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Konzertbericht

Bands
Element of Crime

Locations
Burg Nideggen



Datum: 19.08.2010

Element of Crime bringen Romantik und Melancholie auf Burg Nideggen

Nideggen (m2w)    von Sven Droste

Im Rahmen der Festspiele Burg Nideggen stehen am 19.08.2010 Element of Crime auf dem Programm. Die Konzertreihe hat in der Vergangenheit schon illustere Namen auf die Bühne des kleinen Städtchens in der Eifel gebracht und auch das Programm in diesem Jahr beinhaltet noch einige Bonbons.

Bilder zum Konzert
Homepage von Element Of Crime
Festspiele Burg Nideggen


Die Bühne auf der Sven Regener (Gitarre, Trompete & Gesang) und seine Bandkollegen Jakob Ilja (Gitarre), Richard Pappik (Schlagzeug), David Young (Bass) und Christian Komorowski (Violine) stehen werden, steht im Hof der Burg Nideggen hoch über den Ort, von wo man einen wunderschöne Aussicht über das Rurtal hat. Der Wettergott hat ein Herz und so verziehen sich die Wolken immer mehr und geben den Blick auf den klaren Himmel frei, so dass sich die Befürchtungen nass zu werden sich mit den Wolken auflösen.

Bühne frei für Element of Crime heißt es um kurz nach acht. Der erste Songe des Abends ist Don't You Ever Come Back vom 1989 Album The Ballad of Jimmy & Johnny, eines der wenigen englischen Stücke des Abends. Gleich darauf folgt ein Zeitsprung zur aktuellen Platte Immer da wo du bist bin ich nie. Mit Kopf aus dem Fenster und dem etwas später folgenden Don't You Smile aus dem Jahr 1987 wird der der zeitliche Rahmen des heutigen Programmes umrissen. Songs aus über 20 Jahren werden es am Ende Abend gewesen sein. Ein Repertoire, aus dem nicht viele Bands schöpfen können.

Die Band ist gut gelaunt. Man setzt auf Intensität, nicht auf Action. Es werden bis auf das Wort Romantik, das Sven Regener nach verschiedenen Songs mit hochgerissenen Armen dem begeisterten Publikum entgegenruft, wenige Sätze gesprochen, die jedoch mit Witz und einem Hang zu Selbstironie, die die Zuschauer nicht nur Schmunzeln lässt. Nach dem ersten Lied z.B. erklärt Sven Regener, dass sie sich für diesen Abend etwas überlegt hätte, sie würden jetzt noch einen Song spielen. Etwas später lässt er sich über seine eigene wortkarge Art aus, was ungefähr so klingt:

"Warum sagen die immer nichts, sind die so arrogant, dass die nie was sagen? Ja, wir sind arrogant - muss man aber nicht immer so raushängen lassen."

Solche und ähnlich Kommentare begleiten die Musik von Element of Crime. Musik, die alles andere als actiongeladen ist. Eine Musik, die dafür aber Kopfkino erzeugt, zum Träumen einlädt und die Gedanken fliegen lässt.
Die Band spielt, um nur einige zu nennen, Death Kills, Straßen Bahn des Todes, Kaffe und Karin und mit Immer da wo du bist bin ich nie geht das Set zu Ende, ohne dass das vielfach geforderte Delmenhorst gespielt wurde. Als nach einer kurzen Pause Element of Crime zur Zugabe schreiten ist beim zweiten Stück endlich so weit, nach Weißes Papier kommt endlich Delmenhorst und im Publikum kommt Tanzstimmung auf. Die Band um Sven Regener verschwindet noch zwei Mal von der Bühne, um am Ende mit Über Nacht einen schönen Konzertabend zu beenden. Sehr passend, da es auch auf der Burg und überhaupt dunkelgeworden ist.

Nach fast zwei Stunden Romantik und Element of Crime Poesie, melancholischen Melodien und witzigen Kommentaren, einer gehörigen Portion Sarkasmus und Selbstironie, steht für die Besucher nun der Abstieg von der Burg an. In Gedanke immer noch bei einer grandiosen Band, einer wunderbaren Location und einer toll organisierten Konzertreihe.