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Konzertbericht

Bands
Boy
Small Fires

Locations
Ringlokschuppen



Datum: 10.03.2016

They were here

Boy im Ringlokschuppen

Bielefeld (dd)    Boy spielen seit Erscheinen des gleichnamigen neuen Albums die „We were here“ Tour nicht nur in Europa, auch Amerika und Kanada wurden besucht. Das Duo spielte am Donnerstag im Ringlokschuppen eine Show, die nachhaltig Spuren hinterlassen hat.

Boy spielten im Ringlokschuppen Bielefeld. Foto: Rune Fleiter

Der Ringlokschuppen ist aus der Bielefelder Veranstaltungsszene nicht mehr weg zu denken. Lesungen, Partys und
Fotos zum Konzert
Homepage von Boy
Homepage von Small Fires
auch Konzerte, hier passt einfach alles rein. Mittlerweile bin ich mindestens einmal die Woche hier, kenne das Personal und die Getränkekarte und freue mich doch immer wieder drauf.
So auch auf das Konzert von Boy, dessen zweites Album ich aus meinen Favoriten nicht mehr missen möchte.

Den Abend eröffnen Small Fires, melodisch-melancholischer Pop aus Hamburg mit Sänger Benjamin Galliers an den Drums.
Insgesamt sind die Stücke ruhig. Hier und da kommt Lars Dahlkes Gitarre durch, abgewechselt von Ruben Seevers am Keyboard.
Das Publikum reagiert verhalten auf die Musik, auch bei den schnelleren Stücken wird sich kaum bewegt.
Mein optisches Highlight während des Auftritts ist das Scheinwerferlicht, dass sich an Benjamins Glatze spiegelt.
Nach einer guten halben Stunde bedanken sich Small Fires und geben die Bühne für Boy frei.

Während ihrer Konzertreise unter dem Motto „We were here“ macht das schweiz-deutsche Duo Boy auch einen Zwischenstopp in Bielefeld.
Spuren legen, hinterlassen und weitergehen, das scheint das Mantra zu sein, unter dem die Beiden ihre Auftritte planen.

Gleich das erste Lied macht dieses deutlich. „We Were Here“ ist der Opener, gleichzeitig wird der Schriftzug, der auch das Albumcover ziert, per Beamer an die Bühnenrückwand projiziert.

Dem Publikum merkt man schon früh an, hier sind wirkliche Fans und nicht nur Interessierte, die wegen Stücken wie „Waitress“ oder „Seven Little Numbers“ vorbeigekommen sind.
Aber auch den beiden Frontfrauen sieht man den Spaß am Konzert deutlich an. „Ich bin ganz außer Atem, die Bühne ist so groß!“, bemerkt Valeska Steiner nach dem Stück „Army“. Sonja Glass am Bass, gekleidet in eine schwarze Glitzerjacke stimmt ihr da zu.

Das Publikum wird zum Mitsingen aufgefordert und lässt sich nicht zweimal bitten und ein 1.200 Personen starker Chor erklingt.
Während des gesamten Konzerts passiert auf der Bühne unglaublich viel.
Valeska und Sonja tanzen, Gitarrist Jonas ist so in sein Spiel vertieft, dass er kaum zum Trinken kommt und die beiden Drummer/ Percussionisten spielen so synchron, dass man ohne hinzusehen nur von einer Person ausgeht.

Zwischen den Stücken erklären die Frontfrauen immer mal wieder die Bedeutung der Texte, so zum Beispiel bei „Boris“. Auch Anekdoten dürfen nicht fehlen, so wurde das Stück „Hotel“ beim letzten Konzert in Bielefeld uraufgeführt.

Zu „Oh Boy“ habe ich das erste Mal Gänsehaut den Abend, Diskokugeln werden angestrahlt und projizieren einen Sternenhimmel in den Raum. Ein perfektes Zusammenspiel von Musik und Bühnenshow.

Bei „Seven Little Numbers“ bleibt niemand mehr stehen. Der Ringlokschuppen singt so laut mit, dass der Gesang der Mädels für einen Moment aussetzt und die beiden einfach den Moment genießen.

Mit „No Sleep For The Dreamer“ verabschieden sich Valeska und Sonja. „Wir sind Boy und ihr seid super!“.
Das Publikum fordert mehr.
Als Zugabe werden „Into The Wild“ und „This Is The Beginning“ gespielt, eine interessante, wenn auch vielleicht etwas unpassende Titelwahl für den Abschluss. Oder soll es eine versteckte Botschaft sein, das Konzert als Stunde Null gesehen werden?

Auch dieses reicht dem Publikum nicht, die Frontfrauen legen, unterstützt vom Keyboard, noch einen nach.
Nachdem ein Geburtstagslied für Magda, die Frau vom Mercahndise gespielt wurde kommt „Skin“, ein letzter Moment für Gänsehaut. Das Stück wird akustisch, ruhig und sich ins Gehirn einprägend gespielt.

Insgesamt ein toller Abend, der wunderbar unterhalten hat. Meine Erwartungen an das Konzert und die neuen Stücke wurden erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Die Mädels wissen, wie man nachhaltig Spuren legt.