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Konzertbericht

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Adam Angst
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Olli Schulz
von Brücken

Locations
Halle Münsterland



Datum: 10.12.2016

#1000Dank

Die Donots spielen ihr 1000. Konzert

Münster (ml)    Die Donots haben wieder zum Grand Münster Slam eingeladen. Und was hier etwas abwertend klingen mag, soll es gar nicht sein. Denn der Grand Münster Slam ist nicht nur an sich einer der besonderen Donots-Gigs. Es ist vor allem ihr tausendstes Konzert. Klar, dass das etwas ganz besonderes werden muss.

Die Donots setzen zu "Dann ohne mich" mit diesem Banner ein beeindruckendes Statement. Foto: Marcel Linke

Auch dieser Grand Münster Slam wurde nicht nur durch die Donots geprägt. Die Band läd Freunde ein. Dieses Mal
Fotos zum Konzert
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Homepage von Olli Schulz
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nächster Grand Münster Slam:
15.12.2018
waren es sogar gefühlt noch mehr als sonst. Kein Wunder. Der Abend wurde für eine DVD aufgezeichnet.

Den Start machen dann Adam Angst als Vorgruppe. Ihr kurzes Set beginnen sie mit "Jesus Christus". Und auch eine Live-Premiere ist drin. "Weißrussland" spielen die Jungs von Adam Angst als erstes vor dem Münsteraner Publikum. Natürlich darf gerade in der heutigen Zeit auch der Titel "Professoren" nicht fehlen, zu dem Sänger Felix Schönfuss sich dann auch gegen Rechts äußert. "Nazis raus"-Rufe und Jubel brandet auf. Man kann es auch an diesem Abend nicht oft genug wiederholen, dass der Rechtsruck in diesem Land und auch weltweit einfach nur zum Kotzen ist. Im Publikum bilden sich Moshpits. Das "Kein Bock auf Nazis"-Banner ist prominent zu sehen.
Das Ende ihres Sets macht dann der Song "Splitter von Granaten". Besser in die heutige Zeit könnten die Songs von Adam Angst nicht passen und dennoch wünscht man sich, dass sie einige Lieder nie wieder spielen müssten.

Ein bisschen geblödelt wird dann mit Olli Schulz. Der Entertainer tritt heute allein und später mit Schlagzeuger auf die Bühne. Vorteil für die Technik: Während Olli vorne steht und über Rentner in der Sauna und Frauen von Fußballspielern singt, kann hinterm Vorhang schonmal umgebaut werden. Aber auch Anekdoten erzählt Olli Schulz. Natürlich auch darüber, wie er die Donots kennengelernt hat. Und das erste Aufeinandertreffen hatte es, wenn die Story richtig ist, in sich. Immerhin haben er und, damals noch der Hund Marie, Dinge auf den Tourbus der Donots geschmissen, weil alles, was irgendwie größer gewesen ist als die beiden für sie automatisch uncool war.
Tja, daraus hat sich, dank des deeskalierenden Eingreifens von Alex, eine Freundschaft entwickelt, die Olli an diesem nasskalten Samstag ins Vorprogramm der Donots katapultiert hat. Neben den obligatorischen Coversongs während des "Song ohne Grund" covert er dann aber sogar noch "Problem kein Problem" des Hauptacts. Und zum ersten Mal sieht der Autor dieses Artikels Crowdsurfer auf einem Olli Schulz-Gig.

Auch bei den Donots gibt es dieses Jahr einige Sachen zum ersten Mal. Ein riesen Vorhang ziert die Bühne vor dem Auftritt der Band. Das an sich ist noch nicht neu. Auf dem Vorhang werden aber Karten als Quartettspiel gezeigt, die Fotos der Fans mit Angaben zu Altern, Anreiseweg, erstem Donots-Konzert, Anzahl der Donots-Konzerte und Kommentar von Guido beinhalten. Nach der letzten Karte kann es dann auch losgehen. Das Intro wird auf den Vorhang projeziert. Ein Rückblick auf die spannendsten Ereignisse der Donots-Geschichte. Gespickt mit einem Zähler. Und wenn der Bandchronologe richtig liegt ist es vielleicht wirklich das 1000. Konzert und nicht nur ungefähr das 1000. Konzert. Genau weiß man es wohl nicht. Es ertönt "Ich mach nicht mehr mit" und die Silhouetten der Band erscheinen bevor der Vorhang fällt.
Von nun an wechseln sich englischsprachige Songs mit den deutschsprachigen Liedern des neuen Albums ab. Auf und vor der Bühne lauter professionelles Kameraequipment. Auch das eine Premiere bei den Donots, die zwar schon eine DVD vom JAK 2008 im Rosenhof haben, bei der aber nicht annähernd so viel gefilmt wurde. Nun ist der Grand Münster Slam dran und bei dem, was auf und vor der Bühne abgeht wird das beeindruckend.
Zu "Kaputt" stehen dann die ersten Gäste auf der Bühne. Die Antilopen Gang performt im Rahmen des Songs ihr Lied "Beton". Das gab es anderthalb Jahre übrigens schonmal ein paar Meter weiter, direkt hinter den Wänden der Halle Münsterland zum Vainstream Rockfest 2015.

Viel wichtiger und der Aufhänger auch nach dem Konzert ist dann aber "Dann ohne mich". Ein riesen großes Banner hängt im Hintergrund der Bühne. Darauf zu sehen ist ein durchgestrichenes Hakenkreuz. Es wird der Aufhänger des Abends. Neben dem wichtigen Statement von Ingo gegen Nazis, gegen Trump und dass er sich freut, dass gerade in der ausverkauften Halle Münsterland 6.500 Leute sind, die zusammen halten gegen die rechtsradikale Idiotie aus AfD, Pegida und co. erschallen "Nazis raus"- und "Alerta Antifascista"-Rufe. Es ist gut zu wissen, dass die Mehrheit in diesem Land immer noch was im Kopf hat und den wieder aufkeimenden Ausländerhass nicht schweigend hinnimmt.
Mit "Hansaring, 2:10 Uhr" begibt sich die Band um Ingo und Guido dann langsam in Richtung einer zweiten Bühne. Auch das eine Donots-Premiere.

Hier werden dann mit "Room With A View" und "Whatever Happened To The 80s" die Klassiker des Abends ausgepackt. "Westerland" von Die Ärzte und "All die ganzen Jahre" von den Toten Hosen runden den Part perfekt ab, der mit "The Years Gone By" der Band dann wieder die nötige Zeit gibt um die Bühne am FOH wieder in Richtung Hauptbühne zu verlassen.
Auch hier folgt nochmal ein Mix aus Klassikern: "Today", "Come Away With Me" und "Saccharine Smile". Zu "Hier also weg" gibt es dann die schönste Tradition, die man sich als Tradition auf einem Konzert ausdenken kann, speziell, wenn dieses aufgezeichnet wird. Knicklichter ohne Ende wurden verteilt. Und diese auf Kommando durch die Gegend geworfen. Zur Zugabenpause muss die Bühne auf der die Knicklichter dann gelandet sind, gereinigt werden.

Zurück kommt die Band dann zu "Problem kein Problem" mit Sammy von den Broilers. Das obligatorische "We're Not Gonny Take It" samt Bad in der Menge durch Ingo darf nicht fehlen, bevor zu "So Long" mit Nicholas Müller (Von Brücken, ehem. Jupiter Jones) ein weiterer Freund der Band die Bühne betritt. Es ist ein grandioses Finale, was die Donots einem grandiosen Konzert aufdrücken. Es wäre aber auch nicht so grandios wenn da nicht das immer wieder super tolle Publikum der Donots wäre.
Für den Grand Münster Slam kommen die Fans teilweise tausende Kilometer angereist. Die Band wird bis zuletzt gefeiert und das auch nach dem letzten Ton.
So merkt man auch Ingo sichtlich an, dass er völlig überwältigt ist von der Atmosphäre. "Können wir uns darauf einigen, dass wir uns 2018 alle hier wieder sehen? Und können wir uns auch darauf einigen, dass wir wachsam da draußen bleiben und Nazis sagen, dass sie Arschlöcher sind?"

Es sind wohl Worte, die prägend für den Abend sind. Für die Band, für den Zusammenhalt mit den Fans. Und ja, liebe Donots, wir können uns darauf einigen 2018 wieder da zu sein, freuen uns aber auch auf jedes Wiedersehen in der Zwischenzeit, wie zum Beispiel in zwei Wochen, wenn einige von uns wieder den Weg nach Osnabrück machen. Und ja, liebe Donots, wir werden nicht von unserer bisherigen Praxis abweichen und Nazis somit auch in Zukunft weiterhin sagen, dass sie Arschlöcher sind.

So long, so long.