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Konzertbericht

Bands
Electric Citizen
Wolfmother

Locations
Palladium



Datum: 22.04.2016

Ein grandioser Abend in Köln

Wolfmother rocken das Palladium

Köln (dd)    2005 erschien das erste Album von Wolfmother, seit 2006 bin ich hin und weg von der Musik, der Stimme von Andrew Stockdale und den Texten. Endlich habe ich es auf ein Konzert geschafft, wie es war lest ihr hier.

Wolfmother spielten sich im Palladium vor den Konzertbesuchern und zahlreichen Zuschauern im WDR-Livestream völlig ins Rocknirvana. Hier blieb niemand lange trocken. Foto: Marcel Linke

Das Palladium in Köln ist eine Location, die man mindestens einmal besucht haben muss.
Fotos zum Konzert
Homepage von Wolfmother
Homepage von Electric Citizen

Die ehemalige Maschinenbauhalle versprüht noch immer den Charme des Ruhrgebiets, große rote Tore trennen den Konzertbereich von der Eingangshalle. Die Bühne ist hoch, auch weit hinten hat man noch einen guten Blick.
Aber hier ist heute Abend nicht der Ort an dem ich bleibe. Noch eine Stunde bis zur Vorband, ich gehe nach vorne und bekomme tatsächlich noch einen Platz in der ersten Reihe, fast direkt vor Andrew Stockdales zukünftigem Platz.

Electric Citizen sind die Vorband der gesamten Europatour.
Hardrock der alten Schule und definitiv ein weiteres Konzert wert.
Sängerin Laura Dolan trägt einen blauen Jeansoverall mit Nieten und schwindelerregend hohe Schuhe. So steht sie headbangend und tanzend auf der Bühne. Divengleich balanciert sie den Mikrofonständer, elfengleich posiert sie mit beiden Armen in der Luft und trifft dabei jeden Ton.
Gitarrist Ross Dolan verschwindet hinter seinen braunen Locken, Schlagzeuger Nate Wagner spielt unterstützt von einer Mimik, die Tote wieder auferstehen lässt. Katie McGurl an den Keyboards tanzt und Bassist Randy Proctor scheint sich ganz in der Musik verloren zu haben.
Im Gepäck haben sie ihr zweites Album Higher Time exklusiv als Vinyl, erst vor zwei Jahren erschien das Debut Sateen.
Eine würdige Vorband für Wolfmother und definitiv eine Band, die eine eigene Tour durch Europa braucht, weil das macht Lust auf mehr davon.

Das Banner von Wolfmother wird aufgespannt, die ersten vorfreudigen Rufe ertönen im Publikum.
So viele Frauen habe ich schon lange nicht mehr auf einer derartigen Veranstaltung gesehen.
Das Victorious mein Album des Jahres ist dürfte mittlerweile bekannt sein. Dementsprechend hoch sind auch meine Erwartungen nur noch Sekunden, bis das Konzert beginnt.

Ian Peres am Bass und Drummer Alex Carapetis betreten unter Klatschen und Jubeln die Bühne, Andrew Stockdale folgt kurz darauf und die Lautstärke im Publikum schwillt an.
Kurz werden die Instrumente gecheckt bevor „Victorious“, der Titelsong vom 2016 erschienenen Album und der gleichnamigen Tour, erklingt.
Vom ersten Ton an ist die Stimmung überragend. Vorne wird gesungen, in der Mitte gepogt, hinten geklatscht.
Ich verwandle mich in einen singenden und tanzenden Flummi, um mich herum passiert das selbe mit anderen Zuschauern, Stockdale ist sichtlich erfreut darüber.

Die Musik fliegt nur an mir vorbei. Egal von welchem Album Songs gespielt werden, das Publikum nimmt sie an, singt mit, klatscht, tanzt, pogt und feiert das Geschehen auf der Bühne.
Kaum ein Hit fehlt, egal ob „New Moon Rising“, „White Unicorn“ oder „Dimension“.
Stockdale trifft die Töne und rockt dabei in seiner schwarz weiß getreiften Röhrenjeans über die Bühne als würde das Konzert aufgezeichnet werden. Moment, es wird aufgezeichnet und zeitgleich vom Rockpalast live gestreamt.

Die Jungs spielen sich, angeheizt vom Publikum, in Rage.
Peres rutscht auf der Bühne aus und steht einen Bruchteil der Sekunde wieder, klettert aufs Keyboard und springt Bass spielend runter. Stockdale wird ein Stirnband zugeworfen, er fängt es im Flug, wirft es nach hinten nur um sich einen Song später danach zu Bücken um es aufzusetzen. Carapetis, zu Beginn noch mit goldener Sonnenbrille und Weste über der grün-rosanen Tunika, zieht sich immer weiter aus.
Auch wenn „Pretty Peggy“ melancholisch emotional ist, bleibt die Stimmung weiter euphorisch.
Nach „Colossal“ verlassen die Jungs die Bühne.

Selten wird so laut und beharrend eine Zugabe gefordert. Natürlich wird ihr stattgegeben.
Immer noch mit Stirnband geschmückt widmet Stockdale „Vagabond“ dem kürzlich verstorbenen Sänger Prince. Mit „Joker & The Thief“ endet ein grandioser Auftritt. Schnell werfen die drei noch Drumsticks, Plektren und Setlists ins Publikum und verschwinden von der Bühne.
Ich kann die Vollkommenheit noch nicht ganz fassen und fahre müde aber überglücklich nach Hause.

Wer sich das Konzert noch einmal in voller Länge anschauen möchte kann dies am 02.05.2016 dank der Aufzeichnung vom WDR Rockpalast nachholen. Außerdem treten Wolfmother auf dem Taubertal- und Highfield-Festival auf.