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Konzertbericht

Bands
Joe Bonamassa

Locations
Rittal Arena



Datum: 06.10.2018

Bluesgitarrist in Wetzlar

Joe Bonamassa zeigt Gitarrentalent

Wetzlar (ml)    In der Rittal Arena Wetzlar zeigte Joe Bonamassa, was er als Bluesgitarrist drauf hat. Der amerikanische Musiker gilt im Bluesrock als Ausnahmetalent und ist, gerade unter anderen E-Gitarristen, in aller Munde und weltbekannt.

Joe Bonamassa spielte in der Rittal Arena Wetzlar. Foto: Marcel Linke

Der Saal der Rittal Arena ist komplett bestuhlt. Eine Vorgruppe gibt es am heutigen Abend nicht. Und so kann es
Fotos zum Konzert
Homepage von Joe Bonamassa
dann pünktlich um 8 Uhr abends auch direkt mit Joe Bonamassa los gehen, der allerdings vor einer nur spärlich gefüllten Halle auftritt.
 
Mit "King Bee Shakedown" kommt der Künstler auf die Bühne. Das Bühnenbild ist schlicht gehalten, diese aber trotzdem groß, um seine Band unterzubekommen, die nicht nur aus der typischen Bluesrock-Besetzung, sondern auch aus Bläsern und Backgroundsängerinnen besteht.
 
Schon früh beginnt Joe Bonamassa mit minutenlangen Soli auf der Gitarre. Ab und zu solieren allerdings auch die Mitstreiter auf der Bühne. So zum Beispiel relativ früh zu "Just Cause You Can" sein Pianist Reese Wynans, der bereits mit Legenden, wie Stevie Ray Vaughan, Buddy Guy und John Mayall zusammen gearbeitet hat.
 
Regelmäßig tauscht Bonamassa seine Gitarren aus. Neben einer Stratocaster, spielt er so auf der Bühne auch noch Les Paul, eine Telecaster und eine Semi Hollow Gitarre. Ist die erste Hälfte des Konzerts von "Self Inflicted Wounds", über "Little Girl" bis "How Deep This River Runs" noch recht gesangslastig und massenkompatibel gehalten, wird spätestens nach der Vorstellung der Band soliert was das Zeug hält.
 
Gefühlt bestehen die Lieder fast nur noch aus Soli, ab und zu unterbrochen von Gesang. Und es wird nicht langweilig. Sogar der Schlagzeuger darf sein Können einmal präsentieren. Und Joe Bonamassa präsentiert sein Können so oder so. Was auf Platte typischer Bluesrock ist, ist live eine Wucht. Man merkt, dass Bonamassa sich austoben möchte und dies auch tut.
Die Songs haben nach der Bandvorstellung dadurch fast schon fließende Übergänge. Es wird quasi kaum geredet, viel gejammt und auf einmal kommt das Lied. So etwas kennt man unter anderem von den Red Hot Chili Peppers, aber tatsächlich auch von Eric Clapton, der es dennoch etwas massenkompatibler aufzieht.
Das muss Joe Bonamassa aber nicht. Blues Rock ist nicht mehr so populär, wie noch in den 60ern oder in den 70ern. Die Größen von damals sind weiterhin etabliert. Die Fans in der Halle erwarten aber eher die geniale Musiktechnik als Songs, die man großartig mitsingen kann. Und das wird hier geboten. Bonamassa zeigt auch live, dass er ein Ausnahmekünstler ist und ein begnadeter Techniker auf der Gitarre.
 
Nicht von ungefähr kamen deswegen die Standing Ovations des Publikums ab "Last Kiss". Rechtzeitig zur kurzen Zugabenpause, die durch "How Many More Times" eingeleitet wurde. Zurück kam Bonamassa mit "Mountain Time", einer Rockballade, die sich wunderbar als Abschied an einem solchen Abend eignet.