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Konzertbericht

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Keith Caputo
Life Of Agony
Talking to Turtles

Locations
Forum



Datum: 16.09.2010

Teile von Life Of Agony

Keith Caputo in Bielefeld

Bielefeld (m2w)    von Vanessa Vinnemeier

Am Donnerstag, den 16. September 2010 gab Keith Caputo, Frontmann der Band Life of Agony im Bielefelder Forum ein Konzert mit seiner Band.

Bilder zum Konzert
Homepage von Keith Caputo
Talking To Turtles bei MySpace


Für einen Donnerstag Abend füllte sich das Forum nach und nach doch recht gut, wenn auch nicht überdurchschnittlich. Gegen neun eröffnete der Support “Talking to Turtles” das Programm des heutigen Abends. Die aus Leipzig kommende Band stellte ein echtes Kontrastprogramm zum Hauptact des Abends dar - mit weichen, leisen Klängen beschallten sie das Forum. Der Sänger der Band gab den Songs durch seine recht eingängige Stimme ein gewisses Etwas, das unterstrichen wurde durch etwas ungewöhnliche Instrumente wie ein Glockenspiel oder ein Banjo. Allgemein kann man “Talking to Turtles” in der IndieRock Sparte unterbringen - teilweise hatte man das Gefühl, die Songs würden genau zu dem Image der Ipod Werbung passen, was keinesfalls negativ gewertet sein soll. Beim zweitletzten Song musste der Sänger etwas peinlich berührt feststellen, dass seine Stimme sich immer mehr verabschiedete, der allerletzte Song blieb also leider aus - schade! Aber trotzdem sollte man bei Gelegenheit darüber nachdenken, die Band noch einmal genau wahrzunehmen!

Durch den Abend zog sich eine Sache sehr, sehr fundamental: Warten… Gegen halb elf allerdings passierte dann doch etwas: vier Personen schlängelten sich durch das Publikum auf die Bühne, bestückten sich mit Gitarren, Bass und Drumsticks und scheinbar sollte es nun wirklich losgehen.
Wer Keith Caputo nicht kennt, war die ersten zwei Songs erstmal völlig irritiert, wie klein der Herr wirklich ist und wie trotzdem so eine tiefe, eingehende Stimme aus ihm kommen kann.

Die Songs von Keith Caputo waren völlig unterschiedlich: falls man sich vorher ein paar Sachen auf der MySpace Seite angehört hat, erwartete man eher total viele ruhige, melancholische Songs. Allerdings spielte Caputo auch viele ältere Songs, schließlich spielt er schon seit 2000 auch solo und hat eine große Auswahl an Stücken, die entweder richtig nach vorn gehen, zum mitwippen animieren oder an dunkle, kalte Herbst- und Winterabende erinnert.

Eröffnet wurde das Set von “Always”, gefolgt von weiteren Songs die das Publikum erst einmal aufwecken sollten: “Where what”, “Honeycomb”, “Razzberry Mockery”, oder “Devils pride” um nur einige zu nennen. Gebremst wurde die Stimmung durch ein melancholisches Cover von “Girls just wann have fun”, die aber wirklich sehr interessant war.

Insgesamt spielte Caputo mit seiner Band 15 Songs quer durch seine alten und auch das aktuelle Album. Wer Keith Caputo das erste mal live gesehen hat wird wirklich überrascht gewesen sein, was für eine Vielfalt hinter seiner Musik steckt. Laut, leise, melancholisch, vorantreibend, kreischend, melodisch, ruhig - alles in Allem fehlte es an nichts, gepaart mit der Stimme Caputos eine echt gute Band mit einem Frontmann der etwas davon versteht, Texte zu schreiben und seine Stimme einzusetzen. Zudem nimmt man ihm ab, dass er seine Musik lebt - “I know i`m weird - but i love my weirdness.” (Keith Caputo, 16.09.2010, Forum Bielefeld.)