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Aachen
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Datum: 23.08.2019

Kimiko Isle of Art Festival 2019

Heimspiel für die Antilopen Gang und Trettmann räumt ab.

Aachen (sd)    Das Kimiko Festival gibt es jetzt schon in 2 Varianten, an 2 verschiedenen Orten in Aachen. Und das Kimiko in seiner ursprünglichen Form, dem Kimiko Iles Of Art feierte in diesem Jahr sein Fünfjähriges. Man kann es also mit Fug und Recht zu der Liste der Etablieren Kulturveranstaltung in der Euregio zählen und dazu kommt noch, dass es eines der Charmantesten kleinen Festivals ist, die es in der Umgebung gibt.

Trettman beim KIMIKO Isle of Art Festival 2019 Foto: Sven A. Droste

Bilder aller Bands
Webseite der Kimiko Festivals
Auch 2019 warteten an drei Tagen und auf vier Bühnen ein erlesenes Programm auf die Besucher. Quer durch die Genres war für jeden etwas dabei, vom lokalen Urgestein, bis zum nationalen Topact, von Electro bis Ska-Punk, von leise bis laut, von Solokünstler bis zur "big" Band. Alles und für alle was dabei.

Wir haben uns Freitag und Samstag die Sonnencreme geschnappt and mal geschaut, was es dort alles zu erleben gab.

Zum Bespiel gaben sich am Freitag die Poppunker von Forger (Fotos) aus dem benachbarten Jülich auf der Museumsbühne die Ehre. Zugegeben, der musikalische Ansatz ist nicht das, was man als innovativ bezeichnet, aber in Windschatten von Green Day oder Blink 182 liefern sie eine Show, die man im besten Sinne von der Kombination Gitarre, Schlagzeug, Bass, anschnallen und Gas erwarten kann. Weder Pop noch Punk kommen zu kurz und der Spaß schon lange nicht.

Moses (Fotos), der am frühen Abend auf der Talent Stage zu sehen ist, ist aus etwas anderem Holz geschnitzt. Weniger Schreddern, weniger laut weniger Personal. Bis auf einen Song, bei dem er von Punkrocker Männi aka Samuel Dickmeis unterstützt wurde, ist Moses allein mit seinen Instrumenten. Elektronische Sounds und fette Bässe begleiten seine deutschen Texte. Moses ist aber vor allem, aber nicht nur in Aachen kein Unbeschriebenes Blatt, denn Moses sah man schon mit Sebastian Sturm und der Antilopen Gang auf der Bühne.

Die Bühne im Park des Ludwig Forum wird zeitgleich von Klaus Johan Grobe (Fotos) bespielt. Hinter diesem Namen stehen die beiden Schweizer Sevi Landolt und Daniel Bachmann, von denen Spex schrieb: "Sie sind quasi The Whitest Boys Alive südlich der Alpen.". Ein Bisschen Funky, ein Bisschen Disko, ein Bisschen Rock 'n' Roll und dazu deutsche Texte, das ist das Rezept dafür, dass das Tanzbein geschwungen wird. Es ist eigentlich schon etwas verwunderlich, dass Klaus Johan Grobe ihre bisher größten Erfolge jenseits des großen Wassers feierten und in Muttersprachländern eher ein Geheimtipp sind.

Etwas später auf der Museumsbühne wird ein ganz anderer Stil gepflegt. Jaya The Cat (Fotos) ist ein Kind der 90er, das über die Jahre einige Wechsel und die Umsiedlung aus den Staaten nach Amsterdam hinter sich gebracht hat. Drunk Rock Reggae so definieren sie selbst ich Genre und wenn sie es nicht so genannt hätten, dann wäre man spätestens bei den ersten Tönen ihrer Show selbst auf den Trichter gekommen. So Dauer es auch maximal 2 Sekunden, bis die Menge vor der Bühne in den Partymodus schaltet, als bärtigen Geoff Lagadec und Karl Smith mit ihren Kollegen nach einer etwas längeren Vorbereitungszeit endlich auf die Bühne gehen. Und es geht heiß her vor und auf der Bühne, bis der letzte Ton verklungen ist. Für eine alkoholschwangere Party sind Jaya The Cat ein absoluter Garant.

Den Hauptakt des Tages geben die Antilopen Gang (Fotos). Zu 2/3 Kinder der Stadt, denn die Brüder Danger Dan und Panik Panzer haben lange in Aachen gewohnt und hier auch ihre Musikalische Jugend verbracht und wieder mal in der Heimat soll der Abend richtig heiß werden. Die Voraussetzungen sind bestens, der Abend ist lau, der das Publikum bereit und mit einem knall verwandeln Kolja und Brüder Porgratz und von der Gang den Park, in dem sonnst der schönen Künste gefrönt wird, in einen tobenden Tanzsaal. Das volle Programm, inklusive Wall of Death. An diesem Abend gehen wohl alle schweißgebadet, heiser, aber glücklich nach Hause.

Den Cuteness Sonderpreis haben sich am Samstag das Vater-Tochter-Gespann Souljah & Nesaya (Fotos)verdient. Die beiden haben zwar nur einen mini Slot am späten Nachmittag, füllen Ihn aber mit ganz viel Liebe und Hingabe. Der Aachener Rapper Souljah aka Jochen Cromme und seine Tochter entzücken das sonnenbadende Publikum schon sehr.

Noch einen kurzen Slot hat der ebenfalls aus Aachen Stammende MC Bornerline (Fotos) ergattert und nutzt ihn um seine Skills zu präsentieren. Bornerline wurde auch erst vor kurzem auf hiphop.de/upcoming mit seinem aktuellen Video gefeatured.

Neulinge sind The Quicksteps (Fotos) auf keinen Fall mehr. Die Ska-Band, die sich auf der Museumsbühne präsentiert haben als Band schon 20 Jahre auf dem Buckel. Die Band um die beiden Sänger Georg Rouette und Tobi Campmann sind berüchtigt dafür, Ihr Publikum bis auf den Letzen Tropfen Schweiß auszuquetschen und machen auch hier ihrem Ruf keine Schande.

Vorletzter Act auf der Parkbühne ist Allesgönner & The Tasty Jams (Fotos). Der Aachener Komponist und Produzent Marc Wojcieszak aka Allesgönner und seine Band The Tasty Jams mixen Rap und Funk zu einer tanzverpflichtenden Mischung, die den Rasen im Park ganz schön unter den shuffelnden Sandalen und Flip Flops leiden lässt.

Zurück an der Museumsbühne wartet man auf Bennet (Fotos). Der der in Köln lebende Sänger folgt den Ruf des Soul, Hip-Hop und R&B, man hört aber auch immer ein kleines Bisschen Jamaica, wenn er singt. Er und seine Kollegen an Gitarre, Schlagzeug Bass und Keyboard legen einen fetten Sound vor, der in den Bauch und die Beine geht. Bennet hat auch gerade das Video zu seiner aktuellen Single Not In Mind veröffentlicht.

Der Topact des Samstags ist einer, an dem im Deutschen Hip-Hop zurzeit niemand vorbeikommt. Tretti ist in aller Munde und auf allen Platten und vor allem heute auf der Bühne im Park des Ludwig Forum. Der Auftritt zögert sich ein Bisschen hinaus und die Spannung im Publikum steigt immer mehr, die zum Teil sehr jungen Fans können es kaum erwarten. So ist es auch nicht unerwartet, als beim ersten Track die Menge eskaliert. Trettmann (Fotos) hält sie Spannung im Publikum für den Abend durchgehend aufrecht, so dass viele den Sonntag mit einem ausgewachsenen Kater, einem Muskelkater, verbringen werden. Es wird gebounced und gesprungen, dass die Erde bebt.

Das waren natürlich nicht alle Künstler, die es auf dem Kimiko zu erleben gab. Sonntags Spielte noch Akua Naru, Cari Cari, Blond, Provinz, Wilhelmine, I Finton und und und. Und so einige haben wir auch am Freitag und Samstag verpasst.

Neben der Musik bietet das Festival noch viel mehr. So kann man sich bei Führungen im Museum die moderen Kunst näherbringen lassen und den ein oder anderen Pop-Art-Künstler in Farbe kennen lernen. Es gibt Massagen und für Leib und Magen wird auch gesorgt. Viede lokale Restaurants und Bars und Cafes haben ihren Stand auf dem Kimiko Isle Of Art Festival und bieten Köstlichkeiten der normalen, vegetarischen und veganen Küche. Das Kimiko ist ein festival für die ganze Familie und hat sich zurecht einen Platz auf der kulturellen Veranstaltungsliste erkämpft und verteidigt. Auch hier ein Dank an die Veranstalter, die seit Jahren die Fahnen hochhalten und Alternativen zu CHIO und Karneval anbieten. Wir warten gespannt auf die Kimiko Festivals im Jahr 2020.
(ph)