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Konzertbericht

Bands
Berlin Boom Orchestra
The Busters

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 29.12.2009

Jahresabschluß mit den Busters

Bielefelder Sommer im tiefsten Winter

Bielefeld (ml)    Das allerletzte Konzert im Ringlokschuppen Bielefeld geben mittlerweile fast traditionell die Busters. Diese sind im Ska angesiedelt und so wurde es mitten im kalten Winter, der uns gefühlsmäßige 1000 Meter Schnee beschert hat, sommerlich warm.

Bilder vom Konzert
Homepage von The Busters
Homepage von Berlin Boom Orchestra


Eröffnen durften an diesem Abend, der den Anfang einer Schneelawine über dem Norden Deutschlands machte das Berlin Boom Orchestra. Hier sei anzumerken, dass die Band sowohl aus Berlin kommt als auch die Stadt in ihrem Namen trägt, bevor dem Autor des Textes noch ein Rechtschreibfehler vorgeworfen wird.
Wie geplant ging die Band um halb neun mit "Meine große Gabe" auf die Bühne und heizte sofort richtig ein. Von Anfang an fingen die vorderen Reihen des Publikums an zu tanzen. Und da nahm man es dem Sänger der Band auch nicht übel, dass dieser die mittlerweile doch recht ausgelutschte Bielefeldverschwörung erwähnte. Im Rahmen dessen verglich er Bielefeld deswegen mit dem Holodeck der Enterprise.
Einer der musikalischen Höhepunkte ihres Auftritts sollte "Mein Mantra" werden, welches mit der Geige und dem bollywoodähnlichen Gesang doch schon fast, wie ein indisches Lied klingt.
Aber auch politische Statements durfen bei der Band nicht fehlen. So äußert man sich "für eine Welt ohne Armut, für eine Welt ohne Hunger, für eine Welt ohne Pässe. Kein Mensch ist illegal".
Nach einer knappen halben Stunde verlassen sie die Bühne und was bei Vorgruppen sonst recht selten passiert, wird hier mal wieder wahr. Das Publikum bietet sie für eine Zugabe auf die Bühne, die das Ende ihres Konzertes dann auch mal um fast weitere 15 Minuten verzögert.

Nach einer sehr knappen Umbaupause von rund 10 Minuten dürfen dann auch schon die legendären Busters mit ihren 10 Musikern, die zeitweilig auf 11 aufgestockt werden, die Bühne entern.
Schon von Anfang an legen sie mit Songs, wie "We Do It" oder "Waking The Dead" von ihrem aktuellen Album ein hohes Tempo vor. Und dies gefällt auch dem sehr gemischten Publikum, welches heute aus kleinen Kindern bis Mittfünfzigern besteht. Aus Menschen, die allein auf Konzerte gehen, bis zu solchen, die das Erlebnis gleich mit ihrer kompletten Familie erleben.
Auch wenn die Band nur wenige Ansagen macht, hat sie doch heute eine unglaubliche Nähe zu ihrem Publikum, was auch davon unterstützt wird, dass es heute keinen Graben gibt, der das Publikum von der Bühne trennt.
Relativ schnell hat sich ein Geruch von Marihuana, wie er anscheinend bei Reggae- und besonders Skakonzerten üblich ist, in die Luft gelegt. Passend zur Atmosphäre. Draußen Winter, innen warm.
Was die Band auf der Bühne leistet ist jedoch keineswegs auf Drogengenuss ausgelegt, sondern eine musikalische Glanzleistung vom feinsten und so bekommt schätzungsweise jeder Musiker wohl mal sein persönliches Solo. Zusätzlich hat die Band für einige Lieder sogar noch eine weibliche Begleitung für den Gesang mit dabei, die zusätzlich noch das Konzerterlebnis steigern kann.
Nicht nur im Innenraum ist die Party voll im Gang, auch außerhalb der kleinen Halle vor der Scheibe wird getanzt.
Ein musikalischer Höhepunkt sollte dann definitiv mit einer Ska-Version des Pink Floyd-Klassikers "Wish You Were Here" kommen.
Mit einem grandiosen Finale und dem Lied "Scooter Maniacs" verabschiedet sich die Band zum ersten Mal nach ca. 100 Minuten Musik.
Und sie kommt nochmal wieder. Unter anderem mit ihrem Klassiker "No Risk, No Fun", der die Menge zum toben bringt. Wer glaubt, dass jetzt Ende ist, täuscht sich, denn es geht noch mehr.
Zur zweiten Zugabe wird es etwas ruhiger und das Publikum setzt sich um sich kurz darauf zu den Klängen von "Mickey Mouse In Moscow" wieder hinzustellen.
Eine Interpretation von "Rivers Of Babylon" beendet dann das Konzert welches mehr als 2 Stunden lang war.

Busters - immer wieder. Eine vollständig auf dem Boden gebliebene aber dennoch erfolgreiche Band, die sichtlich viel Spaß auf der Bühne hat.