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Konzertbericht

Bands
Ashley Hicklin
Ich und Ich

Locations
Ravensberger Park



Datum: 07.08.2010

Open Air im Ravensberger Park

Ich und Ich

Bielefeld (m2w)    von Beate Wiele

Am vergangenen Samstag gaben Ich und Ich ein Open Air Konzert im Ravensberger Park in Bielefeld. Im Vorprogramm begleitete sie Ashley Hicklin.

Bilder zum Konzert
Homepage von Ich und Ich
Homepage von Ashley Hicklin


Was ein Wetter: bei noch ca. 25 Grad startete gegen 18.45 Uhr die Vorgruppe mit Ashley Hicklin. Nach dem ersten Stück „You’ve got passion“ begrüßte der Sänger das Publikum auf „denglisch“– seiner selbst so genannten Mischung aus deutsch und englisch. Auch weiterhin gab er zu seinen Liedern Übersetzungen der Titel und kurze Statements ab.
Die dann folgenden Lieder waren teilweise sehr eigenwillig und facettenreich: traurigschön , melancholische verspielte Balladen, unterstützt von einem Streichquartett wie „Home“ und „All the time in the world“, aber auch poppig, fetzig wie „Whizz bang bang“. Die Vielfalt in den Liedern erklärt sich aus der Biografie des Künstlers, der sich selbst als klassisch ausgebilderten Popsänger mit Kneipen- und Heavy-Metal-Vergangenheit bezeichnet.
Inmitten des Konzertes bat Ashley, das Publikum als Gebutstagsgruss für seine Mutter und eine Freundin in England fotografieren zu dürfen, da diese heute nicht bei seiner Show dabei sein konnten.
Mit dem wunderschönen „She is love“ verabschiedete sich die Band.
Alle, die mehr von dieser Band hören möchten: am 27.08.10 erscheint das Debütalbum „Parrysland“.

Nach kurzer Umbauphase betraten gegen 20.30 Uhr vor ca. 4000 altersmäßig bunt gemischten Besuchern Ich und Ich, Adel Tawil (wie immer ohne Anette Humpe – die nach eigenen Angaben aufgrund von Lampenfieber den Auftritten fernbleibt) und Band mit einem „Hallo Bielefeld“ die Bühne.
Gestartet wurde mit „Einer von Zweien“ und „Hilf mir“ aus der aktuellen CD „Gute Reise“, gefolgt von „Mach dein Licht an „ aus dem vorherigen Album „Vom selben Stern“ – insgesamt wechselten sich immer wieder Lieder aus dem aktuellen Album und Lieder aus dem Vorgängeralbum ab: so auch „Pflaster“ – welches nicht, wie wohl von Lokalen Radiosendern behauptet wird, von einem Hamster handelt- und der Protest-Song „Junk“.
Bei „Hallo, hallo“ fragte Adel das Publikum ab, ob man ihn hören kann, weil „da geht aber noch einiges“ – und fragte auch ob die Band zu hören sei – was lautstark bejaht wurde.
Es folgte „Stark“ – „ich steh nur hier oben und sing mein Lied“ mit einem ausdruckstarken Adel Tawil unterstützt durch Bilder auf der Großleinwand.
Die folgenden Stücke wurden den Ladies („Yasmina“ – mit einem starken arabischen Textteil) bzw. der eigenen kleinen Schwester gewidmet: Universum – die neu veröffentliche Single aus dem aktuellen Album.
Als es gegen 21.30 Uhr leicht zu regnen begann vertrat Adel die Meinung es sei mental wichtig voll dabei zu sein, mit „Nichts bringt mich runter“ unterstützte er dieses… und auch das begeisterte Publikum ließ sich durch die Tropfen nicht davon abbringen, bei „So soll es bleiben“ begeistert mitzusingen und die Hände zum Himmel zu strecken…
Nach diesem Lied verabschiedete sich die Band kurz, kam aber nach lautstarken Zugaberufen zurück, untermalt von „Es tut mir leid“ bedankte sich Adel Tawil zunächst bei seiner Crew, Organisation, Licht, Ton usw., dann wurden die Bandmitglieder einzeln vorgestellt: Jan Terstegen (Gitarre), „Captain“ Sebastian Schmidt (Schlagzeug), „Frankie“ Frank Kernbach (Bass), Jan Lehmann (Keyboard), Thimo Sander (Gitarre), Cem Arnold Suzer (Backing und Percussion), und – bewusst zum Schluss: die einzige Frau der Band: Maria Helmin (Backing Vocals und Violine).
Mit ihr (anstatt Cassandra Steen) sang Adel Tawil dann das Duett „Stadt“, bei dem Maria Helmin ihre super ausdrucksstarke Stimme präsentierte – fast zu schade nur für Background Gesang!
Der Regen wurde etwas stärker, Adel goss sich aus Solidarität zum im-Regen-stehenden Publikum eine Flasche Wasser über den Kopf und startete mit dem Chart-Dauerbrenner „Vom selben Stern“. Dieses Lied wurde später ein Wechselgesang zwischen Adel und dem Publikum, und fand seinen Höhepunkt, als Adel sich zu einem kleinen Mädchen aus der ersten Reihe kniete, und das Lied leise flüsternd mit Ihr weitersang… mit Übertragung auf der Großleinwand.
Eine weitere Zugabe wurde ohne Wartezeit gegeben, Adels Kommentar: „wir wissen hinter der Bühne auch nicht was wir tun sollen und lassen Euch nicht im Regen stehen“ – wie schön.
Die letzten Stücke des Abends waren „Du erinnerst mich an Liebe“ – mit einem wunderschönen Solopart mit Geige und Gitarre, und „einen schaffen wir noch“: „Alleine tanzen“ – eine Aufforderung Adels sich hier einen Partner zum letzten Tanz zu schnappen und den Abend ausklingen zu lassen. Adel selbst machte noch während des Liedes einen „Tanz“ in der Menge – begrüßte und umarmte Fans, genoss die Begeisterung der Fans und bedankte sich zum Schluß in Bielefeld für den zauberhaften Abend.
Ja und zauberhaft, das war er wirklich der Abend: sowohl durch die Kulisse des Ravensberger Parkes inklusive des warmen Wetters (die Regentropfen wurden kaum wahrgenommen), durch Ich und Ich mit ihrer gelungenen Mischung aus sinnlichen Liebesliedern mit berührenden Texten und kräftigen rhytmischen Popsongs – hauptsächlich jedoch durch Adel Tawil, der sowohl mit seiner Stimme als auch seinen Kommentaren und Gesten eine Glanzleistung abgegeben hat!