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Konzertbericht

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Kapelle Petra

Locations
Neue Schmiede



Datum: 07.04.2017

Kapelle Petra in Bielefeld

Blut, Gehirn und Massaker zur Geburtstagsfeier

Bielefeld (dd)    Kultig, verrückt und ein bisschen aus der Mode auf den ersten Blick. Mit schrägen Krawatten, schrägen Partyhütchen und schrägen Instrumenten, doch bei genauerer Betrachtung dem ein oder anderem kritischem, tiefsinnigen Text, dem Protestlied der Protestlieder und den eindeutig treusten Fans der Welt. So (oder zumindest so ähnlich) klänge eine adäquate Beschreibung der Kapelle Petra.

Sänger Opa mal ganz ohne Konfetti Foto: Rune Fleiter

Konfetti fliegt durch die Luft, Menschen mit Partyhüten tanzen eine Polonaise quer durch den Raum, dazu spielt eine
Fotos zum Konzert
Homepage von Kapelle Petra
eigenartige Kapelle mit lebendiger Bühnenskulptur als Showmittelpunkt. Sind denn alle verrückt geworden? Oder gastiert ein eigenartiger Zirkus in der Stadt?
Weder noch. Kapelle Petra spielen kurz vor Ende ihrer Frühjahrestour in Bielefeld und zeigen wieder einmal eindeutig, welche Elemente bei keiner ihrer Shows fehlen dürfen.

Gut gefüllt drängt man sich zwischen Theke und Bühne der neuen Schmiede, auf der Suche nach einem Platz mit guter Sicht auf das sich nahende Spektakel. Bereitet sich vor, indem Konfettipackungen geöffnet und bereitgelegt werden, der feste Sitz des Partyhütchens ist existentiell wichtig um nahende Tanz- und Hüpfeinlagen im Dresscode zu überstehen.

Das als Stehkonzert in der neuen Schmiede ausgeschriebene Konzert verspricht nicht nur gute Musik, sondern auch visuelle Effekte und Untermalungen des Gesangs (unter anderem ein leuchtendes Schild für Ficken Schmidt), einem Gastauftritt von Ricky King, Anekdoten nicht ganz wahrer Begebenheiten und der traditionellen Geburtstagsfeier für Gazelle, der an diesem Abend wirklich (wirklich!) 23 Jahre alt wird.
Gefeiert wird dieser gebührend mit Hosenschlitzsolo, Scherenrhythmus und einer Polonaise durch den gesamten Raum.

Wenige Bands haben Fans, die für Konzerte „ihrer“ Band nicht nur eine stundenlange Anfahrt auf sich nehmen, sondern auch so vorbereitet zu den Konzerten erscheinen, dass die Band aufgrund der Publikums Requisiten die Setlist ändert. Luftballons im Fußballdesign zumindest animieren genug, um kurzerhand noch (und wie sollte der Titel anders lauten?) „Fußball“ zu Spielen.
Der Ausblick der Band hinunter von der Bühne, während die weißen und schwarzen Ballons durch die Luft fliegen, muss unglaublich sein.

Aber auch der beständige Einsatz von Konfetti ist keinesfalls zu missachten. Immer wieder fliegen die bunten Papierfetzen durch die Gegend, untermalen den Refrain, huldigen den Musikern und werden ein interaktiver Teil der Show. Ausgelassen wird getanzt, in Chören erschallen Refrain und Jubelrufe, still steht niemand. Die neue Schmiede, getaucht in bunte Farben, bekommt ein völlig neues Gesicht. Strahlend, in einem Flow von regenbogenbuntem Licht, einem Miteinander und Füreinander ohne Zeitfluss und einem viel zu schnellen Konzertende.

Wieder einmal ein gelungener Abend mit Kapelle Petra, die auf dieser Frühjahrestour noch 4 weitere Konzerte (unter anderem Soest und Hamm!) spielen. Danach wird keine wohlverdiente Ruhepause eingelegt, sondern Open Air weitermusiziert. Diverse Festivals bestätigten schon Auftritte der Kapelle Petra.