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Konzertbericht

Bands
One Fine Day
The Subways

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 30.01.2009

The Subways in Bielefeld

My little Rock n Roll Queen

Bielefeld (as)    Es ist Freitagabend und nach einem harten Tag freue ich mich schon sehr auf das nun anstehende Konzert einer Band, die ich bereits letzten Sommer auf dem Hurricane bewundern durfte.
Damals leider zu einer unmöglichen Tageszeit und sowieso ist ein durchzechtes Festival nicht mit einer guten Clubshow gleichzusetzen. Der Club heißt heute mal wieder Ringlokschuppen, die Stadt immer noch Bielefeld und die Band "The Subways"! Dann mal rein in die gute Stube.

Fotos: Jacqueline Strecker

Bilder zum Konzert
Homepage von The Subways
Homepage von One Fine Day


Genau wie bei "Death Cab For Cutie" ist die Bühne heute im „kleinen“ Saal zu finden. Passen trotzdem 800 Leute rein. Die warten schon alle gespannt, als das Licht sich verdunkelt und vier Gestalten die Bühne betreten. Es handelt sich hierbei um "One Fine Day" aus Hamburg.
Wer Pop-Punk mag, kommt hier auf seine Kosten. Viel Pop, wenig Punk, spannend ist das nicht.
Hinzu kommt, dass Gitarrist Nummer 2, der Roman, noch immer im Zug sitzt und somit leider nicht mitspielen kann. Tank yü vor travelling wiff deutsche Bahn.

Kommen wir zum eigentlichen Ziel unserer Reise.
Nach gut 30 Minuten Umbaupause, verdunkelt sich die Halle erneut. Sänger und Gitarrist Billy stürmt mit nacktem Oberkörper auf die Bühne und begrüßt das Bielefelder Publikum. Ihm folgt eine leider wohl bekleidete Charlotte Cooper, deren Bass fast zu groß für sie erscheint. Der dritte im Bunde ist heute wohl undercover im Einsatz, denn Drummer Josh trägt eine Maske, die sein Gesicht vollständig verbirgt. Ist das überhaupt Josh?
Unbeeindruckt von diesem Mysterium rocken die drei los, als ob es kein Morgen gäbe und gleich der erste Song stellt klar, um was es hier heute Abend gehen wird. "Rock'n'Roll Queen" geht sofort nach vorne und lässt Bassistin Charlotte in einem ganz neuen Licht erstrahlen. Wenn es eine Königin gibt, dann muss sie es sein. Da gibt es keine Zweifel. Wie Flubber tanzt sie über die Bühne, rockt und rolled und versäumt es dabei nicht, uns mit ihrer zuckersüßen Stimme zu beglücken. Genau das ist eine der großen Stärken dieser Band. Während Billy seinen Zorn in die Welt hinaus brüllt, begleitet Charlotte mit lieblichem Singsang und die beiden erzeugen ein homogenes Kräftegleichgewicht zwischen Gut und Böse. Eine Harmonie aus Zorn und Güte. Der dritte Song des Abends "Obsession" trägt dieses Phänomen treffend zur Schau.
Zudem sprechen die Beiden ein wirklich gutes Deutsch. So unterhalten sie sich mit dem Publikum größtenteils in der Landessprache und fordern unter anderem "Bielefeld! Klatscht in die Hände!". Billys Bitte wird natürlich Folge geleistet und so entsteht eine ausgelassene und energiegeladene Atmosphäre. An dieser Stelle muss auch der Lichttechniker des RLS gelobt werden, der mit seiner Arbeit die Großartigkeit eines Songs, wie "Allright" noch erhöhen konnte. Gänsehaut bei einem Konzert hatte ich schon lange nicht mehr.
My best days are with you, the Subways! Um es mit den Worten der Band auszudrücken. Die jungen Briten bieten eine perfekte Show mit allem, was dazu gehört. Sprünge von der Bass-Drum eingeschlossen.
Nach 55 Minuten Set ist leider erstmal Ende im Gelände, aber das Publikum giert nach mehr!
So erscheint bereits nach einer kurzen Pause erneut Billy auf der Bühne, mit einer Akustikgitarre um den Hals und stimmt das wunderschöne "Strawberry Blonde" an. Erst im Laufe des Songs steigen Bass und Drums mit ein und komplettieren die Band für die Zugabe.
Anscheinend gefällt es Billy hier in Bielefeld, denn er lockt die Menge: Sollte die total abgehen, würde er mit runter kommen, um da unten mit zu mischen. Da lässt sich Big B. nicht lumpen. Die Menge rastet aus und Billy nimmt Anlauf. Ein beherzter Sprung und einmal Stage Dive quer durch die Halle. So macht das Spaß.
Zurück auf der Bühne schnappt er sich sofort die Gitarre und bämst uns noch "Oh Yeah" an die Birne, bevor die Lichter für heute endgültig aus gehen.
Nach diesem Abend kann man nicht anders, man muss diese Band einfach lieben.
Nur wer jetzt der Maskenmann war, oder warum, oder sonstwas. Naja, keine Ahnung?!