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Konzertbericht

Bands
Mad Caddies
The Expendables

Locations
Skaters Palace



Datum: 30.10.2010

Give me your energy – Mad Caddies in Münster

Münster (bf)    Den Mad Caddies jagt ihr Ruf als sensationelle Live Band voraus. Dementsprechend ist es auch kein Wunder, dass das Skaters Palace in Münster rappelvoll ist, obwohl die Band gar kein „richtiges“ neues Album hat. Eine Best Of CD unter dem Namen „Consentual Selections“ ist in diesem Jahr herausgekommen, das letzte reguläre Album wurde 2007 veröffentlicht. Doch Sänger Chuck Robertson hat seine Männer in einen Tourbus gepackt und sie beweisen uns, dass man auch mit einem Best Of Album auf Tour gehen kann.

Bilder zum Konzert
Homepage von den Mad Caddies
Homepage von The Expendables


Als Support sind heute The Expendables dabei. Sie fangen pünktlich um 20 Uhr an, zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Großteil des Publikums noch an der Bar. So wird das Set vor einer sehr übersichtlichen Zuschauerzahl begonnen. Je länger die Band spielt, umso mehr wird die Neugier der Besucher geweckt und so finden sich nach und nach doch noch viele Menschen vor der Bühne ein.
Doch zurück zum Anfang. Den macht heute „My Way Out“ vom 2007er Album „Gettin Filthy“. Bei exzellentem Sound und einem soliden Auftritt wächst die Zuschauerzahl zusehends. Besonders im Ohr geblieben sind „Trying To Focus“ von der aktuellen Scheibe und „Head In My Hands“. Mittlerweile ist das Publikum auch selbstbewusster geworden und tritt näher an die Bühne heran. Die meiste Aufmerksamkeit erhält heute Abend wohl definitiv der Sänger, der ein bisschen wie Dave Grohl (Foo Fighters) aussieht. Also wie der Dave Grohl, den man aus dem „Learn To Fly“ Video kennt, in dem er sich so herrlich verkleidet. Den Sänger der Expendables hätte man gut in das Video schneiden können, ohne dass es groß auffallen würde.
Nach 45 Minuten Spielzeit beendet die Band ihren Auftritt mit „Sacrifice“ und nun wartet das Publikum auf die Mad Caddies.

Um 21.15 Uhr finden die Mad Caddies den Weg auf die Bühne. Gegründet wurde die Band 1995, genug Zeit, um Erfahrungen auf der Bühne zu sammeln. Als „alte Hasen“ entscheidet man sich für „Backyard“ als Opener des Sets, ein Lied das durch seine Eingängigkeit und Tanzbarkeit zu überzeugen weiß. Das Münsteraner Publikum nimmt diese Einladung dankend an und gibt direkt Vollgas. Die nächsten Lieder verlangen dem Publikum alles ab, Verschnaufpausen sind für den Beginn nicht geplant. Erst als das ruhigere „Reflections“ gespielt wird, gibt es eine Auszeit zum durchatmen. Es folgt eine Begrüßung „Hallo Münster, wie geht’s?“ und ein Hinweis auf die aktuelle Best Of Scheibe. Als nächstes wird „Why Must I Wait“ gespielt, ein Lied das seinen Weg auf das nächste Album finden wird.

Die Band gibt auf der Bühne Vollgas. Monitore werden bestiegen, Trompeten werden einhändig gespielt und der Schweiß fließt in Strömen. Mit ihrer musikalischen Mischung aus Ska, Reggae und Punk wissen die Mad Caddies ihr Publikum zu überzeugen, keiner kann mehr still stehen. Während in der Mitte des Publikums ordentlich getanzt und gepogt wird, haben sich am Rand mehrere Pärchen eingefunden, die insbesondere bei den ruhigen Liedern, eng umschlungen tanzen.
Jeder kommt also ganz auf seine Kosten. Es ist klar, dass auch der erste Crowdsurfer nicht lange auf sich warten lässt.

Der Abend hält heute noch das bereits 1998 veröffentlichte Lied „Monkeys“ bereit, hier wird während des Liedes eine Crowsurferin auf die Bühne geholt. Es wird weiter gegraben in der Kiste mit den „alten“ Liedern, so gibt es noch „Mary Melody“ auf die Ohren inklusive gepfiffenem Solo des Sängers. Man kann der Band ihre Spielfreude deutlich ansehen, beispielswiese greift Chuck Robertson selber zur Gitarre und so gibt es „State Of Mind“, "Souls For Sale“ und „Tired Bones“ vom 2007er Album „Keep It Going“ zum tanzen. Viele männliche Besucher haben sich inzwischen ihres T-Shirts entledigt und präsentieren ihren schweißüberströmten Oberkörper. Als nun „Weird Beard“ gespielt wird fühlen sich vermutliche viele Männer in ihre Kindheit zurückversetzt. Was war es damals schön mit den Playmobil Piraten zu spielen….und heute, zig Jahre später, liefern die Mad Caddies den perfekten Soundtrack dazu. Es folgen die beiden langsamen Lieder „Drinkin For 11“ und „Coyote“ und damit verabschiedet sich die Band nach 70 Minuten von der Bühne.
Auch wenn im Publikum ein Großteil der Energie schon ausgeschwitzt ist, gibt es lautstarke Zugaberufe. Die Band kommt dieser Aufforderung brav nach und es folgt noch einmal eine kleine Zeitreise für „Contraband“ und „No Hope“. Als nächstes gibt es eine kleine Darbietung, wie schnell man ein Bier exen kann, ehe mit „All American Bad Ass“ endgültig das Ende eingeläutet wird. Nach 90 Minuten energiegeladener Show wird das Publikum verschwitzt nach Hause entlassen.