschliche Legende der Punkgeschichte. Da singt dann auch ganz klar das Publikum mit: Hey ho, let's go!

Bis der Headliner des Abends, die Band auf die alle Leute warten, Sum 41, auf die Bühne geht, wird das Publikum erst einmal fast eine Stunde von AC/DC unterhalten, die sich heute die Ehre geben und von Band, oder besser vom Laptop, abgespielt werden. Der, im Gegensatz zu den vorigen Bands, gute Sound, den Sum 41 hinterher haben, rechtfertigt diese lange Pause jedoch.
Mit The Hell Song kommen die vier Musiker, um Deryck Whibley auf die Bühne. Schon zum zweiten Song We're All To Blame erfolgt die erste große Publikumsinteraktion, von denen die Band heute noch viel hat. Das Publikum bedankt sich und macht gerne dabei mit. Für die einen mag das zwar leicht stumpfsinnig sein, aber gerade, wenn man mittendrin steht, hat man an solchen Aktionen seinen Spaß.
Deryck kündigt an, dass die Band endlich ihr neues Album fertig gestellt hat. Dieses wird auch bald veröffentlicht. Als Entschädigung gibt es Skumfuck, einen brandneuen Song, heute zu hören.
Man merkt Sum 41 ihren spielerischen Spaß auf alle Fälle an.
Nicht lange muss man warten, bis das nächste Highlight des Konzerts kommt: Motivation. Das Publikum hat sich währenddessen in einen kompletten Moshpit verwandelt. Wer hier nicht mit abgeht, macht was falsch.

So entstehen dann auch folgende Dialoge zwischen dem Publikum und der Band:

Band: Was ist eure bevorzugte Metal-Band?
Publikum: Sum 41.
Band: Das ist auch meine.



Was folgt ist ein Iron-Maiden-Cover. Die nächste genannte Metal-Band ist Van Halen. Gerade E-Gitarrist Tom Thacker darf hier beweisen, was er an seinem Instrument kann. Fazit: Viel kann er. Eddie van Halen ist berühmt-berüchtigt für sein mit sauberer Technik gespicktes Hochgeschwindigkeitsspiel. Wer das auf der Gitarre nachspielen kann, beherrscht sein Instrument definitiv. Dagegen unspektakulär sind die gespielten AC/DC- und Metallica-Cover.
Underclass Hero gibt den anwesenden Fans erstmal eine Verschnaufpause, bevor es in die letzte Runde des Haupteils vom Konzert gibt: Still Waiting und Fat Lip gehören zu den absoluten Klassikern der Band. Das Pulver haben sich Sum 41 bis zum grande Finale sehr gut aufgehoben.
Keinen Deut schlechter ist der Zugabenteil bestückt. Dieser fängt zu erst mit der Ballade Pieces an, steigert sich dann in das, durch den American-Pie-Soundtrack bekannt gewordene, In Too Deep, ein weiterer Klassiker der Band und wird dann durch einen Abstecher in die härteren Gefilde der Band mit Pain For Pleasure beendet.

Dank Eastpak konnte im Skaters Palace ein einmaliges Event gefeiert werden. Dass die Location für eine Skate-Punk-Show geeignet ist, wie keine andere, steht außer Frage. Zwischen Rampen und Pipes, sowie einer großen Halfpipe, die von der Konzerthalle selbst aus gesehen unter dem Dach hängt, wurde ausgiebig. Dass man dabei blaue Flecke mit nach Hause trägt, sofern man vorne stand, ist eine Selbstverständlichkeit. Spaß hatten dennoch alle beteiligten und es bleibt zu hoffen, dass die Tour nächstes Jahr wieder Halt in Münster macht.