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Konzertbericht

Bands
Phil Vetter
Sportfreunde Stiller

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 13.12.2009

Unplugged mit den Sportfreunden

Bis der Barhocker wackelt: Sportfreunde Stiller geben 140%

Bielefeld (bf)    Im Januar diesen Jahres haben die Sportfreunde Stiller als sechste deutsche Band ein MTV Unplugged eingespielt. Damit haben sie sich einer wahrhaft großen Aufgabe gestellt, die sie so gut gemeistert haben, dass es nicht nur bei dem einen Unplugged Konzert bleiben darf. So kommt es, dass die Sportfreunde ihre Sachen zusammengepackt haben und ihre Musik unplugged und live im Ringlokschuppen präsentieren.

Bilder zum Konzert
Homepage von Sportfreunde Stiller
Homepage von Phil Vetter


Doch bevor der Abend los geht heißt es erst einmal warten, bis sich die große Halle im Bielefelder Ringlokschuppen füllt. Das Konzert ist bereits Wochen im voraus ausverkauft und das völlig zurecht. Um die Besucher schon mal passend auf die kommenden Stunden vorzubereiten wird über die gesamte Zeit Musik gespielt, deren Text sich um das Thema New York dreht. Nicht verwunderlich, heißt doch das aktuelle Album „Unplugged in New York“. Verwunderlich hingegen war die Auswahl. Ich hätte nicht gedacht, dass das Thema schier unerschöpflich ist, es wurde kein Lied wiederholt.

Um 19.30 Uhr kommt dann die Überraschung. Im Vorfeld wurde groß angekündigt, dass es an diesem Abend keinen Support geben wird und dass die Sportfreunde Stiller direkt um 20.00 Uhr starten. Phil Vetter heißt der Mann, der hier für den Überraschungseffekt sorgt. Phil Vetter, heute alleine unterwegs, leitet den Abend ein. Die Texte werden heute nur von seiner Akustikgitarre unterstützt und so spielt sich der Mann mit dem Überraschungseffekt in die Bielefelder Herzen. Das Auditorium zeigt sich von seiner besten Seite und klatscht brav am Ende der Lieder und macht sogar ein kleines Mitsing-Spiel mit. Dabei ist es naturgemäß so, dass den Männern die „ohoeo’s“ anvertraut werden und die Frauen dürfen sich an den „uh’s“ versuchen. Das klappt soweit auch ganz gut. Zumindest bei den Männern, die Frauen haben öfters ihren Einsatz verschlafen.
Nach rund 20 Minuten ist Phil Vetter dann allerdings genau so schnell von der Bühne verschwunden wie er draufgegangen ist.

Es folgt noch eine Umbaupause mit der Mix CD „Hits in und aus New York“ ehe gegen 20.30 Uhr die Sportfreunde Stiller auf die Bühne gehen. Zu Beginn des Konzertes präsentiert sich das Trio direkt noch mit einem weiteren, mir unbekannten Mann, an der Gitarre. „Alles Roger“ ist nicht nur auf der CD der Opener sondern auch an diesem Abend. Gelassen wird bereits das erste Lied beklatscht und einige Mutige tanzen sogar ein wenig. Nach den Liedern „Ungewöhnlich“ und „Hallo du“ (das extra für das MTV Unplugged Konzert neu geschrieben wurde) kommen plötzlich immer mehr Musiker auf die Bühne. So stehen teilweise bis zu 14 Musiker auf der Bühne, die da neben den drei Sportfreunden wären: drei Bläser, vier Streicher, ein Keyboarder, ein Gitarrist sowie ein Sänger und eine Sängerin. Alles in allem ist es also sehr voll auf der Bühne, doch da die Performance (angelehnt an die Musik) sehr ruhig ist, ist dennoch Platz für alle da. Sänger Peter und Bassist Rüde haben es heute dem Herrn Kollegen Flo am Schlagzeug nachgemacht und absolvieren zumindest einen Teil des Konzertes im sitzen. Dafür haben sie sich zwei Barhocker ausgeliehen die teilweise mächtig ins wackeln kommen. Kein Wunder, schließlich gibt die Band heute 140%, wenn man den Worten von Flo glauben schenken darf.
Für das Lied „(Tu nur das) Was dein Herz dir sagt“ wird Julia Viechtl (Bassistin von Fertig, los!) kurzerhand engagiert und so erscheint es als Duett in einem neuen Gewand. Publikumshighlights an diesem Abend sind an diesem Abend aber andere Lieder. Mit Abstand die größten Publikumsreaktionen bekommen die Lieder „Ein Kompliment“, Rock’n’Roll Queen“ (leider ohne Charlotte Cooper und Billy Lunn von The Subways) und „Ich war noch niemals in New York“ (leider(?) ohne Udo Jürgens). Aber natürlich werden auch die anderen Hits wie „Ich roque“ oder auch „Siehst du das genauso?“ abgefeiert. Das alles allerdings in einem Rahmen der deutlich verhaltener ist, als bei einem regulären Auftritt.
Mit „Fast wie von selbst“ beendet die Band ihr Hauptset und verlässt die Bühne. Zumindest so lange bis die Bielefelder anfangen Zugaben zu fordern. So werden noch mal fünf weitere Lieder gespielt, ehe mit „Wellenreiten“ das Ende des Konzertes eingeleitet wird.
Musikalisch und menschlich zeigt sich die Band heute von ihrer besten Seite und so ist es kein Wunder, dass nach fast zwei Stunden Setlist das Publikum zufrieden den Ringlokschuppen verlässt.