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Konzertbericht

Bands
An Horse
Simon den Hartog

Locations
Kleine Freiheit



Datum: 08.04.2010

Auf Tour

Simon den Hartog und An Horse in Osnabrück

Osnabrück (vv)    Die kleine Freiheit ruft! Simon den Hartog & Band und An Horse beehren Osnabrück.

Bilder zum Konzert
Homepage von An Horse
Simon den Hartog bei MySpace


Es ist Donnerstag, der 08. April 2010. Nach zwei extrem bezaubernden Frühlingstagen ist es heute wieder kalt. Nass. Grau. Wir stehen vor der Kleinen Freiheit in Osnabrück, ein Sandstrand begrüßt uns, kann uns das frieren aber nicht abnehmen, selbst wenn man sich warme Gedanken macht.

Nachdem wir erst einmal gnadenlos zu spät kommen geben wir die Hoffnung dennoch nicht auf, das Interview mit An Horse und auch Simon den Hartog führen zu können. Und Gott sei Dank, wir kriegen unsere Chance. Um das Ganze für die 3 etwas kürzer und angenehmer zu gestalten, haben wir uns überlegt, das Interview zusammen zu führen, mit einem sehr interessanten Ergebnis. Simon den Hartog wurde kurzerhand einfach überrumpelt, nun einfach mal das Interview auf Englisch zu machen, aber klappt doch gut, schließlich ist der Amerika-Trip der Kilians noch nicht wirklich lang her, und An Horse, gebürtige Australier, müssen sich ja auch irgendwie mit ihm verständigen.

Wir stellen fest, dass An Horse wirklich sehr bezaubernde Menschen sind, die nun das erste mal in Deutschland auf Tour sind. Nach dem Soundcheck, bei dem wir nur ein paar kleine Eindrücke bekommen sind wir also sehr gespannt, was uns am Abend erwartet. Auch der Soundcheck des Herrn den Hartog wird gespannt angehört - “klingt einfach anders als bei den Kilians.” ist der erste Satz, der uns dazu einfällt. Aber nein, es bleibt nicht bei diesen oberflächlichen Einschätzungen, dazu aber später mehr.

Gegen halb zehn betreten Kate und Damon, An Horse, die kleine Bühne vor einem ganz gut gefüllten Publikum der Kleinen Freiheit. Absolut Tanzbar, sehr ehrlich und aufrichtig stellt sich die Musik der beiden vor. Man merkt, dass das Publikum in Osnabrück sofort überzeugt ist vom Indie-Rock der beiden. Kate an der Gitarre, Damon am Schlagzeug. Teilweise zweistimmig gesungen, mag man immer weiter mitwippen und zuhören. Man kann sich die beiden hier in Deutschland gut in der Musik-Szene vorstellen und begreift nicht unbedingt sofort, warum man vorher noch nichts von ihnen gehört hat. An dieser Stelle also schon mal ein herzliches Dankeschön an das Grand Hotel van Cleef, die die beiden nach Deutschland “geholt haben”. An Horse spielen ungefähr 40 Minuten, das Album und auch Poster der beiden verkaufen sich nach dem Auftritt sehr sehr gut. Der Run auf die Sachen spricht also ebenfalls sehr für die beiden. Danach haben die beiden es allerdings sehr eilig. Müssen sie doch direkt nach dem Auftritt nach Frankfurt weiter - Stress mit dem Visum für Amerika, wo sie derzeit leben. Ein Hoch auf die amerikanische Paranoia.

An Horse steht noch am Merchandise, verteilt Autogramme an Poster-kaufende Menschen, zwar im Stress, dennoch aber sehr höflich und freundlich. Inzwischen fängt Simon den Hartog schon mal an, zu spielen. Kommen wir also zurück auf den Satz “Das klingt einfach anders als bei den Kilians”: ja, es klingt wirklich anders. Als erstes entdecken wir ein Keyboard, das ist schon mal neu und ein sichtbarer Unterschied. Klar, es ist immer noch Simon den Hartog der singt, seine Stimmt erkennt man merklich sofort. Allerdings nicht mehr so laut, vorantreibend, fordernd. Es wird ruhiger, nachdenklicher, auf eine Art und Weise bedachter.

Es ist vielleicht persönlicher, aber der Rahmen in dem es gespielt wird, ist einfach auch ein anderer. Weniger Publikum, das Durchschnittsalter etwas höher als bei den Kilians. Man wird nicht animiert zu tanzen, zu singen, zu springen. Man lässt die Musik auf sich wirken und schweift ab. Man schließt die Augen und hört einfach zu. Man denkt an alles, nur nicht an die Leute, die im gleichen Raum stehen. Bis auf an manche, die uns regelrecht aus unserer eigenen Welt zerren, mit Kommentaren wie “Das ist der Sänger von den Kilians - die hören sich doch an die die Strokes”, die uns langsam zum Hals raushängen.

Eine Tour, die bis oben hin gefüllt ist mit Herzblut zur Musik - man merkt allen an, dass es einzig um allein um diese geht, und um den Spaß an ihr. Darum, Leuten seine Stücke näher zu bringen. Zu sehen, wie sie darauf reagieren. So zumindest haben wir dieses Konzert erlebt und uns gefreut, dass es das wirklich noch gibt.