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Konzertbericht

Bands
Flogging Molly
The Prosecution

Locations
Warsteiner Music Hall



Datum: 01.09.2018

Flogging Molly in Dortmund

Industriekultur, Folk Punk und ein guter Ratschlag: Enjoy life!

Dortmund (m2w)    In Dortmund Hörde liegt unweit des Westfalenparks und direkt neben der Bergmann Brauerei mit der Warsteiner Music Hall, ehemals Phoenixhalle, ein wunderschönes Beispiel Industriekultur des Ruhrgebiets und eine tolle Halle, in der Flogging Molly wieder einmal den Beweis antraten, dass sie live einfach immer ein Vergnügen sind.

Flogging Molly spielten in der Warsteiner Music Hall. Foto: Bastian Sylvester

Obwohl mein Fahrer alles auf der A2 gegeben hatte, der schnöde Broterwerb und die unmenschlichen Arbeitszeiten
Fotos zum Konzert
Homepage von Flogging Molly
Homepage von The Prosecution
sorgten dafür, dass wir erst nach dem offiziellen Konzertbeginn eintrafen und prompt bereits die Vorband verpasst hatten. Mit einer für eine aus Bayern stammende Ska-Punk-Band ungewöhnlich preußischen Genauigkeit hatte The Prosecution pünklichst angefangen und ihre Aufgabe als Opener so ernst genommen, dass sie mit wenigen Liedern wirklich nur das Konzert eröffneten und nach weniger als einer halben Stunde, eher nur 20 Minuten bereits wieder die Bühne verlassen hatten.
 
Die Umbauphase dauerte dann in etwa genauso lange wie der Auftritt der Vorband doch endlich betraten die, auf die alle gewartet hatten, die Bühne: Flogging Molly. Und die legten gleich mit (No more) Paddy's Lament richtig los. In den nächsten knapp zwei Stunden wurden Songs quer durch die letzten 18 Jahre gespielt, bis kein einziger Zuschauer mehr ruhig stehen konnte und die Bierbecher flogen. Dave King interagierte wie kaum ein Leadsänger sonst mit dem Publikum, begrüßte Leute, die ihm schon bei früheren Konzerten aufgefallen waren, erklärte Lieder mit besonderer Bedeutung, stellte im Laufe des Abends jedes Bandmitglied einzeln vor und verteilte immer wieder Guinnessdosen an Fans. Selbst als er vom Inhalt eines geworfenen Bierbechers im Gesicht getroffen wird, nimmt er es mit Humor und bittet die Fans nur, dass Bier lieber zu trinken als zu werfen. Man merkte allen Bandmitgliedern bei diesem Auftritt an, wieviel Spaß es Ihnen offensichtlich macht auf der Bühne zu stehen und wie sehr sich darüber freuen, dass Leute kommen um sie zu sehen und zu hören. Die Freude ist zu echt, als dass sie Show kein könnte, und das überträgt sich wiederum bei allen ihren Konzerten deutlich auf die Menschen vor der Bühne. Zu tanzen, zu klatschen oder mitzusingen muss Dave King das Publikum nicht ein einziges Mal auffordern, hier blieb niemand cool an seinem Platz.
Höhepunkt dieses Auftritts für mich ist das Duell und Duett zugleich von E-Gitarre und Schlagzeug, bei dem die restlichen Mitglieder von Flogging Molly alle nach und nach aussteigen und die Bühne verließen, bis nur noch Nathen Maxwell und Mike Alonso auf der Bühne waren und sich gegenseitig aneinander hocharbeiteten, bis der Schweiß des Publikums fast schon wieder von der Decke tropfte.
 
Nach 17 Liedern verließ Flogging Molly die Bühne, ließ sich aber nicht lange bitten und spielte als Zugabe noch Crushed (Hostile Nation) und Salty Dog, bevor sie dann endgültig das Konzert beendeten und zu den altvertrauten Klängen von Always look on the bright side of life die Lichter in der Halle wieder angingen.
Während des Konzertes hatte Dave King den Fans einen Ratschlag mit auf den Weg gegeben: „Enjoy life!“ und der Besuch eines Konzertes von Flogging Molly ist da immer ein guter Anfang.
Abschließen sollte man einen solchen Konzertabend dann immer mit dem Besuch eines Irish Pub, den so ein Abend muss mit einem Guinness begossen werden.
 
von Ditta Sokolowsky