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Konzertbericht

Bands
AnnenMayKantereit
Faber

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 08.04.2016

Pocahontas hat verziehen

AnnenMayKantereit im Ringlokschuppen

Bielefeld (dd)    Das Album „Alles Nix Konkretes“ schoss auf Platz 1, die Tour ist ausverkauft. AnnenMayKantereit haben Fans der ersten Stunde und werden bedingungslos unterstützt. Auch in Bielefeld gaben sich die drei die Ehre.

AnnenMayKantereit spielten im Ringlokschuppen Bielefeld. Foto: Rune Fleiter

Alle Parkplätze sind längst besetzt, die Schlange ist lang vor dem Ringlokschuppen, der Einlass geht schnell.
Fotos zum Konzert
Homepage von AnnenMayKantereit

Das Publikum ist gemischt, die Vorfreude knistert.

Support ist Faber, der viel älter wirkt als die jungen 22 Jahre, die er wirklich alt ist.
Grade erst erschien die erste EP „Alles Gute“, auf der Bühne scheint es, als hätte er ein Leben lang nichts anderes gemacht.
Mit einer forschen Sicherheit steht er hinter dem Mikrofon, spielt Gitarre und grinst ins Publikum.
Begleitet wird er von Percussion, Flöte und Posaune, alles gespielt von Til der beweist, dass die Posaune nicht nur ein Instrument für Schützenfeste ist, sondern zauberschön klingen kann.
Der Sound des Duos ist vielschichtig, die Stimme samtweich, die Songs abwechselnd zum Nachdenken oder zum Tanzen.
Besonders die tanzbaren Stücke mit Balkanbeats und schnellen Akkordwechseln werden vom Publikum tanzend und klatschend angenommen.
Ein Einstieg zu AnnenMayKantereit, der nicht passender sein könnte.
Am 29.09.2016 spielt er wieder in Bielefeld.

AnnenMayKantereit, das sind drei Freunde aus Köln, der Bandname setzt sich aus deren Namen zusammen, unterstützt werden sie von Malte Huck am Bass.
Das Album steht auf Platz 1 in den Charts, die Tour ist komplett ausverkauft, im Radio laufen Songs wie „Oft gefragt“ oder „Pocahontas“ rauf und runter. Das alles weckt hohe Erwartungen.

Im Background der Bühne wird nach dem Auftritt von Faber ein Schriftzug mit Serifen in Holzoptik enthüllt. Es ist der Name der Band, oder eben der der Bandmitglieder. Dreireihig, schlicht und trotzdem schmückend.

Im Publikum prickelt die Vorfreude, alle warten auf den Beginn und begrüßen die Band schließlich mit lautem Klatschen und Rufen. Vom ersten Ton an singt das Publikum mit, leider fehlt es ansonsten hier und da an Stimmung.
Während Sänger May auf dem aktuellen Album „Alles Nix Konkretes“ verständlich sing, schlägt sein Nuscheln bei dem Konzert völlig durch und verwischt damit die poetischen und teilweise aufeinander aufbauenden Texte.
Unterm Strich erinnert er mich an eine Mischung aus Tim Bendzko, Philipp Poisel und Michael Marco Fitzthum.

Das Konzert plätschert vor sich hin, die Stücke, die noch nicht im Radio laufen erfahren weniger Rückmeldung, als die bekannten und tanzbaren Singles wie „Oft gefragt“. Dafür reißen eben diese es wieder raus.
Mein absolutes Highlight ist „Pocahontas“, kurz vor der Zugabe, bei der eine Zuschauerin vor mir kein Halten mehr kennt, die Arme in die Luft reißt und tanzt, als gäb es keinen Morgen mehr.
Der Knoten ist geplatzt und gute Laune auch beim letzten Zuschauer angekommen. Leider ist das Ende des Abends schon angebrochen.

Die erste gespielte Zugabe ist „Barfuß am Klavier“, solo gesungen von May, mit Schuhen an den Füßen. Trotzdem schön und vor allem ein Lied, auf das ich den ganzen Abend schon gewartet habe.
„Länger bleiben“, welch passendes Stück, das wollen jetzt alle und wird durch „21, 22, 23“ ermöglicht.
Durch den Nebeneingang husche ich vor den Massen nach draußen und bin doch irgendwie glücklich, AnnenMayKantereit erlebt zu haben.