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Allgemein
Konzertbericht

Bands
Matt Wilde
Sönke Torpus
Torpus & The Art Directors
Young Rebel Set

Locations
Zucker



Datum: 14.09.2016

Mit ihm ist alles klar

Matt Wilde und Sönke Torpus spielten in Osnabrück

Osnabrück (ml)    Es ist ein warmer Tag. Eigentlich zu warm um ein Indoor-Konzert zu besuchen. Bei der erwartbaren Besucherzahl und der erwartbaren Lautstärke hätte man den Auftritt von Matt Wilde und Sönke Torpus kurzerhand auch auf den Parkplatz verlegen können.

Matt Wilde (r.) und Sönke Torpus (l.) spielten zusammen im Zucker Osnabrück. Foto: Marcel Linke

Das Zucker bzw. heute mal die Sauna ist eine schnuckelige kleine Disco in der Nähe des Bahnhofs Osnabrück. Die
Fotos zum Konzert
Beleuchtung hat es aber, im Gegensatz zu dem, was man sonst so gewohnt ist, in sich. Über der Tanzfläche sind lauter LEDs in der Decke, die in allen möglichen Farben Muster auf die selbe projezieren.

Um Punkt 8 geht es dann auch los mit dem Konzert. Unscheinbar kommen Matt Wilde von Young Rebel Set und Sönke Torpus von Torpus & The Art Directors auf die Bühne.

Sie fangen direkt mit Songs von Young Rebel Set an. Diese sollten sich an diesem Abend dann ohnehin mit neuem Material von Matt Wilde abwechseln. Die Lieder von Matts alter Band klingen im neuen Solo- und Akkustik-Gewand stark. Wenn die beiden "Already Forgotten Your Name", "The Lash of the Whip" oder "Yesca & The Fear" spielen hat das was vom Charme eines Johnny Cashs. Noch mehr in diese dreckige Richtung geht dann eines von Matts neuen Liedern: "Overworked".
Folgerichtig covern die beiden dann auch den "Cocaine Blues" von Johnny Cash selber.

Obwohl Sönke sich als Hamburger in Osnabrück befindet macht auch er seine Ansagen heute größtenteils in Englisch. Größtenteils bedeutet: Matt Wilde hat auf dieser Tour endlich mal die Zeit um Deutsch zu lernen. Dies tut er in Wortfetzen, die er nun immer zwischen den Songs wiederholt: "Alles klar." und "Einen Punkt habe ich noch.". Der Running Gag des Abends ist geboren. Das Publikum lacht sich scheckig.

Wenn man die beiden auf der Bühne sieht, vermisst man die Band auch nicht mehr so doll. Hauptsache ist, dass Matt weiter macht mit der Musik, die aus seiner Feder stammt. Und das tut er auch. Mit "If I Was" spielen Matt und Sönke die Liebeshymne schlechthin. Auch "Berlin Nights" darf nicht fehlen nachdem die beiden ja erst kürzlich in Berlin gewesen sind. Der Song ist einer der ruhigen von Young Rebel Set. Wie ein Großteil der aktuellen Matt Wilde-Songs: "Penny To My Name" oder "In The Game".
Kontrastreicher dazu ist das hymnische "Won't Lean On You" mit einer Hook, die einem sehr vertraut vorkommt.
Insgesamt gehen die neuen Songs aus der nun anstehenden Solokarriere sofort ins Gedächtnis als Ohrwurm über. Man freut sich auf die nächste Platte des Musikers.

Aber gut kommt auch Sönke Torpus an. Nach der Zugabenpause darf er, auf Wunsch von Matt, Songs seiner Band spielen. Natürlich darf hier das "Known, Seen, Judged" nicht fehlen, welches live wesentlich besser rüberkommt als auf Platte. Mumford & Sons lassen grüßen.
Matt kehrt nun zurück auf die Bühne und es geht in den Schlussspurt. "Rosie" wird in einer wesentlich langsameren und melancholischen Version des Originals gespielt und hier scheint es so, dass einige der Young Rebel Set-Songs gar nicht dafür bestimmt waren von einer Band aufgeführt zu werden.