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Konzertbericht

Bands
Hämatom
In Extremo

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 07.10.2016

In Extremo mit Hämatom im Bielefelder Ringlokschuppen

Wenn Das Letzte Einhorn brüllt

Bielefeld (bs)    In Extremo und Hämatom begeistern die Masse im Ringlokschuppen. Die beiden Mittelalter-Rockbands sind derzeit auf Tour und heizten dem Bielefelder Publikum nicht nur mit ihrer Musik sondern auch mit zahlreichen Pyro- und Feuereffekten ein.

In Extremo heizten dem Publikum nicht nur musikalisch sondern auch mit einer Feuershow ein. Foto: Bastian Sylvester

Zu In Extremo als solches muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Die siebenköpfige Berliner Band ist schließlich
Fotos zum Konzert
Homepage von In Extremo
Homepage von Hämatom
DIE Institution schlechthin, wenn es um Sparte Mittelalter-Rock bzw. Metal geht. Seit 1997 widmen sich die Musiker mit mittelalterlichen und „klassischen“ E-Instrumenten diesem Metier. Und nun waren sie im Bielefelder Ringlokschuppen zu Gast, um die Fans mit einem zweistündigen Programm einzuheizen. Als Support brachten sie die bayerischen Vertreter der Neuen Deutschen Härte, Hämatom mit.

Punkt 20.00 Uhr betrat die Vierer-Combo die Bühne und peitschte der Menge mit „Wir sind Gott“ ausdem gleichnamigen neuen Album ein. Die Texte der Songs sind nicht nur in deutscher Sprache verfasst, sondern enthalten auch klare Botschaften. Dazu die äußerst eingängigen Beats des Drummers „Süd“, die brutalen Gitarren-Riffs von „Ost“, das Bass-Spiel von „West“ und die Stimme mit Wiedererkennungswert von „Nord“. Diese Zutaten reichten aus, um die Leute schier ausrasten zu lassen. Mit „Feuerwasser“ stellten sie auch noch einen Song aus ihrem neuen Album vor. Mit „Leck mich!“, dem schon fast traditionell letzten Song bei ihren Konzerten, verabschiedete sich die Band nach gut vierzig Minuten, für manche Fans viel zu früh. Ein kleiner Trost aber bleibt: am 17.03.2017 kommen sie wieder in den Ringlokschuppen, dann sogar als Headliner.

Nach einer gut zwanzigminütigen Umbaupause, in der einige Fans versuchten, die Gelegenheit zu nutzen, um sich in den Reihen weiter nach vorne zu arbeiten, ertönten dann die ersten Klänge des Intros von In Extremo. Und dann begann die Show: der dreigeteilte Vorhang wurde stückweise mit einem Feuerwerk abgesprengt, gab das Schlagzeug auf einem erhöhten Podest frei und die Bandmitglieder betraten die Bühne. Gleich beim ersten Song „Quid pro Quo“ wurde den Zuschauern nicht nur musikalisch eingeheizt. Mittels Feuerzungen, die zum Teil bis an die Hallendecke schlugen, wurde es zumindest in den erste Reihen doch recht warm. Feuer- und Pyro-Einlagen begleiteten auch weiterhin einen großen Teil des Bühnenprogramms. Bei Bands wie In Extremo gehört so etwas eben auch zum Guten Ton. Und in diesem Fall kann man das auch durchaus wörtlich nehmen. Aber nicht nur die Show-Effekte wie Licht und Pyrotechnik waren an diesem Abend fantastisch. In Extremo ist eine Band, der man nachsagt, dass sie eben eine echte Live-Band seien. Und das konnte man sehen und mitfühlen. Die Bandmitglieder spielten mit dem Publikum und interagierten großartig untereinander. Jeder konnte sehen, wie viel Spaß sie hatten, auf der Bühne zu stehen und gemeinsam vor einem großen Publikum ihre Musik darzubieten. Und das Ganze über zwei Stunden lang. Die Menge zeigte sich bei Klassikern wie zum Beispiel „Sternhagelvoll“ oder „Spielmannsfluch“ äußerst textsicher, so dass bei einem eventuellen neutralen Betrachter der Eindruck entstanden sein musste, einem einzigen großen Chor (über 1500 Sängerinnen und Sänger stark) gegenüberzustehen. Das Problem hierbei wäre nur, dass es nicht einen neutralen Betrachter gegeben hätte, denn zu sehr verstand es die Band, die Leute in ihren Bann zu ziehen. Die Setlist umfasste neben Songs aus dem aktuellen Album „Quid pro Quo“ auch viele Klassiker aus den anderen 12 Studioalben, sodass für jeden In Extremo-Liebhaber etwas geboten wurde. Kurz nach 23.00 Uhr, nach über zwei Stunden gigantischer und schweißtreibender Live-Show für beide Seiten und 24 Liedern, beendeten die sieben Spielmänner ihr Konzert und verabschiedeten sich von dem frenetisch jubelndem und Beifall klatschendem Publikum.