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Allgemein
Konzertbericht

Bands
Alexisonfire
Hammerhead
Jennifer Rostock
Juliette Lewis
Valiant Thorr

Locations
Rheinauen



Datum: 03.07.2010

Open Air

Rheinkultur Erfahrungsbericht

Bonn (m2w)    Dieses Jahr gibt es zur Rheinkultur einen persönlichen Erfahrungsbericht von unserem Fotografen Marc Gärtner. Er war sowohl vor, als auch hinter der Bühne.

Bilder zum Festival


13 Uhr Treffen mit Hammerhead. Gluthitze! Die Fenster vom Bus voll auf, Lüftung auf voller Stufe. Fühlt sich an wie Umluft im Heißluftherd.
Natürlich bin ich leicht angezogen. Man erwartet, dass die Hälfte der Besucher nackt rum rennt. Außer um die Hitze, macht man sich um das Wetter keine Gedanken. Es soll vielleicht später abends regnen.
Später ist dann 14 Uhr, als wir auf dem Gelände ankommen. Es regnet zwischendurch kräftig! Irgendwer vom Personal erzählt: "Wir haben eine Unwetterwarnung für 14 Uhr, eine für 16 Uhr und eine für 18 Uhr!" Geil. Es gibt auch Gerüchte, dass Windstärken bis 9 angekündigt sind. Ganz so schlimm kam es dann aber doch nicht. Ein Zelt, in dem Alexisonfire eine Autogrammstunde geben sollten, ist weg geflogen, weil es nicht hielt.
Die Zahl der Leute vor der Bühne ist dementsprechend auch überschaubar als Valiant Thor spielt. So leer habe ich den Platz vor der Bühne, um diese Uhrzeit 15:30 noch nicht erlebt.
Obwohl ich mich relativ geschützt im Backstage bewegen kann, bin ich dennoch komplett nass. Den ganzen Tag mit nasser Unterwäsche unterwegs zu sein ist ein suboptimaler Zustand.
Das Public Viewing ist am anderen Ende des Geländes, deswegen war ich da auch nicht. Stattdessen gibt es Fußball in einem provisorischen Zelt im Backstage-Bereich.
Das Programm vor den Bühnen muss unterbrochen werden. Für eine halbe Stunde zieht ein Gewitter direkt über die Rheinauen. Spätestens nach dem 2:0 der deutschen Mannschaft in der zweiten Halbzeit ist die Stimmung dennoch gut. Nach dem 3:0 durch (Anm. der Red.: Bad Oeynhausener) Arne Friedrich geradezu euphorisch. Das 4:0 fasst man dann kaum noch.
Pünktlich zum Ende des Fußballspiels und zum Auftritt von Hammerhead hört der Regen auf und der Himmel hellt sich auf. Irgendwoher kommt eine unerwartet stattliche Anzahl Besucher her. Voll sieht um 18 Uhr jedoch anders aus, aber immerhin ist es nicht mehr leer. Einige machen Schlammrutschen vor der Bühne. Schlamm ist auch so ein Thema: Es wird welcher auf die Bühne geschmissen. Sänger Tobi ermuntert das Publikum auch noch dazu. Der Stagemanager ist richtig sauer! Das gibt Ärger. Auch wenn nichts kaputt und alles nach zwei Minuten fegen erledigt war.
Danach geht es zu Jennifer Rostock. Das Publikum ist entsprechend jung und die erste Reihe überwiegend weiblich. Den Leuten gefällt der Auftritt. Jennifer rennt nur so über die Bühne und reicht noch die Schnapsflasche in die erste Reihe. Es ist nicht meine Musik, aber gute Unterhaltung. Später höre ich von weiter hinten, dass sie noch dazu aufruft, die Brüste frei zu machen. Na, wer es braucht.
Alexisonfire haben ein ähnlich junges Publikum, wie mir scheint. Der Sänger hat die Brüste auch schon frei. Es rockte ganz gut, ich fand es aber eher unspektakulär. Immerhin füllen sich die Wiesen und es kommt tatsächlich noch Festivalstimmung auf.
Am Anfang von Juliette Lewis, beginnt sie am Schlagzeug. Erst kurz vor Ende des ersten Songs wird sie dann abgelöst und beginnt, wie wild über die Bühne zu springen und zu rennen. Ziemlich quirlig die Dame. Die ersten paar Songs rocken auch ziemlich hart. Ich dachte, sie würde nun etwas ruhiger zur Sache gehen. Im Laufe des Sets kommen dann aber auch langsame Stücke und Publikumsanimationen. Die Dame ist halt eine Entertainerin.

Fazit: Erst heiß, dann feucht, am Ende doch wieder ganz nett. Aber schlecht besucht, da es mit dem Deutschlandspiel Gegenprogramm gab und mit dem Wetter nicht nur Hitze, sondern auch ein Gewitter einher zog. Laut Rheinkultur.com waren nur 60.000 Besucher da. Kurze Gespräche mit den Veranstaltern lassen es leider sehr ungewiss erscheinen, ob es eine Rheinkultur 2011 gibt.