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Allgemein
Blasmusik
Konzert
Rap
Urban Brass Band

Bands
Moop Mama
Roger Rekless

Locations
Eupen
Kulturzentrum Alter Schlachthof



Datum: 12.11.2017

Brass Eskalation in Belgien

Moop Mama Live im Kulturzentrum Alter Schlachthof in Eupen, Support Roger Rekless

Eupen/Belgien (sd)    Moop Mama sind Blaskapelle, Brass Eskalation, Naturereignis. So kann man, stark verkürzt, das Konzert der Münchener im Schlachthof zusammenfassen, wenn man es denn überhaupt zusammenfassen will.

Grenzenlos gut - Moop Mama zu Besuch im Belgischen Eupen Foto: Sven A. Droste

Bilder vom Konzert
Webseite von Moop Mama
Webseite vom Roger Rekless
ber vor der Show der rot-weißen Horde steht noch ein weiterer Termin, denn MoopMama sind nicht alleine unterwegs. Als Support-Act haben sie David Mayonga aka Roger Rekless mitgebracht.
 
Rekless ist multitalentiert. DJ, MC, Bassist, Gitarrist, Produzent und Radiofutzi beim Bayrischen Rundfunk, moderiert hier und da. Vor allem ist er sympathisch und unterhaltsam. Zusammen mit Dam Sick an den Drums eröffnet er den musikalischen Teil des Abends mit einer coolen Performance, bei dem er sofort mit dem Publikum in Kontakt tritt und immer wieder textlich improvisiert und auf einzelne in der Menge eingeht. Rekless und Sick sind zusammen eine großartige Kombi mit guten Beats und frischen Rhymes, die die Menge bestens auf den Hauptact der Veranstaltung vorbereitet.
 
An der Tatsache, dass Roger Rekless ein Guter ist, daran hätte auch eigentlich kein Zweifel bestehen können, denn wenn man sich sein Werk anschaut, dann trifft man den einen oder anderen Bekannten aus dem deutschen HipHop Geschäft, der dort seine Spuren hinterlassen hat. Auch Dam Sick aka Sam Dick ist kein unbeschriebenes Blatt. Er ist Teil von Tribes of Jizu, ihres Zeichens tipp-topp Hip Hop Backingband, die schon vielen Künstlern Live den Rücken gestärkt hat. Für alle, die mal schnuppern wollen, aktuell gibt es von beiden, Rekless und den Tribes, die Studiosession EP zum freien Download. Einfach mal im Netz schauen.
 
Die, die als nächstes kommen, vereinen die geballte Kraft der Blasmusik mit dem Beat und den Raps des Hip Hops. Zehn Mann, die uns in den nächsten 2 Stunden das Tanzen lehren, die Knie wackeln lassen und die Nackenmuskulatur trainieren. Aber wie man das so beim Training macht, lassen Sie es langsam angehen. Fast im Dunkeln kommt einer nach dem anderen auf die Bühne und bauen damit Stück für Stück ein Bett aus Sound, auf dem sich der Song räkeln kann. Meermenschen ist der erste Track der Show, ab jetzt zählt es. Zu Die Erfindung des Rades stellt Keno Langbein seine Bike-Skills unter Beweis, bzw. er beweist, dass man auch kleinstem Kreise radeln kann.
 
Keno kann aber nicht nur rappen und Rad fahren. Er ist Entertainer, Moderator und immer Herr der Lage. Aufs Publikum eingehen? Easy, Kundenservice nennt er es. Als aus der 3 Reihe der Wunsch ertönt "Mach mal Werbung, ich will was zu trinken holen", kein Problem. In der kleinen Unterbrechung wird nebenbei eine Mitfahrgelegenheit für ein junges, alternativ reisendes Paar in das benachbarte Aachen vermittelt, aus dem gefühlt mindesten 2/3 der Anwesenden angereist sind. Nach der Rückkehr des Durstigen geht es weiter im Programm. Allein die Tatsache, dass nicht für alle Getränke mitgebracht wurden, ist Anlass für etwas (Gesellschafts)Kritik. Roger Rekless betritt auch noch einmal die Bühne, als Battlepartner für Keno. Freistiel, das können beide keine Frage. Was aber wiederum eine andere Frage aufwirft, wo kommen eigentlich so spontan die ganzen Worte her, ein Mysterium.
 
Herr Langbein und Herr Rekless sind aber nicht die einzigen, die des Rappens mächtig sind. Bei Typ*Ische Verhältnisse übernimmt die Band gekonnt die Parts von Blumentopfs Schu und Roger. Advanced Rhyme-Skills der Bläser trifft auf advanced Cowbell-Skills der Rhythmusabteilung, nice! Auch wenn das Konzert fast 2 Stunden dauert, alles was gut ist, geht mal zu ende, aber um die rund 200 Besucher im Alten Schlachthof besser kennen zu lernen dreht die ganze Kapelle zur Zugabe noch ein paar Runden durch den Saal und verabschieden sich nach 25/8 artig, mit einer gekonnten Verbeugung, von ihrem begeisterten, wenn nicht sogar euphorischen Publikum.
 
Ob die aktuelle Live Platte Moop Mama – Live Vol.1 Werbung ist für die Live-Shows oder die Live-Shows Werbung für die Platte, eigentlich egal. Hauptsache live Genießen, denn Moop Mama sind definitiv eine Live-Band, eine hammer Live-Band und nach der Show ist vor der Show, denn die Tour geht noch weiter bis zum 03. Dezember.
 
(ph)