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Konzertbericht

Bands
Flexis
K.I.Z.

Locations
Stadthalle



Datum: 18.03.2016

Urlaub fürs Gehirn

K.I.Z in Bielefeld

Bielefeld (dd)    Neues Album, neue Show, die selben Jungs. Die Stadthalle in Bielefeld war in Rekordzeit restlos ausverkauft, als Location hätte ich aber doch eher etwas Anderes in Bielefeld gewählt. K.I.Z haben das Bestmögliche draus gemacht.

K.I.Z. bieten eine abwechslungsreiche Show. Foto: Marcel Linke

Die Stadthallein Bielefeld ist schon lange ausverkauft.
Fotos zum Konzert
Homepage von K.I.Z.
Homepage von Flexis

Auch wenn schon seit einer Stunde der Einlass läuft, stehen viele noch davor. Im Foyer ist die Stimmung ausgelassen, die Garderoben fast komplett voll, die Theke verkauft literweise Getränke und die Partei „Die Partei“ wirbt mit ihrem Wahlprogramm.
In der Stadthalle selber sitzen alle auf dem Boden, fühlt sich fast an wie Festival. Ich setze mich dazu und beobachte das Gewusel in der Halle. Die Tribüne füllt sich nur langsam, aus den Lautsprechern knarzt leise Musik aus den 20ern, die Bühne verhüllt ein weißes Banner.

Kurz vor dem Support stehen plötzlich alle auf und stellen sich einige Meter weiter vorne in Position.
Flexis DJ betritt die Bühne und heizt die Menge ein, Flexis Anweisungen sei Folge zu leisten.
Ein Beamer strahlt sein Supportbanner auf den Hintergrund, mir ist es schon von seiner Facebookseite bekannt. Die Arme des Publikums gehen in die Luft und wippen im Takt, hier und da wird gesprungen und gepogt, vor allem rappt er Songs vom Album Egotrips (2013).
Besonderes Highlight: K.I.Z’s „Was willst du machen“ wird angestimmt, das Publikum soll alleine weiter machen, die Resonanz ist überwältigend.

45 Minuten vergehen, bis K.I.Z die Bühne betreten.
Ein Film wird abgespielt, der die Jungs im Backstagebereich zeigt zu „Duhastaufdeinenkokaturndeinegeistigbehinderteschwestergeficktmucke“, das Intro von „Urlaub fürs Gehirn“ erklingt, der weiße Vorhang fällt und ich denke nur: „Yo, hier bin ich heute richtig“.

Die Bühne ist einfach nur beeindruckend. Auf der hinteren Hälfte Sind Mauern und Treppen aufgebaut hoch zum DJ Pult, das hinter einem Panzer steht.
Rechts und links davon stehen Statuen der Jungs, geschätzte 3-4 Meter hoch.
Auf der Leinwand dahinter werden passend zu den Songs Videos und Fotos gezeigt.

Es wird getanzt und gepogt, mitgerappt und gesungen, Urlaub fürs Gehirn.
Namensgeber der Tour ist das gleichnamige, 2015 erschienene Album „Hurra die Welt geht unter“.

Zu „Geld“ gibt es einen wahren Geldregen mit Scheinen aus der K.I.Z Fälscherwerkstatt.
Auch alte „Klassiker“ dürfen natürlich nicht fehlen. „Ein Affe und ein Pferd“, „Ich bin Adolf Hitler“ oder auch „Da geht was“ stammen vom Mixtape „Ganz Oben“ (2013).

Die Stimmung ist ausgelassen, heute Abend wird „Ehrenlos“.
Konfettikanonen schießen ins Publikum, das „Kannibalenlied“ erklingt.
„Abteilungsleiter der Liebe“ wird vom Mischpult gespielt und dem heute verstorbenen Guido Westerwelle gewidmet.
Bei „Käfigbett“ wird Maxim auf der Bühne geboren, steht blutverschmiert und nur mit Windel bekleidet auf der Bühne.

Insgesamt merkt man beim Konzert die Liebe fürs Detail, nicht nur das Bühnenbild ist beeindruckend, auch die Choreos sind durchdacht.
Das Publikum dankt mit guter Stimmung und lauten Gesängen. Zwischen den Songs erklingt immer mal wieder ein „Hurensöhne!“.

„Neuruppin“ ist das letzte Stück, bevor es in die Zugaben geht. Diese besteht aus „Wir“, „Was würde Manni Marc tun“, „Boom Boom Boom“, „Walpurgisnacht“ und „Hurra die Welt geht unter“.
Während der ersten Songs ist DJ Craft DJ Auge, „Boom Boom Boom“ sei besonders wichtig zu singen. Wir seien hier ja schließlich im Osten. Das Publikum ist mehr amüsiert als verwundert über den geografischen Fauxpas.
Zu „Hurra die Welt geht unter“ schießt der Panzer vorm DJ Pult zunächst Feuerbälle und explodiert schließlich selber. Ein Banner fällt und verhüllt die Bühne wieder. Es zeigt die Gesichter der vier Jungs auf einem Atompilz.
Die letzte Zugabe ist „Hurensohn“, zu dem die Jungs sich auf die Monitore setzen. Das Publikum singt so laut mit, dass sie teilweise mit dem Refrain aussetzen um zu Lauschen.

In guter K.I.Z-Manier war der Abend ein hervorragender Abriss, dennoch hat man das westfälische Publikum hier und da gemerkt, bei vorangegangenen Auftritten empfand ich die Stimmung noch ausgelassener, die Party noch heftiger.
Bielefeld, da geht noch was!