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Allgemein
Konzertbericht

Bands
1000 Robota
Kilians
Philipp Poisel
Silvester

Locations
Solendo



Datum: 12.09.2008

Live in Concert

Das erste Mal 2008

Dortmund (ml)    Im Rahmen des WDR Radiofestivals in Dortmund hat 1LIVE zm Newcomerfestival "Das erste Mal" in das Solendo eingeladen. Mit dabei waren Silvester, 1000 Robota, Philipp Poisel und die Kilians als Paten.

Foto zeigt Philipp Poisel.

Bilder vom Konzert


Es war heiß. Angesichts der vielen guten Bands und der zahlreichen Besucher, die der oft wiederholten Einladung des Radiosenders 1LIVE nach Dortmund gefolgt sind, brannte nicht nur die Luft. Nein, auch die Location hat Sommeratmosphäre in einen eher kühlen Abend gebracht.
So hat man "Das erste Mal" nicht etwa in einem typischen ausrangierten Fabrikgebäude, welches nun als Indie-Disco und autonomes Veranstaltungszentrum dient, sondern in einer sommerverstrahlenden hellen Strandbar mitten im Herzen von Dortmund veranstaltet.
Dies gefiel nicht nur dem Publikum, sondern auch den anwesenden Bands.

Die undankbare Rolle des Openers haben Silvester gemacht. Dieses Mal sogar mit einer neuen Idee in der Poplandschaft. Alle erfolgreichen Bands haben EINE Sängerin (hier: Naima Husseini), wieso stellen wir dieser allerdings nicht eine zweite Sängerin zur Verfügung. So geschehen mit Valeska Steiner, die auch noch die Keyboards bedient. Hier Pop und da ein wenig Electro. Sehr helle Klänge und "keine der zahlreichen Sängerinnen, die auf Nena setzen" (Tom Hessler, Fotos) macht diese Musik dennoch einzigartig. Und so gesehen auch erfolgreich. "Wenn nur eine von 10 jungen Frauen das Silvester Album hört, statt Germany's Next Topmodel zu gucken ist die Welt noch nicht im Arsch" (Tom Hessler, Fotos).

1000 Robota waren der, in Anbetracht der beiden Frontfrauen von Silvester, vielleicht nicht heißeste, aber dafür der schnellste und vielleicht auch lauteste Act an diesem Abend. Gerade in der hiesigen Indie-Szene sind 1000 Robota schon bekannt. Auch hier setzt man auf neue Klänge, so wechseln sich britische und schwedische Indieklänge, aus den Bereichen Foals, Hives und Franz Ferdinand, mit gekonnt trashigem Sounddesign ab. Einmalig ist die Band, weil man sich dazu entschlossen hat, diese Klänge nicht mit englischsprachigem sondern mit deutschsprachigem Gesang zu übermalen. Top und heiß.

Auf den nun folgenden Musiker haben viele Konzertbesucher gewartet. Philipp Poisel kann man, nachdem er schon Konzerte im Vorprogramm von Herbert Grönemeyer bestritten hat, nicht mehr als Newcomer bezeichnen. Genauso, wie sein Labelchef bei Grönland, klingt er dann auch. Auch eine Weltpremiere gab es zu hören: "Wie soll ein Mensch". Nicht auf dem Album erhältlich, aber dennoch sehr atmosphärisch. "Ich und Du" ist, wenn man es so nennen kann, einer der Hits vom Album. Zwischendurch dann auch mal mit dem Refrain auf litauisch gesungen. Das wohl atmosphärischste Lied von ihm ist jedoch "Wo fängt dein Himmel an?". Schön.

Nun fehlen nur noch die Kilians. Headliner oder Paten, je nachdem, wie man es an dem Abend nennen möchte. Standardmäßig ging man dann auch mit "Short Life Of Margott" auf die Bühne. Im Rahmen des Gigs spielte man sich dann auch einmal quer durchs Repertoire mit "Something To Arrive", "Fight The Start", oder auch "Enforce Yourself". Neu, für die zahlreichen Fans, dürfte jedoch das Lied mit dem Arbeitstitel "Tackern 06" sein, welches auch etwas so klingt. Mit "When Will I Ever Get Home" hat man dann auch den regulären Teil beendet und musste darauf mit "Sunday" und dem U2-Klassiker "Sunday Bloody Sunday" noch eine spontane Zugabe geben.

Für die Besucher im Solendo war es auf alle Fälle ein schöner sonniger Abend und auch die daheim gebliebenen haben regelmäßige Live-Schalten in die Dortmunder Strandbar gekriegt. Neidisch können hinterher nur die sein, die in Köln beim Coldplay-Konzert waren, oder sollte es doch eher andersrum sein?
Auf alle Fälle hat man in Dortmund die Newcomer, die ja auf Grund ihres Bekanntheitsgrades in den jeweiligen Szenen eigentlich gar keine mehr sind, sehr gut präsentieren können, auch wenn sich so mancher Radiohörer etwas längere und ausführlichere Live-Schalten gewünscht hätte.