Home

Taglist:

Allgemein
Konzert
Konzertbericht

Bands
Casper
Casper & Marteria
Marteria
Nura

Locations
Baldeneysee
Essen
Seaside Beach Baldeney



Datum: 31.08.2019

Casper & Marteria

Ekstase, Eskalation und dann kam der Sturm

Essen (sd)    Einen Tag nach dem Konzert der Fanta 4 steht am Baldeneysee in Essen ein weiteres Highlight auf dem Programm. Casper & Marteria haben sich zusammengetan, ein Album veröffentlicht und eine Tour geplant. Nun Sind sie in Essen.

Casper & Marteria beim Auftritt am Seaside Beach Baldeneysee in Essen. Foto: Sven A. Droste

Wie schon am Tag zuvor herrscht die Sonne, es ist heiß und eigentlich will man in den See, nicht nur an den
Bilder:
Nura
Casper & Marteria
Webseite:
Nura
Casper & Marteria
See. Aber auch wenn das Wasser lockt, ist die Verlockung des Konzertes größer, so sehen es zumindest die rund 20.000 Menschen auf dem Gelände des ausverkauften Seaside Beach. Die Vorfreude ist riesig bei den Anwesenden, denn beide, Casper & Marteria

sind solo schon ein Garant für eine energetische Show und so verspricht die Kombination der beiden noch etwas mehr Dampf.

Die Spiele eröffnet Nura. Zusammen mit ihrem DJ ist sie Supportact und geht bestens gelaunt bei strahlendem Sonnenschein auf die Bühne. Nura war eine Hälfte des Rap Duos SXTN, ist seit einiger Zeit solo unterwegs und hat einige Erfolge gefeiert. Sie wurde Ende 2018 mit eine 1Live Krone ausgezeichnet, machte unter anderem Kolabos mit Bausa und Trettmann und hat 2019 schon einiges an Singles veröffentlicht. Ihr Aufwärmprogramm kommt an und die Leute vor der Bühne kommen trotz der hohen Temperatur langsam in Bewegung.

Danach lässt der Hauptact etwas auf sich warten, während sich in der Ferne der Himmel verdunkelt. Es wird regnen, das steht im Wetterbericht und kündigt sich auch am Himmel an.

Die Show geht los. Casper erobert die Bühne und Marteria folgt. Die beiden haben das Publikum sofort auf Touren. Ein klassischer Blitzstart. Es ist so als hätte die kurze Verzögerung das Publikum wie einen Bogen bis aufs letzte gespannt und der Moment als Casper und Marten auf die Bühne kommen, ist der Moment im dem die Sehne losgelassen wird. Von Null auf Hundert. Vollgas. Es ist fast episch und es verspricht ein besonderer Abend zu werden.

Der Grund warum man das Konzert nicht so schnell vergessen wird ist aber leider ein anderer, ein tragischer.

Die Wolken haben sich langsam aber sicher an das Konzertgelände angenähert. Und nach etwa fünfundzwanzig Minute der Show kommt etwas Wind auf. Das ist der Moment in dem Wir uns entscheiden unseren Platz am Eingang zum Graben links vor der Bühne zu verlassen. Wir wollen das Equipment und uns rechtzeitig wetterfest machen. In dem Moment wo wir den Entschluss gefasst haben kommen auch schon die ersten Tropfen und wir nehmen die Beine in die Hand. Schaffen es gerade noch rechtzeitig uns an einem der Gebäude auf dem Gelände unterzustellen und in die Capes zu schlüpfen.

Es schüttet und stürmt und blitz, von der Bühne können wir von dort wo wir relativ trocken stehen nichts mehr sehen. Dann hört die Musik auf und wir warten. Warten das der Regen aufhört und es weitergeht. Es gibt eine Durchsage, die wir nicht richtig verstehen können. Konzertbesucher, die auch versuchen sich noch mit unter das Dach zu stellen, sagen, dass das Konzert wegen technischer Probleme beendet wird. Der Regen wird weniger und hört auf. Jetzt kann man auch die Durchsagen hören, dass die Besucher gebeten werden das Gelände zu verlassen. Die Notausgänge werden zusätzlich geöffnet und die Menschen ziehen enttäuscht ab.

Es bleibt entspannt. Jedoch sind viele verärgert und spekulieren über einen neuen Termin, denn Cas und Materia konnten nur ca. 30 Minuten ihrer Show präsentieren. Alles in allem bleibt es aber ruhig, nur ist der Marsch der Enttäuschten sehr langsam unterwegs, denn die Logistik ist natürlich nicht auf so ein frühes Ende der Veranstaltung vorbereitet. Die Shuttlebusse stehen nicht direkt bereit.

Es dauert also ein Weilchen, bis wir das Gelände verlassen haben, unsere Räder erreicht und mit diesen zu unserem Schlafplatz kommen. Erst da lesen wir was wirklich alles passiert ist. Die Presse schreibt was von ca. 30 Verletzten, dass sich Teile der Bühne gelöst haben und runtergefallen sind. Wir sind geschockt, davon haben wir und vermutlich auch viele andere vor Ort gar nichts mitbekommen. Und so endet der Abend mit Gedanken an die Verletzen und der Hoffnung, dass sie sich schnell wieder erholen können. Und da ist noch dieses Gefühl im Bauch, dass wir bei all dem wohl richtig Glück gehabt haben.
(ph)