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Allgemein
Konzertbericht

Bands
Bela B.
Smokestack Lightnin'

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 03.12.2009

Live bei Bela B.

Bela B. im Ringlokschuppen Bielefeld

Bielefeld (m2w)    ein Bericht von Marit Koch

Bela B. spielt zum zweiten Mal im Ringlokschuppen Bielefeld auf. Solo, wie sich versteht, denn Die Ärzte wären hierfür wohl zu groß. Smokestack Lightnin' begleiten ihn im Vorprogramm.

Foto: bela-b.de

Homepage von Bela B.
Homepage von Smokestack Lightnin'


Als Bela B. gegen 20:30 Uhr die Bühne betritt, wird er fast von einem aus dem Publikum fliegenden Bierbecher getroffen. Er ist gekommen, um die Vorband Smokestack Lightnin‘ mit einer Selbstverständlichkeit anzukündigen, als sei es das normalste der Welt, dass der Hauptakt, der Protagonist des Abends, die Nebendarsteller höchstpersönlich auf die Bühne bittet.

Die Jungs von Smokestack Lightnin‘ liefern dann auch einen Auftritt, der mit seinem No-Country-Style zwar im Bezug auf das, was noch folgen sollte, etwas deplatziert wirkte, jedoch einfach Spaß machte. Überzeugen konnten sie ebenfalls durch ihre Interpretation des Bela-Songs „Altes Arschloch Liebe“, welches sie laut Selbstauskunft auf Belas Bitte hin gecovert haben. Wem das noch nicht gereicht hat, der hatte die Möglichkeit, eine der insgesamt vier LPs zu fangen, die ins Publikum geworfen wurden. Als die Band nach guten 30 Minuten Spielzeit die Bühne räumte, um Platz für Bela B und LOS HELMSTEDT zu machen, haben sie mit ihren abwechslungsreichen Showeinlagen und ihren Witzen über die eigene Unbekanntheit, einen durchaus sympathischen Eindruck hinterlassen.

Bela B in Bielefeld: Um genau 21:30 Uhr begibt sich die Band LOS HELMSTEDT auf die Bühne. Die Musiker tragen Bela Masken, hinter einer Wand erkennt man die Schatten eines Mannes. Die Band spielt und – was für ein Durchbruch – Bela B zerschlägt die dünne Papierwand und kommt, bekleidet mit einer Glitzerjacke, gestreiftem Hemd und gepunkteter Krawatte, auf die Bühne. Nach diesem doch sehr klischeemäßigen Einstieg sollte man meinen, dass das ganze ein Scherz gewesen sein muss, doch man wird im Verlauf des Abends das Gefühl nicht los, dass sich der Herr im Glitzeroutfit über die knapp 1000 Besucher amüsiert, da er unter anderem in jedem Satz erwähnt, dass er sich in Bielefeld befindet, als könne er es selbst kaum fassen, was unter Berücksichtigung der Geschichte über „Die Bielefeld-Verschwörung“ den Beigeschmack der Lächerlichkeit hat. Auch muss es einen nachdenklich stimmen, dass der Mann, der am Konzerteingang Sammelbüchsen mit dem Aufruf an die Fans, fünf Euro gegen Nazis zu spenden, als Intro zu seinem Song „1.2.3….“ das Publikum die Hände in die Höhe recken lässt, hoch und runter, eine Faust ballen dazu auf den Kopf klopfen, Finger zur Nase und dabei die begeisterten Befolger der Anweisungen Zählen und zusammenhanglose Sätze vollenden lässt.
Nun gut, wir wollen das Verhalten des Herrn B. hier ja auch nicht sozialkritisch beleuchten, sondern uns um seine Musik kümmern, von der es wirklich reichlich gab. Nach guten 1,5 Stunden Spielzeit machte sich die Band daran, sich von den Fans zu verabschieden, um nach einer kurzen Pause für sieben weitere Songs, darunter der „ZappingsonG“, der „Bobotanz“, „Sie hat was vermisst“, auf die Bühne zurückzukehren. Das durch den ununterbrochenen Bierkonsum gestärkte Publikum dankte es der Band, indem es durch konsequentes Crowd Surfing und exzessives Pogen der Security reichlich Arbeit bescherte.
Um 23:45 Uhr entließ Bela B, bekleidet mit einem silbernen Glitzeranzug, seine Fans mit seinem Song „Altes Arschloch Liebe“, welches er zusammen mit Ina Paule Klink, Sängerin und Keyboarderin von LOS HELMSTEDT, die sich des Songs entsprechend in ein rosafarbenes Babydoll gehüllt hatte, in die Nacht hinaus.