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Konzertbericht

Bands
Far or Near
Pilots Not Flying
Revolution Eve

Locations
Das Rind



Datum: 31.03.2017

Drei verschiedene Arten Rockmusik

Pilots Not Flying, Revolution Eve und Far or Near in Rüsselsheim

Rüsselsheim (rl)    Am 31.03.2017 spielten Pilots not Flying, Revolution Eve und Far and Near im Rind in Rüsselsheim. Ein kleines und feines Konzert, bei dem sich zeigte, dass viel Potenzial in kleinen Konzerten von eher unbekannten Bands steckt.

„Das Rind“ ist ein Kulturzentrum, in dem Kultur gefördert wird und junge Bands und Künstler einen Platz haben. Wer also bisher unentdeckte beziehungsweise eher unbekannte Talente erleben möchte, könnte dort gut fündig werden. Und wer gute Musik mag, war am Freitagabend genau richtig in diesem kleinen Club in Rüsselsheim (nähe Frankfurt am Main).
Pilots Not Flying eröffneten den Abend. Ihre Musik ist eine Mischung aus Rock, Punk und etwas Ska– und sie macht verdammt viel Spaß. Sie hatten unter anderem ihr aktuelles Album Queens over Kings im Gepäck und sorgten direkt mal für gute Stimmung.

Danach kamen Revolution Eve auf die Bühne. Die fünf Frauen spielen Hardrock mit Einflüssen von Metal und etwas Crossover. Ihre Musik ist mit Bands wie etwa den Guano Apes vergleichbar, hat aber noch einmal etwas ganz eigenes. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als Post-Alternative-Rock. Melodische Parts wechseln sich ab mit harten Riffs und durchdringendem Schlagzeugsound. Sängerin Daniela Nagel hat eine klasse Stimme, die besonders beim Unplugged-Teil der Show zur Geltung kam − die Band bewies, dass sie auch stromlos kann. Die Unplugged-Überraschung war gelungen. Die Band hatte sie sich extra einfallen lassen, um denjenigen etwas Neues zu bieten, die Revolution Eve schon einmal gesehen haben. In der Tat: Die meisten Leute an diesem Abend waren „Wiederholungstäter“.

Die nächste und zugleich letzte Band des Abends kam auf Einladung von Revolution Eve. Die Fünf hatten Far or Near bei einem Festival im tiefen Osten gesehen und waren so fasziniert, dass sie bei etwa vier Grad und Regen ausharrten. Und um ehrlich zu sein: Wenn man Far or Near selbst live hört und sieht, ist es gut nachvollziehbar, dass die Musik der drei Leipziger einen so in den Bann ziehen kann. Far or Near klingen durch die verwendeten Effekte fern, fast sphärisch, und dann doch wieder nah, vor allem durch die fantastische Stimme von Sängerin und Bassistin Thari Kaan. Gitarrist Røbby nutzt sein Instrument eher Teil für Klangeffekte als für harte Riffs. Ein Beispiel dafür ist Thymesis vom Debütalbum „Aporia“, das bald rauskommt. Ganz ruhig sind sie allerdings nicht, wie man bei Songs wie bei YMMB (You make me break, ihrer allerersten Single) deutlich hören kann: Thari Kann wechselt nicht nur zwischen zwei verschiedenen Stimmlagen, sondern growlt auch. Gitarre und Schlagzeug sind noch einmal dominanter und krachender.

Kurz vor Mitternacht war das Konzert vorbei. Es hat sich in jedem Fall gelohnt. Pilots not Flying, Revolution Eve und Fear or Near haben bewiesen, dass unbekanntere Bands und kleine Clubs sich definitiv nicht vor großen Acts und Locations verstecken müssen.



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