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Konzertbericht

Bands
Timid Tiger

Locations
Glanz & Gloria



Datum: 17.04.2010

Popsalon

Gewinner der Herzen: Timid Tiger in Osnabrück

Osnabrück (bf)    Das Popsalon Festival geht weiter und beschert uns heute eine wirklich tolle Band. Timid Tiger kommen aus Köln und ihre Musik ist der perfekte, tanzbare Soundtrack für den Sommer. Wahre Indieperlen treffen auf gute Popmelodien und auf minimale elektronische Einflüsse.

Bilder zum Konzert
Homepage von Timid Tiger


Noch bevor die Band mit 20 Minütiger Verspätung auf die Bühne geht ist es bereits sehr voll im Glanz & Gloria. Vielleicht ist der Ruf als charmante Live Band vorausgeeilt und hat so extra viele Besucher in die kleine Lokalität gelockt. Doch zu aller erst wird die Band erst mal richtig angekündigt. Und zwar von niemand geringerem als ihrem Manager. Dieser darf nicht mit Sänger Keshav PuruShotham verwechselt werden, denn auch wenn alles darauf hindeutet: Er ist es ganz bestimmt nicht ;)

Der Manager verschwindet von der Bühne und Timid Tiger finden sich auf der selbigen ein. Typisch für die Band ist ihr Outfit. Alle tragen weiße Hemden und eine dunkle Baggy. Dazu gibt es noch ein schickes glitzerndes Haarband, das sowohl am Kopf als auch am Arm getragen wird. Und als ob der Wiedererkennungswert damit nicht hoch genug ist: Sänger Keshav PuruShotham fällt noch mehr auf. Sein Oberkörper wird zwar von demselben Hemd geziert wie bei seinen Bandkollegen, doch er verzichtet auf eine Hose sowie Socken und Schuhe. Und wer jetzt denkt „Na der hat ja bestimmt eine Wette verloren und muss jetzt seinen Wetteinsatz einlösen.“ dem sei gesagt, dass der Sänger immer so auf die Bühne geht. Also nix mit Wette verloren oder so. Nett ist auch, dass sein Hemd ein kleiner Aufnäher der Donots ziert. Der richtige Hingucker ist der leuchtende Mikrofonständer und das leuchtende Schlagzeug. Stilecht wie auf jedem Timid Tiger Konzert werden alle Ansagen auf Englisch gemacht und dann geht es auch schon los.
„Electric Island“ ist der Opener des Abends und das Publikum beginnt sofort das Tanzbein zu schwingen. Die Bühne ist klein, die Decke ist niedrig. Das muss wohl besonders Gitarrist Christian Voß bemerken, denn als er hüpfend einen dieser Plastikschläuche mit denen man Windgeräusche erzeugt (fast jeder kennt sie, kaum jemand weiß wie sie wirklich heißen) über seinem Kopf schwingt ist dort einfach nicht genügend Platz.
Auch bei den folgenden Liedern „Palm Beach Bar“ und „House Of Love“ zeigt sich das Publikum sehr textsicher und bewegungsfreudig. Schnell geht es weiter im Set. Für „My Girl Is A Rascal“ und „Let The City Save Us“ lässt es sich der Sänger nicht nehmen, selber zur Gitarre zu greifen, um seine Bandkollegen zu unterstützen.

Dann ist es Zeit dem Osnabrücker Publikum eine kleine Verschnaufpause zu gönnen. Die gesamte Zeit tanzen, springen, hüpfen und mitsingen das kann auch für den sportlichsten Konzertbesucher sehr anstrengend werden. So gibt es das langsame „The Gardener“ bei dem eine Akustikgitarre und eine Ukulele hergezaubert werden. Übrigens wer denkt, dass die Ukulele ursprünglich aus Hawaii kommt, wird heute eines besseren belehrt. Wir lernen, dass die Ukulele selbstverständlich aus Indien kommt, dem Heimatsland von Sänger Keshav. Und auch, wenn jetzt eigentlich Zeit zum verschnaufen wäre, lässt es sich das Publikum nicht nehmen, noch ein wenig hin und her zu schunkeln. Bewegungsmuffel sind bei dieser Art von Musik einfach fehl am Platz. Daher sind sie vermutlich von Anfang an zu Hause geblieben.

Die Lieder des aktuellen, im Februar veröffentlichten Albums, werden vom Auditorium sehr gut angenommen. Timid Tiger freut sich natürlich über ein so wohlgesinntes Publikum und gibt kleine Singspiele mit auf den Weg. So werden „Loveboat“, „Womanizer“ und „Miss Murray“ hintereinander gespielt und immer wieder wird das Publikum mit einbezogen. Der Höhepunkt an Publikumsinteraktion wird ganz zum Schluss mit „Ina Meena Dika“ erreicht. Fünf freiwillige Leute aus dem Publikum werden gesucht. Ihre Aufgabe ist einfach: Sie erhalten ein Schild auf dem ein wenig Text steht und es muss an entsprechender Stelle im Lied hochgehalten werden, damit das Publikum sicher mitsingen kann. Schnell sind Freiwillige gefunden und sowohl das hochhalten der Schilder als auch das nachsingen vom Publikum klappt sehr gut.

Das letzte Lied des Abends ist „Rabbit On Fire“ mit dem die Band sein gut gelauntes Publikum nach Hause entlässt. Mit ihrem charmanten auftreten und ihrer Musik können Timid Tiger das Osnabrücker Publikum auf ganzer Linie überzeugen.