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Konzertbericht

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Ohrbooten

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Musikbunker



Datum: 15.05.2010

Auf Tour

Ohrbooten verwandeln Bunker in feucht-warme Saunalandschaft

Aachen (m2w)    von Sven Droste

Da die Ohrbooten heute ohne ihren Supportact unterwegs sind vergeht die Zeit bis zu ihrem Auftritt eher schleppend. Im Bunker haben sich heute satte 200 Besucher versammelt, es ist gut gefüllt und man wartet, dass die Party endlich losgeht. Um 21.05 ist dann endlich Stagetime. Zum Intro von Gyp Hop, dem ersten Stück ihrer aktuellen Platte, gehen die vier Berliner auf die Bühne und bringen mit Gyp Hop gleich Bewegung unter die Leute.

Bilder zum Konzert
Homepage der Ohrbooten


Es gibt Reggae, Dancehall, Hip-Hop, Pop und Rock, Electro und Folk. Garniert wird das ganze durch den Charme und den Berliner Sound der vier. Diese Mischung hat das vornehmlich junge aber auch gemischte Publikum in die Katakomben des Bunkers gelockt. Es ist aber nicht nur die Vielseitigkeit der Musik, die den Style der Ohrbooten vom Standard-Hip-Hop unterscheidet. Es sind die Inhalte, die fern der Blingbling-Attitüde und „Mein Block“-Mentalität sind. Intelligente Rhymes und Wortwitz verpacken auch ernstere Inhalte ohne aufdringlichen Zeigefinger. Wobei der Spaß aber immer in Vordergrund steht.

Spaß steht auch hier und heute im Vordergrund. Matze Jechlitschka (Gitarre, Gesang) und Ben Pavlidis (Gesang, Percussion), die anfangs mit Jacke und Kapuze noch eher warm angezogen sind, legen schon bei den ersten Liedern alle überflüssige Klamotten ab, denn es wird heiß. Das Publikum springt schnell auf den Citysound an, singt die Lieder mit und geht ab. Etwas ungewöhnlich erscheint das Drumset, hinter dem Markus "Onkel" Lingner (Schlagzeug) sich verschanzt hat. Ein Cajón als Sitz und die Bassdrum ganz rechts außen sieht man nicht so häufig. Alle sind in Bewegung, Matze und Ben geben Tanzeinlagen zu besten, Christopher Noodt (Keybord) schleppt ab und an seine „tragbaren“ Keybords über die und die Menge feiert jedes Stück.

Am Ende des ersten Sets kommt Matze alleine zurück und will ein Lied nach Wunsch singen, nur ein Ohrbooten-Song darf es nicht sein. „Der Holzmichl“ kommt aus dem Publikum, Matze darauf „Kenn ich nicht.“ und holt Max aus der Meute auf die Bühne, damit er das Lied für alle singt. Er stimmt an und alle singen mit „Ja lebt denn der alte Holzmichl noch…“. Matze lernt schnell und begleitet auf der Gitarre. Die anderen drei kommen zurück und die Show geht weiter. „Autobahn“, „Supermann“, „100 mal am Tag“, Tracks von allen drei Platten gibt es zu hören, dann kommt das letzte Lied und gleich im Anschluss, ohne das die vier die Bühne nochmal verlassen, die Zugabe. „Und Tschüss.“ Es ist mittlerweile nach 23.00 Uhr die Luft im Bunker ist feucht und warm. Bevor die die Ohrbooten endlich die Bühne verlassen, versprechen sie nur schnell die nassen Schlüpfer zu wechseln und dann zum Trinken, Quatschen und Autogramme geben zurück zu kommen.

Zum Schluss bleibt nur noch zu sagen, es war ein langes, ausgelassenes, amüsantes Konzert. Die Berliner Truppe, und nicht nur die auf der Bühne, haben ganze Arbeit geleistet. Es gab eine tolle Performance, guten Sound und für den Bunker ein hervorragendes Licht an dem sich manch andere Band messen lassen muss.