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Konzertbericht

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Friska Viljor
Lena Malmborg

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Forum



Datum: 18.02.2010

Auf Tour

Friska Viljor sagen Winterblues den Kampf an

Bielefeld (me)    Vereiste Straßen, Schneeregen und Schneematsch ließen das Stimmungsbarometer in der letzten Zeit auf den Nullpunkt sacken. Mit ihrem Gute-Laune-Indie-Rock sagten Friska Viljor dem Winterblues im Bielefelder Forum gestern Abend allerdings den Kampf an und ließen das Publikum das graue Schmuddelwetter vorübergehend vergessen. Mit im Gepäck dabei hatte die schwedische Band um die beiden Sänger Daniel Johansson und Joakim Sveningsson ihr mittlerweile drittes Studioalbum „For New Beginnings“. Ergänzt wurde das Line-Up durch die schwedische Sängerin Lena Malmborg.

Bilder zum Konzert
Homepage von Friska Viljor
Homepage von Lena Malmborg


Eigentlich hatte Lena Malmborg in Schweden eine Fußballkarriere in Aussicht. Durch eine Knieverletzung musste sie ihre Sportkarriere allerdings an den Nagel hängen und entschied sich daraufhin Musik zu machen. Als sie kurz nach 21 Uhr im Bielefelder Forum mit ihrer Band ihr 30-minütiges Set eröffnet, wird schnell klar, dass dies eine gute Entscheidung war. Mit ihren schmachtenden Soulnummern, über Blues-, Folk- und Popsongs bis hin zu einigen Rockabilly-Anleihen hatte sie das Publikum schnell auf ihrer Seite. Weigert sich ihr Stilmix allerdings in eine Schublade gesteckt zu werden, so ist es vor allem Lena Malmborgs einzigartige, rauchige Stimme, die ihre Songs zusammenhält. Dabei begeistert sie an diesem Abend allerdings nicht nur mit ihrer Stimme und durch ihren Stilmix, sondern sorgt auch mit französischen und schwedischen Texten für Abwechslung. Insgesamt spielte sich Lena Malmborg durch ihre zwei bisher veröffentlichten Alben „A new Time, a new Life, a new Religion“ und „Real Love“. Dabei stach vor allem ihre soulige Nummer „Sister - stand up!“ von ihrem aktuellen Album „Real Love“ heraus.



Nach einer kurzen Umbaupause lösten Friska Viljor kurz nach 22 Uhr mit tanzbarem Indiepop die eher ruhigen Töne von Lena Malmborg ab. Etwas zerstreut betraten sie gegen 22 Uhr mit Ukulele und Melodica ausgestattet die Bühne, um mit ihrer Band und mit Verstärkung von Lena Malmborg den Song „Daj Daj Die“ anzustimmen. Musikalisch begeisterten die beiden Schweden dann mal zusammen mit ihrer Band, mal nur zu zweit mit einem bunten Mix aus ihren bislang veröffentlichen drei Studioalben „Bravo“ (2006), „Tour de Hearts“ (2008) und „For new Beginnings“ (2009). An Langeweile war an diesem Abend also gar nicht zu denken! Zusammen mit drei weiteren Musikern, begleitet von Drums, Keyboards, Bass, Gitarren sowie der altbewährten Mandoline, Melodica und Ukulele, stimmten sie einen Hit nach dem anderen an. Songs wie „Oh Oh“, „Old Man“, „On and On“ und „If I die now“ fehlten in ihrem Set genauso wenig, wie das frenetisch gefeierte „We are Happy now (lalala)“ bei dem es auch beim letzten Tanzmuffel kein Halten mehr gab. Den Song „Wohlwill“ spielten sie in Erinnerung an ihren Karrierestart in Deutschland. Dort begann nämlich alles mit einem Konzert in einem Plattenladen in der Hamburger Wohlwillstraße. Die Songs „Goldfish“ und „Tell me“ begleiteten Daniel Johansson und Joakim Sveningsson dann zur Abwechslung allein und ohne die musikalische Unterstützung ihrer Band. Und obwohl viele ihrer Songs eigentlich eher traurig sind, motivierten die beiden Sänger mit ihren Lalala-Refrains immer zum Mitsingen und Mittanzen. Rein optisch machten die beiden langhaarigen, schlaksigen Sänger Daniel Johansson und Joakim Sveningsson dagegen mit ihrem stilsicheren Dandy-Look, im schwarzem Anzug, weißem Hemd und knallroter Krawatte bzw. Fliege auf sich aufmerksam.



Mit ihrer „Kindermusik mit erwachsenen Texten“, wie die Band ihre Musik selbst beschreibt, nahm die Begeisterung im Publikum von Song zu Song mehr zu. Das ließen sich auch die Jungs von Friska Viljor anmerken: Im Verlauf des Abends taute die Band zunehmend auf und wurde nach anfangs zurückhaltenden und knappen Ansagen immer redseliger. Sie ließen das Publikum wissen, dass sie nun schon zum dritten Mal in Bielefeld auf der Bühne stehen und glänzten mit ein paar Fakten, die sie über Bielefeld auf Wikipedia gelesen haben. Zum Schluss versprachen sie noch, dass sie helfen wollen das Gerücht, Bielefeld würde nicht existieren, aus der Welt zu schaffen.



Nach einer guten Stunde verließen Friska Viljor zum ersten Mal die Bühne, um nach einer kurzen Verschnaufpause und etliche Zugaberufe später, für drei Zugaben noch einmal auf die Bühne zurückzukommen. Den Abschluss bildete der Song „Shotgun Sister“ – die ruhigere Version des Songs „We are happy now (la la la)“. Mit merklich viel Spaß auf der Bühne verabschiedeten sich Friska Viljor nach knapp 1 ½ Stunden schließlich von einem erschöpften aber glücklichen Publikum.

Insgesamt ein unvergessliches Konzert mit einer herrlich unkomplizierten und lockeren Band!