Home

Taglist:

Allgemein
Konzertbericht

Bands
Diary of Dreams
Unheilig
Zeromancer

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 06.05.2010

Auf Tour

Der Wert des Augenblicks - Unheilig im Ringlokschuppen

Bielefeld (m2w)    ein Bericht von Marit Koch

„…wir war'n Geboren um zu Leben für den einen Augenblick, weil jeder von uns spürte wie wertvoll Leben ist…“
Dieser Textausschnitt aus dem Erfolgslied „Geboren um zu leben“ von Unheilig, schien das Motto des Abends zu sein. Der Graf ließ jeden Besucher spüren, wie wertvoll das Leben ist, nur, damit man in den Genuss dieses von Anfang bis Ende gelungenen Konzertes kommen konnte.

Bilder zum Konzert
Homepage von Unheilig
Homepage von Diary of Dreams
Homepage von Zeromancer


Als erstes heizten die aus Norwegen stammenden Jungs von Zeromancer dem Publikum ordentlich ein. Der dunkle Sound, bestehend aus einer Mischung von Industrial mit dominierender Gitarre und Gothic-Elementen, brachte den bis auf wenige Restkarten ausverkauften Ringlokschuppen ordentlich zum Kochen und die vom Dauerregen durchnässte Kleidung der anwesenden zum Trocknen. Nach knapp 50 Minuten Spielzeit verließ die Band, nicht ohne sich vorher ordentlich zu bedanken, die Bühne, um Platz für Diary of Dreams zu machen. Durch den vermehrten Einsatz des Synthesizers, passte sich die Gothic-Band hervorragend dem vorangegangenen Programm an. Songs wie „The Wedding“, „The Curse“ und „Tears of Laughter“ erhöhten den Gänsehaut-Faktor.

Um 22:00U hr ist dann der Augenblick gekommen, auf den alle gewartet haben. Der Graf springt (!) auf die Bühne und wird von der jubelnden Menge stürmisch begrüßt. Er trägt sein bewährtes Outfit bestehend aus weißem Hemd, schwarzer Krawatte, schwarzer Hose kombiniert zum schwarzen Gehrock und leicht angeschmutzten Schuhen. In Bielefeld muss eben auch der Graf höchstpersönlich die Konsequenzen des Shitwetters spüren…
Zu Beginn schien es, als müsse sich der Protagonist des Abends erst noch etwas warm machen. Die Stimme war doch noch etwas dünn. Diese verbesserte sich jedoch proportional zu den aufkommenden Schweißflecken auf des Grafen Hemd. Spätestens nach 20 Minuten Spielzeit war auch der letzte Zweifler in den Bann gezogen und die weiblichen Gäste fixiert auf den gräflichen Hüftschwung.
Insgesamt bot die ausgewählte Setlist eine gute Mischung aus ruhigen und lauten, kraftvollen Songs. So verwandelte das Publikum bei „An deiner Seite“ den Saal in ein Meer aus kleinen Lichtern und lauschte bei andächtiger Stille der präsentierten Musik.
Auch bei „Mein Stern“, der letzte Song des Abends, welchen der Graf für seine verstorbene Frau schrieb, herrschte eine ehrfürchte Ruhe.
Falsch wäre der Eindruck, dass nur gestaunt und nicht gerockt wurde. Bei „Freiheit“, „Unter Feuer“, „Kleine Puppe“, „Maschine“ und „Feuerengel“ konnte man nicht mehr stillstehen. Es wurde getanzt, gejubelt, gefeiert. „Große Freiheit“ löste bei dem ein oder anderen durch die auf einer Leinwand gezeigten Hamburg-Bilder Fern- bzw. Heimweh aus – je nach Herkunft. Der erklärte Höhepunkt des Abends ereignete sich mit dem vorletzen Lied „Geboren um zu leben“. Der Graf performte kraftvoll und mit einer schier unerschöpflichen Energie, welche sich durchaus auch auf das Publikum übertrug. Im Hintergrund die Bilder des offiziellen Videos zum Song, vermittelte der Graf ein Gefühl von Stärke und Willenskraft, dass man hinausgehen wollte, um die Welt zu verändern. Man wusste, man würde es schaffen…

Wer nicht mit den guten Taten warten wollte und das nötige Kleingeld bei sich trug, der hatte die Möglichkeit, direkt vor Ort für den Verein Herzenswünsche e.V. zu spenden, mit welchem der Graf eine Patenschaft eingegangen ist, um es schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, „…die Wunder jeder Zeit…“zu erleben…