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Konzertbericht

Bands
Blackmail
Eternal Tango
Schandmaul
Schelmisch
Sportfreunde Stiller
Tomte

Locations
Rheinauen



Datum: 05.07.2008

Open Air

Rheinkultur 2008

Bonn (m2w)    von Vanessa Vinnemeier

Samstag, 05.07.2008, 11.00 Uhr in Deutschland: Auf gehts nach Bonn, die 26. Rheinkultur ruft!

Foto: Dieter Bethke / zeigt Peter Brugger (Sportfreunde Stiller)

Fotos von Dieter Bethke:
Galerie 1 vom Festival mit Schandmaul, Tomte und den Sportis
Galerie 2 vom Festival mit Roman Fischer, Martin Jondo, Ben Folds und den Wohnraumhelden


Nach einer Stunde, gerade von der A2 auf die A1 gewechselt, werden wir von der Autobahn gelotst- Unfall. Gut, den Umweg nehmen wir natürlich in Kauf, schließlich freuen wir uns auf Dúné, Blackmail, Tomte und Sportfreunde Stiller.
Nach 35 km von Kaff zu Kaff endlich das erlösende Autobahnschild. 14:30 Uhr: ENDLICH SIND WIR DAAA! Allerdings etwas enttäuscht, da Dúné, als wir auf dem Gelände sind, schon wieder den Platz auf der Bühne geräumt haben. Egal, wir lassen uns nicht entmutigen und erkunden erstmal das Gelände.Scheint, als hätte sich nichts verändert: tausende von Imbiss-Buden, ein Basar der entweder für Hippies oder Neu-Emos alles zu bieten hat, was das Herz begehrt, Merchandise, und natürlich die erlösenden Becks Stände.
Jetzt bleibt erstmal ne Menge Zeit, bis die großen Helden die Bühne erklimmen, also setzen wir uns auf den tollen Hügel hinter der roten Bühne, und beobachten das ganze Geschehen erstmal von weitem.
Im Hintergrund nehmen wir Eternal Tango wahr, eine fünfköpfige Rock/Emocore-Band aus Luxemburg. Die Jungs strengen sich an, das Publikum mitzureißen, und schaffen es zumindest bei den Menschen, die sich vor der Bühne tummeln.
Weiter gehts mit Schelmisch, 8 Personen stürmen die Bühne und lassen Mittelalterlichen Rock inklusive Dudelsack erklingen. Die Meute vor der Bühne steht total drauf, man sieht tausend Hände von links nach rechts schwingen und Körper sich vom Boden lösend in die Luft springen. Ich bin ganz froh, dass ich das ganze nur von weitem wahrnehme, und mir wird bewusst, dass wenn ich gleich die Bühne wechsel, es mit Schandmaul wohl genauso weitergeht.
Also, auf gehts, einen halben Auftritt von Schandmaul wird man sich wohl ansehen müssen. Viel zu sagen gibt es wohl nicht, entweder man mags, oder eben nicht. Ich stehe eher dort, um einen halbwegs guten Platz bei Tomte zu haben.
Fünf nach halb Acht. Herr Uhlmann betritt die Bühne. Mein erster Gedanke: Mensch ist der klein! Bewaffnet mit der Akustik-Gitarre gehts nun los, "So soll es sein" erklingt als Opener. Gefolgt von einem gut ausgewählten Set aus Stücken wie "New York", "Ich sang die ganze Zeit von dir", "Schreit den Namen meiner Mutter" und "Norden der Welt" fühlt man sich sofort wieder wohl, wenn man Tomte dort oben auf der Bühne betrachtet. Einziger Wehrmutstropfen (der eigentlich einen recht großen Anteil an "Musikschauen" ausmacht) : Der Sound ist Rheinkultur-typisch miserabel. Es kommt kaum was an, zum Teil fragt man sich, ob man überhaupt was hören würde, wenn man nicht wüsste, was sie dort gerade spielen. Alles in Allem aber ein sehr gelungener Auftritt, danke Thees; man fühlt sich ganz beflügelt und glücklich.
Irgendwann setzt der Regen ein, tut der Stimmung aber überhaupt keinen Abbruch, im Gegenteil, zu Blackmail passt das Ganze perfekt. Die Herren tun alles, damit der Auftritt auch als perfekt angesehn wird. Mich haben sie überzeugt, sehr sogar. Das Set war toll, die Stimmung super, Sänger Aydo Abay geht sogar ein zweites mal Crowdsurfen, nachdem er schon beim ersten Mal betont, dass das nun aber wirklich das letzte mal war. Zum Ende hüpfen noch blaue und weiße Riesenluftballons über uns hinweg, "geklaut von den Sportfreunden", geben sie wenigstens zu.Bezaubernd wars trotzdem.
Wo wir gerade schon bei diesen sind, machen wir auch gleich weiter. Sportfreunde Stiller ist die letzte Band, die wir uns an diesem Tag anschauen. Um 22:45 fällt der Vorhang, ganz hell und knatschgrün leuchten uns Rüde, Peter und Flo auf der schwarzen Bühne der Rheinkultur entgegen. Großes Kino, meine Herren.Viele alte Stücke finden ihren Platz im Set, genau wie ein paar neue Songs von "La Bum". Die Auswahl der Stücke ist perfekt, sodass jeder Fan oder auch Nicht-Fan auf seine Kosten kommt. Laut, leise, tanzbar, zum dastehen und sich berieseln lassen. Bezaubernd sympathisch wird gegen die Lautstärkeregelung protestiert, irgendwie können sie sich trotzdem nicht durchsetzen, aber der Wille zählt. Zwischendurch eine DJ-Einlage mit dem Feinsten, was Oldschool Hip Hop zu bieten hat, Mitgröhl-Gut wie "Jump - You might as weeeeeell juuuhuuuump" und einem "Weine nicht wenn der Regen fällt"-Anfang bei "Ich, Roque", sowie einer von Rüde angestimmten Humba zum Schluss wird ein Animationsprogramm à la Sportfreunde Stiller geliefert - alles im gewohnten Rahmen also, im postiven Sinne natürlich.
Schon wars das wieder, die Rheinkultur 2008 nimmt ein Ende, die Fressbuden und Getränkestände werden nach gutem Anlauf den ganzen Tag über zurückgelassen, genau wie die mit Plastik, Flaschen und Glas gespickte Rheinaue, und zum guten Schluss Bonn. Zurück auf die Autobahn, noch einmal durch Köln-City (wir sind uns noch immer sicher, dass sie unsere Autobahnausfahrt versteckt haben die uns auf die A1 bringen sollte..), und gegen drei daheim, im wohlbehüteten Bett. Schön wars, wirklich schön.