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Konzertbericht

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GWAR

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Musikbunker



Datum: 13.07.2010

GWAR im Musikbunker

Blutbad in Aachen

Aachen (m2w)    von Petra Hetfeld und Sven Droste

Es ist Dienstag, der 13.07.2010. GWAR sind in der Stadt, bzw. im Musikbunker. Sicher aufbewahrt werden die fünf Scumdogs of the Universe hinter dicken Mauern, tief unter der Erde, bis sie zu ihrem Auftritt von der Kette gelassen werden. Vorerst heißt es jedoch warten, denn die Stagetime ist von 20.30 auf 21.30 verschoben worden. So wartet ein vollkommen durchwachsenes Publikum, ja ganze Familien sind angereist, im Bunker und im Park der Frankenburg darauf, dass es dann endlich losgeht. Ein Großteil der Leute ist auffallend hell,wenn nicht sogar weiß gekleidet. Ob die wissen was auf sie zukommt? Oder ist das pure Berechnung und sie spekulieren auf ein individuell gestaltetes Konzertsouvenier.

Bilder zum Konzert
Homepage von GWAR


Als es langsam ernst wird, versammeln sich im Bunker die erwartungsfreudigen Menschen. Es ist voll, dazu ist die Bühne auch etwas vergrößert, damit die fünf Maskierten überhaupt auf selbige passen. Als sich Oderus Urungus, Balsac the Jaws of Death, Flattus Maximus, Beefcake the Mighty und Jizmak Da Gusha endlich unter großem Gejohle und Applaus ihren Weg durch die Menge auf die Bühne bahnen ist es schon zwanzig vor zehn. Da man jetzt keine Zeit mehr verlieren will, verliert auch der erste, kaum sind die Instrumente in Position gerückt, schon seinen Gummikopf und bietet mit pulsierender "Blut" - Fontaine aus dem Hals den ersten fünf bis sechs Reihen einen feuchten Willkommensgruß entgegen und auch eine unausgesprochene Ansage an alle darüber, was einen in der Show noch erwarten wird.

GWAR bieten musikalisch eine solide Mischung aus Trashmetall, Hardcore und Punk, aber nur wegen der Musik ist wohl keiner der anwesenden hier. Es geht um die Show, das "Blut" und die in allen Teilen vollkommen politisch unkorrekte Show. Das Einzige was hier politisch korrekt ist, ist die Verteilung der Schmähungen, die gleichmäßig in alle Richtungen und gegen alles verteilt werden genau wie die herumspritzenden Flüssigkeiten. So steht der Janusköpfige Jitler, eine Figur die von einer Seite betrachtet das Antlitz Jesu und von der anderen die Fratze Adolf H. aus Braunau am Inn zeigt, auf der Bühne, um mit den Worten "I jerk on you." Flüssigkeit aus seiner Körpermitte in die aufnahmefreudige Menge zu verteilen. So geht die fröhliche Sauerei immer weiter, auf der Bühne Tauchen unter anderem noch ein Osama-look-a-like, "The Nazi-Pope" und Jewzifer auf, um nach kurzem Austausch von Unfreundlichkeiten mit Oderus Urungus zur einsetzenden Musik aus den verschiedensten Körperöffnungen und/oder Verletzungen künstliche Körperflüssigkeiten über das ausgelassen feiernde und pogende Publikum zu ergießen.

Etwa 45 Minuten und gefühlten hundert Litern "Was-aus-immer" nach dem ersten Tropfen ist dann kurz Pause, die GWARianer stärken sich kurz mit ein paar Schlucken Bier um dann, ohne vorher die Bühne verlassen zu haben, das hätte mit den Kostümen viel zu lange gedauert, mit den Zugaben zu beginnen. Nach weniger als einer Stunde ist die Show vorbei. Trotz der Kürze sind alle im Publikum zufrieden und gut gelaunt. Die Leute aus der ersten bis siebten Reihe sind dazu noch total besudelt und strahlen in grün und rot.

Es ist ein besonderer Konzertabend gewesen und es bleibt für alle die heute Abend hier waren die Hoffnung, dass a) die Farbe wieder aus den Klamotten geht, sofern das gewollt ist und, was eventuell noch wichtiger ist, b) sie die Farbe wieder von Gesicht, Arm und Händen bekommen bevor sie am nächsten Tag wieder in der Bank, im Steuerbüro oder wo auch immer zur Arbeit erscheinen müssen.