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Allgemein
Konzertbericht

Bands
Lee Buddha
Olli Schulz

Locations
Rosenhof



Datum: 16.04.2009

Live in Concert mit Olli Schulz

Olli Schulz: Entertainment im Rosenhof

Osnabrück (bf)    Wenn man auf ein Konzert von Olli Schulz geht, sollte einem etwas klar sein: Neben der Musik hat der gute Mann jede Menge zu erzählen. Und so wäre ein Olli Schulz Konzert ohne seine Geschichten nur halb so schön. Doch zum Glück ist heute Redestimmung im Rosenhof. Es wird erzählt was das Zeug hält. Fangen wir doch erstmal von vorne an.

Bilder zum Konzert
Homepage von Olli Schulz
Homepage von Lee Buddha


Der Rosenhof ist ganz gut gefüllt, wenn man bedenkt, dass er 1000 Menschen fasst und so ein Club für einen Künstler wie Olli Schulz schon groß ist.
Support ist am heutigen Abend Lee Buddha. Im Gegensatz zu Olli Schulz ist Lee Buddha heute solo unterwegs. Mit Akustikgitarre und Mundharmonika „bewaffnet“ betritt er die Bühne. Im Erzählen steht er Olli Schulz nur wenig nach und so redet Lee Buddha bereits viel. Eine seiner Geschichten handelt davon, dass er damals noch als Rapper unterwegs war. Irgendwann ergibt sich ein Auftritt in der Schule – Freitags nach der siebten Stunde. Und damit nicht alle Schüler ins Wochenende verschwinden werden für diesen Auftritt die Türen verschlossen. Keine Frage, das zieht natürlich wenig Sympathien. Und das wird ihm auch zugetragen. Kurzerhand wird die Rap-Karriere niedergelegt und sich als Singer- und Songwriter einen Namen gemacht. Man muss dem damaligen Kritiker wohl dankbar sein, wer weiß, ob Lee Buddha sonst seinen Musikstil gewechselt hätte.
Dem Publikum gefällt es, was Lee Buddha zu erzählen und zu singen hat. Es wird ordentlich mitgeklatscht. Dennoch lassen es sich viele nicht nehmen, den Auftritt von weiter hinten zu verfolgen.
Während des letzten Liedes übernimmt Lee Buddha die Rolle eines Chorleiters und stimmt einen Chor an. Die Frauen haben die erste Stimme, die Männer die zweite. Letztere sind aber klar im Vorteil, da Lee Buddha bei ihnen mitsingt. Das bringt die Frauen aus dem Konzept und so singt jeder so drauf los, wie er grade glaubt, dass es richtig ist.
Nach einer halben Stunde ist das Set beendet und Lee Buddha verlässt die Bühne.

Nach einer Umbaupause kommen nun Olli Schulz und seine Band auf die Bühne. Der Opener des heutigen Abends ist „Wenn das Leben dich beißt“. Wie auf ein geheimes Signal hat das Publikum mittlerweile den Weg vor die Bühne gefunden.
Bei den folgenden Liedern wird getanzt und mitgesungen, was das Zeug hält. Was mich schon beinahe überrascht: Die alten Lieder scheinen besser anzukommen als die Lieder vom aktuellen Album „Es brennt so schön“. In der Setlist findet sich dennoch für fast alle aktuellen Lieder ein Platz. Da aber auch die Vorgängeralben nicht zu kurz kommen ist das in jedem Fall in Ordnung.
So kann man sich am heutigen Abend z.B. über „Weil die Zeit sich so beeilt“ freuen. Nachdem Tomte wenige Wochen zuvor im Rosenhof „Voran, voran“ gespielt haben und in diesem Lied Olli Schulz zitieren, gibt es heute den Text in voller Länge.
Für „Was macht man bloß mit diesem Jungen“ sucht Olli sich eine Tanzpartnerin. Doch so leicht lässt sich das Osnabrücker Publikum nicht locken. Letzten Endes hat er eine junge Frau gefunden, die dafür drei Freibiere, ein Brötchen und einen Blumenstrauß gefordert hat. Den Blumenstrauß hat sie sofort bekommen (lag zufällig neben der Bühne), wie es mit dem Bier und dem Brötchen geklappt hat konnte nicht weiter verfolgt werden.
Natürlich darf „Song ohne Grund“ mit seinem tollen „Deutschrock Medley“ nicht fehlen. Neben den Standart-Medley-Songs von Juli, Silbermond, Tokio Hotel und Rosenstolz wird am heutigen Abend „Der letzte große Wal“ von Tomte und „Allein allein“ von Polarkreis 18 in das Medley integriert. Am Ende gibt es noch eine herrliche Rammstein Parodie in der Olli Schulz vor allem stimmlich und in seiner Mimik überzeugen kann.
Ach und wo wir grade schon beim Thema Tomte sind. Nach Aussage von Olli Schulz ist es nicht schlimm die Band nicht zu kennen. Handelt es sich hier doch erst um eine junge aufstrebende Band, deren Sänger nicht richtig singen kann. Und wenn das mit dem Singen besser klappt, lernen wir alle Tomte schon noch kennen. So eine Aussage darf man sich wohl nur erlauben, wenn man mit Herrn Uhlmann gut befreundet ist. Weniger ironisch äußert sich Olli über Roger Cicero. Doch bevor er sich über ihn auslässt betont er, dass man andere Künstler nicht dissen sollte. Und um es sich mit dem Publikum nicht vollkommen zu verscherzen fragt er nach, ob es Sympathisanten für diesen Künstler gibt. Entweder gibt es sie nicht, oder sie sind zu eingeschüchtert, um zu antworten. Es folgen ein paar nicht sehr lobende Worte über diesen Mann. Und damit ist das Thema „dissen“ auch für den heutigen Abend abgehandelt.
Die Band gibt an diesem Abend zwei Zugaben. Als nach „Die Ankunft der Marsianer“ die Band das erste Mal von der Bühne geht, steht Olli Schulz kurz darauf alleine wieder auf derselbigen. Jetzt ist der Zeitpunkt im Set, an der er das Publikum nach einem Song fragt, der gespielt werden soll. Toll, heute sind wir bei einem Wunschkonzert! Es werden viele Titel gefordert, gespielt wird „Elefanten“. Das dies wirklich spontan ist, kann man später daran erkennen, dass der Song eigentlich nicht auf der Setlist steht. Und weil es alleine auf der Bühne so schön ist, gibt Olli Schulz auch noch seinen Überhit „Der Rumäne“ zum Besten. Das ist ein Lied, dass es ursprünglich nicht gab, aber irgendwann auf einem Konzert gefordert wurde. So hat sich Olli Schulz kurzerhand einen Text überlegt der sich immer auf das Wort „Rumäne“ reimt und es performt.

Nach fast zwei Stunden beenden Olli Schulz und Band ihr Set und schickt das Publikum mit „Mach den Bibo“ nach Hause.